Einmal werden wir noch wach

So, jetzt kommen gleich die Topmodels und ich will noch was schreiben. Leider komme ich jetzt schon den dritten Tag hintereinander erst um 18 Uhr nach Hause. Sitzungen, Sitzungen, Sitzungen. Dann schnell was essen und noch schnell was vorbereiten, weil die Siebten mich heute völlig fassungslos machten, als sie mir auf die Frage, was denn noch mal das simple past sei, alle möglichen Antworten gaben – Zukunft, Steigerungen, Adjektive usw. Toll, morgen wieder zurück ins fünfte Schuljahr. „Wie bilde ich die einfache Vergangenheit?“ „Warum muss ich die unregelmäßigen Verben lernen und die regelmäßigen nicht…?“

Aber meine Klasse ist echt süß im Moment. Mittlerweile ist sie ja echt klein und hat nur noch nette Schüler. Im Gegensatz zu den Siebten sind die echt gechillt. Keiner rennt in der Klasse rum, niemand schreit den anderen an, es fallen keine Schimpfwörter, und alle sind freundlich miteinander und mit mir auch. Ist echt sehr gemütlich momentan. Viel zu gemütlich für Unterricht.

Aber diese Siebte – mein Sargnagel. Der eine bellt neuerdings. Ich schicke ihn raus, damit er sich beruhigt, hole ihn wieder rein, er macht wieder Geräusche, es ist unerträglich. Mein gesamtes Innenleben wallt sich auf. Stresshormone schießen durch meinen Körper. Seit einigen Tagen habe ich wieder das Augenzucken. Ich bin echt ferienreif. Ich kann nicht mehr. Noch 4 Stunden, dann sind Ferien. Und das ist auch gut so. Ich könnte nicht eine Minute länger arbeiten.

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Allgemein

28 Gedanken zu “Einmal werden wir noch wach

  1. Bin ich froh, dass ich im Moment keine Sieben habe…. ich kriege schon bei der Aufsicht immer nervöse Anfälle, wenn die um mich rum turnen. Aber mein Fuat (9. Kl. )bellt auch noch gelegentlich, das muss andere Gründe als das Alter haben….

  2. Mach aus der siebten eine neunte. Mach aus dem Bellen ein Grunzen. Mach aus dem Augenzucken eine Migräne. Noch vier Stunden, dann sind Ferien. Auch ich könnte nicht eine Minute länger arbeiten. Wie immer, es geht genau hin, und dann ist Schluss. Und dann lese ich endlich dein Buch.
    Liebste Grüße, und schööööne Ferien!

  3. Wie’s aussieht ist ihr untericht sehr cool haha . Ich würde auch gerne eine lehrerin haben die solche wörter wie „Gechillt“ benutzt … Die lehrer sind doch immer so stur haha

  4. „Aber diese Siebte – mein Sargnagel.“

    Bring doch mal ein paar Nägel mit und bei jeder fieseligen Aktion legst du einen auf den Tisch. So, dass die Schüler das sehen können. Und wenn jemand fragt, klärst du sie auf, dass das deine Sargnägel seien und sie der Grund dafür . 😀

  5. >>Der eine bellt neuerdings.<<

    Mein Großer bellt seit dem Umzug aufs Land auch den ganzen lieben Tag. Ich stopf ihm dann immer nen Ball in Mund, dann isses nimmer so laut, gebellt wird allerdings weiter. Nur is meiner ein Hund.. aber das is doch vielleicht trotzdem übertragbar?

    Im Süßwarenregal grosser Kaufhäuser findet man hin und wieder GobStoppers (oder "JawBreakers"), das sind bis zu Tennisball große Zuckerkugeln, an denen man stundenlang lutschen muss… Marktkauf hat die ganz grossen bei uns..

  6. Tja, manchmal muss man sich fragen, sind es nur schlechte Manieren oder vielleicht schon Tourette-Syndrom??

    Wünsche schöne, erholsame Ferien!!

