Einmal werden wir noch wach

So, jetzt kommen gleich die Topmodels und ich will noch was schreiben. Leider komme ich jetzt schon den dritten Tag hintereinander erst um 18 Uhr nach Hause. Sitzungen, Sitzungen, Sitzungen. Dann schnell was essen und noch schnell was vorbereiten, weil die Siebten mich heute völlig fassungslos machten, als sie mir auf die Frage, was denn noch mal das simple past sei, alle möglichen Antworten gaben – Zukunft, Steigerungen, Adjektive usw. Toll, morgen wieder zurück ins fünfte Schuljahr. “Wie bilde ich die einfache Vergangenheit?” “Warum muss ich die unregelmäßigen Verben lernen und die regelmäßigen nicht…?”

Aber meine Klasse ist echt süß im Moment. Mittlerweile ist sie ja echt klein und hat nur noch nette Schüler. Im Gegensatz zu den Siebten sind die echt gechillt. Keiner rennt in der Klasse rum, niemand schreit den anderen an, es fallen keine Schimpfwörter, und alle sind freundlich miteinander und mit mir auch. Ist echt sehr gemütlich momentan. Viel zu gemütlich für Unterricht.

Aber diese Siebte – mein Sargnagel. Der eine bellt neuerdings. Ich schicke ihn raus, damit er sich beruhigt, hole ihn wieder rein, er macht wieder Geräusche, es ist unerträglich. Mein gesamtes Innenleben wallt sich auf. Stresshormone schießen durch meinen Körper. Seit einigen Tagen habe ich wieder das Augenzucken. Ich bin echt ferienreif. Ich kann nicht mehr. Noch 4 Stunden, dann sind Ferien. Und das ist auch gut so. Ich könnte nicht eine Minute länger arbeiten.

Mehr Brutto vom Netto

“Aber soviel verdient man doch als Lehrer auch nicht, oder?” fragt Abdul. Mein Gehalt weckt bei allen Schülern ein unheimliches Interesse. Und ich bin immer sofort dabei: “Also brutto und netto – den Unterschied kennst du, oder?”
“Brutto ist das was übrig bleibt, oder?”
“Genau umgekehrt. Also pass mal auf.” Ich schreibe meinen Bruttolohn an die Tafel. Irgendwas mit 4500 Euro oder so.
“Echt???? So viel?” Abdul ist überrascht. “Ist ja mehr als ich dachte. Aber Sie haben doch studiert. Da könnten Sie doch auch noch mehr verdienen.” Ich wische gerade die Tische ab und bücke mich immer wieder, um irgendwelche Papierfetzen und Taschentücher vom Boden aufzuheben. Abdul latscht hinter mir her.
“Ja, klar. Es gibt viele Berufe, wo man mehr verdient.”
“In welchem Beruf verdient man eigentlich am meisten?” fragt Bilal.
“Frau Merkel.” sagt Esra.
“Nee Esra, ich glaube soviel verdient die gar nicht. Das ist weniger als man denkt. Aber natürlich mehr als ich. Ich denke mal der Chef von der Deutschen Bank verdient am besten” vermute ich.
Abdul ist allerdings immer noch an meinem Werdegang interessiert: “Aber warum haben Sie dann nicht was anderes studiert. Irgendwas, wo man mehr Geld verdient.”
“Weisst du Abdul, Geld ist auch nicht alles. Der Beruf muss einem doch auch Spaß machen. Und mir macht der Lehrer halt Spaß.”
“Und Sie sind Beamtin” stellt Abdul fest. “Nein, bin ich nicht. Ich bin Angestellte.”
“Was? Sie sind nicht Beamtin? Beamte darf man ja nicht beleidigen. Das ist dann Beamtenbeleidigung.”
“Jaja, mich darfst du beleidigen.”
Ich schließe die Tür ab und begebe mich Richtung Lehrerzimmer. Abdul neben mir. Herr Werner kommt aus einem Raum und schließt die Tür ab. “Guck mal Abdul, Herr Werner ist Beamter. Den kannst du beleidigen.”
“Ja, Herr Werner… das wäre dann Beamtenbeleidigung.”

So, jetzt gerade der Deutschlehrerfreund gekommen und erzählt, wie er heute mit allen Klassen Mr. Bean geguckt hat. Ich darf jetzt nicht unhöflich sein. War ich gestern schon. Also heute nur kurz. Tschüßßßßi.

Realistische Zieljustierung

“Ich hatte vor erstmal zu gucken, wie das ist, mit der Realschulprüfung. Aber ich habe ja so viel gefehlt, da konnte ich ja nicht so gut gucken.” Fatma sitzt neben mir. Ich diktiere ihr ihre Noten. Sie wollte eigentlich die Mittlere Reife erhalten. Zur Zeit sieht es nach einem einfachen Hauptschulabschluss aus und wenn sie sich sehr anstrengt, kann daraus evtl. noch der HS-deluxe werden – der Erweiterte Hauptschulabschluss. (Jetzt fragt nicht gleich alle wieder, was das ist. Das ist einfach, wenn man fast überall noch eine VIER hat.)

Fatma pinselt die Fünfen und Sechsen, sowie die halbgaren Vieren in die Tabelle, die ich ihr hingeschoben habe. Unter der Tabelle ist eine Art Flow-Chart. In jedem Kästchen steht eine Frage, wenn du die mit “ja” beantwortest, wanderst du nach unten, wenn du die mit “nein” beantwortest, wanderst du nach rechts.
Unten links steht “Übergang in die gymnasiale Oberstufe”, daneben “Realschulabschluss” und rechts “Erweiterter Hauptschulabschluss” und ganz am rechten Rand “Hauptschulabschluss.
Den einfachen Hauptschulabschluss haben die Schüler theoretisch schon mit dem Übergang in die Zehnte Klasse erhalten.

Fatma schreibt stoisch ihre schlechten Zensuren auf. Am Freitag guckte sie mich noch ganz ungläubig an, als ich ihr sagte, dass sie sich jetzt sehr anstrengen müsste, um noch den “Erweiterten” zu bekommen. Sie rechnete immer noch mit dem Realschulabschluss.

“Also, wo waren wir Fatma? Mathe 2 Punkte, Physik 3 Punkte, Bio 4 Punkte…”
Dann gucken wir, wo noch was zu retten ist. Eigentlich kann sie den Realschulabschluss knicken, aber das wird nie ein Schüler von mir hören. Das Äußerste in dieser Richtung war heute ein zarghaft gefragtes: “Meinst du, du kannst hier oben noch überall auf sieben Punkte kommen und hier unten auf mindestes vier?”

Spätestens heute haben sich einige innerlich davon verabschiedet, es bis zum Juni noch zu schaffen von mehreren Fünfen und Sechsen auf lauter Dreien zu kommen.

Wir justieren also bei fast allen die Zielvorgaben. Jetzt wird es endlich mal realistisch. Eigentlich sieht es gar nicht soooo schlecht aus. Die meisten könnten noch einen Erweiterten Hauptschulabschluss schaffen und auch bei denen, bei denen der Realschulabschluss in Sicht ist, ist jetzt genau klar, in welchen Fächern sie noch mal reinhauen müssen.

Dann kommt Abdul. Ich sage ihm seine Noten, er schreibt sie auf. Dann lasse ich ihn die Fragen in dem Chart vorlesen.
Im ersten Kästchen steht: “Ich habe in Deutsch oder Mathe mindestens fünf Punkte.”
Abdul guckt auf seine Noten: “Deutsch 4 Punkte und Mathe 3 Punkte.”
“Dann darfst du jetzt nicht nach unten wandern, sondern musst nach rechts. Abdul zeichnet mit seinem Finger die Linie nach. Die geht ganz an den Rand der Seite und dann steil nach unten. Unten steht: “Einfacher Hauptschulabschluss”.
“Uppps.” Abdul guckt mich verwirrt an.
“Tja, kannst du mal sehen.”
Stille.
Abdul kann es nicht so recht glauben: “Ähhh?”
“Na, Abdul, ohne eine Vier in Deutsch oder Mathe kriegst du keinen Erweiterten. Aber träumen wir mal. Nehmen wir mal an, dass du es irgendwie schaffst, in Deutsch doch noch einen Punkt zu ergattern. Ihr schreibt ja Übermorgen noch eine Arbeit, dann kannst du ja mal gucken, was dir sonst noch fehlt.”