  7. Ätsch, in Brandenburg geht es sogar noch Montag und Dienstag weiter. SCHAKKA, wir schaffen das.
    Uns allen schöne, erholsame Ferien.
    Für Nichtlehrer: Es dauert bei mir so 2 Tage bis ich nicht mehr über Schule nachdenke und fängt bereits am Donnerstag vor Ende der Ferien wieder so langsam an mit dem Gedankenmachen. Außerdem muss ich in den Ferien meine „Kränkelein“ auskurieren, denn für den Arzt hatte ich keine Zeit (und in den Ferien hat er auch Urlaub…)

    • Jetzt kommen mir aber gleich die Tränen! Wenn Du älter wirst, wirst Du schon merken, dass es immer länger dauert, bis Du nicht mehr an die Arbeit denkst. Ist in anderen Berufen genauso.

      > denn für den Arzt hatte ich keine Zeit

      Das glaubst Du ja wohl selber nicht.

      • Hm, warum nicht?
        Mir geht das wochenlang auch so. Außer für Notfälle, bei denen man dann eh krank geschrieben wird bringe ich keine Termine unter. Mein Zahnarzt sieht mich in den Osterferien fast täglich weil das sonst nie klappt.

  8. Ich hätte noch Rülpsen im Angebot oder excessives Stöhnen mit vorausgegangenem „Gegen-die-Stirn-Schlagen“.
    Durchhalten, meine Liebe, alles neu, macht der Mai.
    Bis dahin – schöne Ferien bzw. „unterrichtsfreie Zeit“.

  9. Bevor die Lehrer alle verreisen: Komme gerade vom GRAND PRIX an der Grundschule. So geil! Jede Schule sollt einmal im Jahr Grand Prix machen!!! Jede Klasse muss ein Lied vortragen und choreo machen. Genial!

  10. Aaargh. Da stockt mir als regulärer Arbeitnehmer mit einer 41 Stunden Woche (+jeden Tag halbe Stunde Pause=42/2 Stunden) und regelmäßigen Überstunden doch ein wenig der Atem. Da verlässt man jeden Tag vor 7:00 Uhr das Haus und kommt nur in Ausnahmefällen vor 18:00 Uhr nach Hause und liest dann so etwas.

    Bei allem Respekt vor Ihrem täglichem Schulwahnsinn empfinde ich die zetiliche Belastung von Lehrern doch mehr als human. Natürlich spricht auch ein wenig der Neid aus diesem übermüdet geschriebenen Kommentar und ist auch nicht gegen Sie persönlich gerichtet. Allerdings kam mir beim Lesen wieder die Erinnerung an zwei Ihrer Kollegen aus meiner eigenen Familie hoch. Beides Lehrer für Mathe und Religion. Und bei Beiden sind die Ferienzeiten auch wirklich Ferienzeiten: Nämlich nichts tun…

    Nur ein Vorschlag: Das Einrichten von Großraumbüros in Schulen und Zeiterfassung für Lehrer. Dazu ein regulärer Urlaubsanspruch von 29 Tagen. So wäre sicher gestellt, dass die Lehrkörper auch in den Ferien und nachmittags für das Bildungssystem arbeiten.

    Soweit wünsche ich schöne Osterferien und freue mich auf November. Da haben meine Herzallerliebste und ich auch mal ne ganze Woche am Stück frei.

    • Wie schon mal jemand schrieb, wenn der Lehrer aus der Schule raus ist, dann hat er noch lange nicht Feierabend. Im Gegensatz zu den normalen Berufen, schleppt der seine Arbeit 24 Stunden mit sich herum. Von einem Installateur, beispielsweise, bezweifele ich, daß der sich nach Feierabend noch Gedanken um den Heizungsanschluss von Krauses oder das tropfende Rohr von Müllers macht und entsprechende Behebungsstrategien ausarbeitet, so um Mitternacht herum. Und auch der VW – Arbeiter verläßt mit dem Arbeitsplatz die Arbeit. Es ist nicht alles so, wie es einem als Nichtlehrer scheint.

    • Werden Sie Lehrer, Chow.. es ist nie zu spät.