Wir umkringeln einzelne Fächer, schreiben die fehlenden Punkte drüber und Abdul murmelt das schülertypische: “Schaff’ ich…in Erdkunde, locker, Bio … nur einen Punkt…schaff ich, geht schon. Kein Problem…”

Am Ende der Stunde zähle ich ihnen noch mal auf, wieviele Montage, Dienstage, Mittwoche, Donners- und Freitag es noch bis zur endgültigen Zensuren Abgabe sind, verabschiede mich mit meinem üblichen: Geht zum Unterricht und lernt was!” Und checke in meinem Freistunden, auf dem Hof und in der Cafeteria, ob jemand schwänzt.

Bisher waren sie alle im Unterricht.

Ein neuer Kandidat?

“Frau Freitag, wissen Sie, was ich gerne erleben würde? Wenn die Simpsons-Dinger wachsen würden.”
Dschingis zeichnet seit mehreren Stunden einen riesigen Bart auf eine Leinwand.
“Du meinst, wenn sie älter werden würden.”
“Ja, wenn Maggie mal sprechen würde. Was würde die sagen?”
“Es gibt diese eine Folge, wo Homers Bruder eine Maschine baut, mit der man die Babysprache übersetzen kann. Und dann hören alle ganz gespannt zu, was Maggie sagt.”
Dschingis guckt von seiner Leinwand hoch: “Und, was sagt sie?”
“Sie sagt: Ich will das da, was der Hund hat.”

Dschinges grinst. “Frau Freitag, meinen Sie, dass ich Abitur schaffen würde?” Nach dem Disaster von gestern fühle ich mich nicht gerade wie ein Motivationscoach. “Dschingis, ich halte dich für ziemlich schlau. Mach doch erstmal die Realschulprüfung und dann sehen wir weiter.” Dschingis steckt das zweite Jahr in der siebten Klasse. Aber er ist wirklich schlau.

“Frau Freitag, auf Freitag freue ich mich immer am Meisten. Ich stehe immer gerne um sieben auf, weil ich weiss, dass wir Kunst haben. Ich finde Sie sind die beste Lehrerin.” Ich will gerade anfangen mich darüber zu freuen, da mischt sich Mustafa vom letzten Tisch ein: “Das sagt er jedem.” Etwas enttäuscht sortiere ich weiter die millionen Blätter auf meinem Schreibtisch. Aber Dschingis läßt nicht locker. “Frau Freitag, bin ich Ihr Lieblingsschüler?” Ich denke – ach Lieblingsschüler…. das waren noch Zeiten, mit meinem letzten Lieblingsschüler…. und sage: “Ach Dschingis, Lieblingsschüler…” Dann schweigen wir ein wenig und Dschingis zeichnet konzentriert.
Irgendwann guckt er hoch: “Ich hoffe, dass ich irgendwann Ihr Lieblingsschüler bin.”

In der Pause gehe ich in den Mathevorbereitungsraum zu einem meiner Lieblingskollegen. Eine heimliche Raucherenklave. Dort lasse ich mich immer aufbauen. “Du Rainer, diese eine Klasse, die mir zugeteilt wurde, die ich nun schon seit vier Jahren unterrichte, die hatte gestern Prüfung und die waren sehr schlecht.”
Rainer guckt mich verwirrt an. “Na, diese Klasse, die ich immer unterrichten und betreuen muss.”
“Meinst du DEINE Klasse?”
“Ja….. verdammt, MEINE Klasse. Die waren sooooo verdammt schlecht. Total schlechte Noten. Fast alle. Grauenhaft! Und ständig ging in den anderen Räumen die Tür auf und da kamen die Schüler aus den anderen Klassen raus: “Eine eins”. “Ich auch.” “Ich auch.” “Ich eine zwei.” Und selbst die Lernbehinderte Dilara aus der Schwalleklasse hat bestanden und sich dann auch noch über eine drei geärgert. Aber MEINE…. schlimm, schlimm, schlimm.”
“Mensch Frau Freitag, zieh dir das doch nicht an. Das ist doch nicht deine Schuld.”
“Doch.”
“Nein. Wo steht denn das? Wer sagt denn das? Die verlassen doch morgens nicht dein Haus. – Hoffe ich jedenfalls nicht.”
“Nein. Tun sie nicht. Aber trotzdem.”

Rainer baut mich wieder auf und ich gehe distanziert und gestärkt in den Unterricht mit der anstrengenden 7. Klasse.

In der ersten Stunde hatte ich meine Klasse und in der letzten habe ich ihre Noten erhalten. Das gehört irgendwie zusammen. Aber davon morgen mehr.

Klassenziel verfehlt

Frau Freitag kocht. Aber kein Essen. Ich komme gar nicht drüber weg. Die Prüfungen waren ein einziges Disaster. Bin jetzt noch ganz aggressiv davon.
“Wie wir können kein Internet benutzen in der Prüfung?”
Prüferin: “Ich hatte euch doch gesagt, dass ihr die Videos runterladen sollt. Warum habt ihr das nicht gemacht?”
“Na, weil wir dachten hier ist Internet.” Und schon ist wieder jemand anders Schuld. “Was können wir dafür, dass dort kein Internet ist. Sonst hätten wir auch keine 5 gemacht.”

“Ja, ich habe ein gutes Gefühl. Wir bestimmt eine heute Note.” Ich bin extra noch länger in der Schule geblieben, um zu erfahren, was Justin gemacht hat. Wir warten gemeinsam auf sein Ergebnis. “Ich musste gestern alles noch mal umstellen. Hat voll lange gedauert.” sagt er. Das klingt nicht gut. Die Prüfer kommen raus und teilen ihm mit, dass er eine 5 hat. “Der wußte wirklich gaaaar nichts und in der Prüfung klingelte auch noch sein Handy.

Eigentlich sollte ich mich weder wundern, noch ärgern. Genau die Schüler, die auch nicht die Noten für den Realschulprüfung bekommen (da braucht man nämlich auf dem Zeugnis doch noch die eine oder andere drei) genau die haben eine 5. Die hätten sich eigentlich gar nicht anmelden sollen. Da meine Klasse eine Horde Traumtänzer ist, die meinen, dass das schon alles irgendwie geht, auch wenn sie NICHTS tun, konnte man sie nicht davon abhalten, sich für die Prüfung anzumelden.

Die Leute mit den guten Zeugnisnoten, die haben auch alle gute Noten. Das muss ich jetzt mal zu meiner eigenen Ehrenrettung sagen. Eine eins gibt es sogar auch. Dann einige zweien, ein paar dreien und einige vieren. Auf die muss ich mich jetzt konzentrieren. Die werden morgen gelobt und mit denen muss ich jetzt arbeiten, damit sie einen guten Abschluss schaffen. Die anderen sollen zusehen, dass sie den erweiterten Hauptschulabschluss noch schaffen. Aber, wie ich meine Klasse kenne, werden die jetzt aufgeben und gar nichts mehr machen. Lsn (lohnt sich nicht) wird einsetzen. “Ich wiederhole sowieso, also brauche ich jetzt nichts mehr zu machen. Einen Hauptschulabschluss, pahhh ich doch nicht, ich mache nächstes Jahr alles besser.

Wie schaffe ich es, die davon abzuhalten, jetzt nur noch zu Dekozwecken im Unterricht rumzuhängen? Die Schwänzen ja sowieso schon wie bekloppt. Jetzt werden die nur noch kommen, wenn ihnen draußen zu kalt, oder zu langweilig ist. Hat jemand einen brauchbaren Tipp? Ich werde denen jetzt vorrechnen, was sie für einen guten Abschluss tun müssen.

Oh Mann, ich bin echt sauer. Morgen, wenn ich sie sehe, muss ich mich echt zusammenreißen. Ich möchte ihnen so gerne eine “Hab ich es euch nicht 1000 mal gesagt” Predigt halten. Aber sie werden ihr Scheitern nicht auf sich beziehen. Das waren “die scheiß Prüfer, das doofe Thema, das Wetter, die Raumluft, die Klimazonen” – alles – nur nicht sie selbst und ihre unglaubliche FAULHEIT.