      Eingesperrt mit 30 pubertierenden, bellenden, grunzenden Teenagern vs. mein schnuckeliges 2m auf 2m Cubicle im Grossraumbüro der Firma mit den 2 Buchstaben damals.. Ich nehm das Cubicle, jederzeit 🙂

    • Das kommt auf den Lehrer an. Da gibt’s bestimmt welche, die seit 40 Jahren aus der Schublade das Vorbereitete von 1970 unterrichten. Ich springe mal für Frau Freitag, die ich persönlich nicht kenne, in die Bresche und behaupte, dass sie reichlich Stunden schiebt. Ich glaube, sie hat irgendwie nie Feierabend.

    • Mir stockt auch der Atem, ob der immer gleichen Vorurteile über die Arbeitszeiten von Lehrern. Klar, jeder war mal Schüler und hat Erfahrungen gemacht und jeder kennt sie, die schwarzen Schafe, die es ja in keinem anderen Beruf gibt.
      Ich kann es nicht mehr hören/lesen. Werdet doch alle Lehrer! Ist ja so beneidenswert der Job!

      Schöne Ferien, FrauFreitag!

    • So Feierabend 😉

      Wie schon gesagt mein Post bezog sich eher auf meinen eigenen Arbeitsfrust und auf Kollegen von Frau Freitag im eigenen Familien und Bekanntenkreis. Es gibt in jeder Branche schwarze Schafe und ich bin anscheinend von einer ganzen Herde umgeben.

      Umso schlimmer, dass der Ruf von Vorbildpädagogen (dass meine ich ernst) wie Frau Freitag und Frl. Krise von solchen Exemplaren geschädigt wird.

      Deshalb: Mein allergrößter Respekt vor Fr. Freitag und Frl. Krise und Ihrer täglichen Arbeit. Ich möchte fürwahr nicht tauschen wollen.

      @Fr. Freitag: Hand aufs Herz, haben Sie keine schwarzen Schafe im Kollegium, die Ihren Job noch zusätzlich erschweren? Die eben nicht dauernd neue Konzepte entwickeln, die eben 30 Jahre lang die selben Klausuren schreiben? Die in den Ferien Ihren A%$&/ nicht hoch bekommen?

      Hier noch eine Begebenheit von meinem Onkel. Der hat für seine Schüler ne uralte Klausur kopiert, die war sogar noch mit Schreibmaschine getippt (Religion). Auf meine Frage hin ob er es sich nicht zu einfach macht kam die lapidare Antwort: „Ich habe mein Studium vor 20 Jahren beendet, die Weltreligionen existieren seit Jahrtausenden. Was soll sich da in 20 Jahren wichtiges geändert haben. Ich benutze die Dinger seit dem ich an dieser Schule bin, die habe ich von einem anderen Kollegen geerbt“ Der Typ hat noch nichtmal nen Schreibtisch zuhause. Der Küchentisch reicht….

      Jetzt habe ich mich doch wieder aufgeregt 😉

    • Genau, Konferenzen, Eltern termine usw, Unterrichtsvorbereitung und Korrektur von Arbeiten, Weiterbildung usw. nur während der regulären Arbeitszeit. Arbeitsräume und Arbeitsmaterialen hat der Arbeitgeber zu stellen.

      Fragt sich nur, was dem Arbeitgeber, hier wohl das Land oder die Stadt, teurer kommt.

      Ich wäre aber trotzdem dafür.

      Im übrigen nehmen auch anderer Arbeitnehmer ihren Job mit nach Hause, einschliesslich Bereitschaftsdienst am Wochenende. Da stehen Lehrers nicht so einzig dar.