Und das Schlimmste an der ganzen Sache – eigentlich denke ich es liegt an mir, denn wenn ich sie mehr unterstützt, gefordert und gefördert usw. hätte, dann…

Die erste Hürde ist genommen


“Wie kamen die Leute eigentlich ins Internet, als es noch keine Computer gab?”

So, Halbzeit. Zwei Drittel meiner Klasse hatte heute die erste Realschulprüfung. Ich saß auch in Prüfungen – aber natürlich nicht in denen meiner Klasse. Einige Schüler habe ich heute nach ihrer Prüfung gesehen, dann habe ich mit einigen Prüfern gesprochen und die fehlenden Informationen habe ich mir eben auf Baby-Facebook geholt. Es ist wirklich alles dabei. Alle Noten die es gibt. 1,2,3,4,5 und sogar eine 6.

Es gab Freude und es gab Tränen. Es gab wildes Ausgeflippe und schon eine Ankündigung, dass es am Freitag “Terror” geben wird. Gut, dass es jetzt erstmal vorbei ist. Also morgen, wenn die letzten Prüfungen dran sind. Keiner meiner Schüler hat das Angebot angenommen, seinen Vortrag mal in meinen Stunden zu halten. Keiner wollte mir seine Medien zeigen. Niemand hat mich gefragt, wie man dies oder das machen könnte. Immer: “Wird schon, kein Problem, easy, wir machen das schon…”

Und jetzt haben sie mal die Quittung dafür bekommen. Vielleicht reichen drei Tage “intensives” Arbeiten – was sich wahrscheinlich auf intensives “aus Wikipedia abschreiben und nichts verstehen” beschränkt, doch nicht. Bilal sagte mir heute morgen noch: “Frau Freitag, ich habe die ganze Nacht gelernt, glaube Sie mir?” Und ja, ich glaube ihm so was von. Wenn man sechs Wochen Zeit hatte und da nichts gemacht hat und gestern Abend noch Fußball guckt, sich noch stundenlang darüber bei Facebook auslässt und dann plötzlich merkt, dass man ja eine Prüfung hat, dann würde wohl jeder die ganze Nacht lernen.

In den Ferien gibt es kostenlose Nachhilfestunden – zur Vorbereitung auf die anderen Prüfungen. Ich bin gespannt, wer daran Interesse hat. Ich höre allerdings schon: “Brauch’ ich nicht. In den Ferien – niiiemals, kann ich alleine üben,…” Die Faulheit und der innere Schweinehund siegen leider immer noch viel zu häufig. Zwei Mädchen bekamen eine schlechte Note, weil sie zu viele Fehler auf ihren Plakaten hatten. Völlig unnötig so was. Aber was will man machen?

Und das Schärfste – erinnert ihr euch an die Schülerin meiner Klasse, die nicht zugelassen wurde, weil sie den Antrag auf die freiwillige Teilnahme an der Prüfung zu spät abgegeben hatte? Was war das für ein Theater. Letztendlich und nach langem hin und her ist sie nun doch zugelassen und sie darf die Prüfung sogar später als die anderen Schüler machen. Neulich sagt sie mir doch echt, dass sie das Schuljahr lieber noch mal wiederholen möchte, weil ihre Noten wahrscheinlich zu schlecht wären. Im Klartext: Ich habe jetzt keinen Bock mich noch ein wenig anzustrengen. Und dann sehe ich sie, wie sie fröhlich Tischtennis spielt – während der Mathestunde. Ich dachte mein Schwein pfeift.
“Das darf doch jetzt nicht wahr sein… erst machst du so einen Larry und heulst rum, dass du uuuuunbedingt an der Prüfung teilnehmen willst und jetzt darfst du und jetzt gehst du nicht mal zum Unterricht? Ich glaub’ ich spinne!!!”

Nun gut, konzentrieren wir uns auf die Schülerinnen, die gute Noten gemacht haben. Gratulieren und pflegen und hegen wir die. Drücken wir die Daumen für die, die morgen ihre Prüfung haben und hoffen wir vor allem, dass es nicht nur in meiner Klasse so viele schlechte Noten gegeben hat.