    • Also dieses wir-regulären-41-Stunden-mit-viel-zu-wenig-Urlaub-Arbeiter-Geplänkel von Chow bringt mich in Rage!
      Ich studiere Germanistik und Anglistik/Amerikanistik auf Lehramt und peile gerade mein Examen an. Das ist verdammt harte Arbeit auf hohem Niveau. Meine Eltern (beide Kategorie 41-Stunden-Woche, aufstehen um 5Uhr, nach Hause kommen um 18Uhr) arbeiten wirklich sehr hart, doch beide beteuern ständig, dass sie mich nicht mal um mein Studentendasein beneiden. Das würden sie nicht wollen, sagen sie immer, dieses viele Lesen von Fachliteratur, diese unzähligen Seminararbeiten und dann noch das Examen.
      Doch danach kommt erst die richtige Herausforderung! Nämlich das, was Frau Freitag täglich macht! Als Ex-Leistungssportlerin und frühere Trainerin weiß ich aber jetzt schon, wie es ist, mit Kindern zu arbeiten. Das ist weit mehr als so ein läppischer 41-Stunden-die-Woche-Job! Über die Kinder denkt man ständig nach. Darüber was aus ihnen wird, welche Chancen sie mal haben, welche Probleme sie haben, wie man ihnen helfen kann und ob man ihnen überhaupt helfen kann. Bei all diesen Gedanken hat man aber noch keine einzige Stunde vorbereitet, keinen Test korrigiert, kein Elterngespräch geführt und keine Lehrerkonferenz absolviert. Wenn man das alles in 41 Stunden pro Woche schaffen würde, wäre das eine übermenschliche Leistung.
      Jemand wie Chow sollte sich fragen, ob sein Neid auf die Ferien daher rührt, dass er hemmungslos unzufrieden mit seiner Beschäftigung ist oder doch eher daher, dass ihm hier aufgezeigt wird, wie irrelevant und gesellschaftlich wenig nutzbringend sein berufliches Dasein im Gegensatz zu der Leistung von Lehrkräften wie Frau Freitag ist.

      • @Kathi: Erst lesen, dann aufregen.

        Ich beschreibe hier nur meine persönlichen Erfahrungen mit der Lehrer-Zunft. Und ich möchte mein Töchterchen bei keinem dieser Exemplare im Unterricht wissen.

        Da ich selber Akdemiker bin könnten wir uns jetzt noch Anfangen über den Umfang von verschiedenen Studiengängen zu streiten 😉 Aber lassen wir das.

        Übrigens: Ich liebe meinen Job, sonst würde ich bei der Studenzahl mir schleunigst was neues suchen.
        Lustig finde ich Ihre Aussage zur Irrelevanz meines beruflichen Daseins. Außerdem gesellschaftlich wenig nutzbringend.

        Habe ich so noch nicht drüber philosophiert. Ich arbeite für eine Versicherung. Mein Hauptaufgabengebiet ist die Vefolgung von säumigen Schuldnern und meine Firma bei Insolvenzverfahren und Firmenliquidierungen zu vertreten.

        Somit hat meine Arbeit doch eine unschöne aber doch recht massive Relevanz für meine Schuldner. Nutzbringend für die Gesellschaft? Wohl eher für die Versicherungsgesellschaft 🙂

    • Hä? ‚Großraumbüros‘ haben wir doch.
      Das nennt sich Lehrerzimmer, keiner hat einen richtigen Arbeitsplatz, alles muss auf den tischen gestapelt werden – mein gegenüber kann ich nicht sehen, für etwa 40 Personen gibt es nur ein Telefon (von dem kann aber keine Händys anrufen, also macht man das mit dem Privathändy-unsere klientel hat meist nur händy,) Es gibt drei Computer, die Akten sind ein Stockwerk höher untergebracht, die Stühle u. Tische sind uralt, keine Garderobe, olles waschbecken mit kaltem Wasser….super Arbeitsbedingungen. Ich bin JEDEN Tag etwa 7-9 Stunden in der Schule, ohne Konferenzen und anderen Situngen. Und ich arbeite wirkl. im Lehrerzimmer, es ist aber voll laut und turbulent und Korrekturen o. feingeistigere Dinge kann man nur zu Hause machen. Ein ruhiges Telefonat mit Jugendamt oder so ist auch nicht möglich.
      Ich gehe trotzdem gerne zur Schule…….

  11. 5.klasse rufen die immer ‚hüüfen‘ und dann springen die aufeinader drauf, sogar wenn einer schon am boden liegt. ich weiß nich was das fürn wort ist. neue ‚jugendsprache‘ vielleicht. total beknackt.

  12. Ach du liebes bisschen … und ich dachte mein vorpubertäres Töchterlein wäre anstrengend^^
    Schon gewappnet für morgen?
    Ich bin ehrlich gesagt froh, dass wieder Schule ist 😉

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