Mehr Brutto vom Netto

„Aber soviel verdient man doch als Lehrer auch nicht, oder?“ fragt Abdul. Mein Gehalt weckt bei allen Schülern ein unheimliches Interesse. Und ich bin immer sofort dabei: „Also brutto und netto – den Unterschied kennst du, oder?“
„Brutto ist das was übrig bleibt, oder?“
„Genau umgekehrt. Also pass mal auf.“ Ich schreibe meinen Bruttolohn an die Tafel. Irgendwas mit 4500 Euro oder so.
„Echt???? So viel?“ Abdul ist überrascht. „Ist ja mehr als ich dachte. Aber Sie haben doch studiert. Da könnten Sie doch auch noch mehr verdienen.“ Ich wische gerade die Tische ab und bücke mich immer wieder, um irgendwelche Papierfetzen und Taschentücher vom Boden aufzuheben. Abdul latscht hinter mir her.
„Ja, klar. Es gibt viele Berufe, wo man mehr verdient.“
„In welchem Beruf verdient man eigentlich am meisten?“ fragt Bilal.
„Frau Merkel.“ sagt Esra.
„Nee Esra, ich glaube soviel verdient die gar nicht. Das ist weniger als man denkt. Aber natürlich mehr als ich. Ich denke mal der Chef von der Deutschen Bank verdient am besten“ vermute ich.
Abdul ist allerdings immer noch an meinem Werdegang interessiert: „Aber warum haben Sie dann nicht was anderes studiert. Irgendwas, wo man mehr Geld verdient.“
„Weisst du Abdul, Geld ist auch nicht alles. Der Beruf muss einem doch auch Spaß machen. Und mir macht der Lehrer halt Spaß.“
„Und Sie sind Beamtin“ stellt Abdul fest. „Nein, bin ich nicht. Ich bin Angestellte.“
„Was? Sie sind nicht Beamtin? Beamte darf man ja nicht beleidigen. Das ist dann Beamtenbeleidigung.“
„Jaja, mich darfst du beleidigen.“
Ich schließe die Tür ab und begebe mich Richtung Lehrerzimmer. Abdul neben mir. Herr Werner kommt aus einem Raum und schließt die Tür ab. „Guck mal Abdul, Herr Werner ist Beamter. Den kannst du beleidigen.“
„Ja, Herr Werner… das wäre dann Beamtenbeleidigung.“

So, jetzt gerade der Deutschlehrerfreund gekommen und erzählt, wie er heute mit allen Klassen Mr. Bean geguckt hat. Ich darf jetzt nicht unhöflich sein. War ich gestern schon. Also heute nur kurz. Tschüßßßßi.

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Allgemein

41 Gedanken zu “Mehr Brutto vom Netto

  1. „Ja, klar. Es gibt viele Berufe, wo man mehr verdient.“ —-
    Erzählen Sie Ihren Schülern aber bitte auch, dass es ebenso viele (wenn nicht noch mehr) Berufe gibt, in denen man viel weniger für deutlich mehr Arbeit verdient. Ich habe Abitur, arbeite 40 Stunden, habe Verantwortung und verdiene gerade mal 2300 Euro brutto. Und ja, Geld ist nicht alles, mir macht mein Beruf trotzdem Spaß!

    • dass es viele berufe gibt, wo man weniger verdient wissen die. „deutlich mehr arbeit“ – mehr arbeit als 40 stunden? ich arbeite übrigens auch 40 stunden. und – ist doch schön, dass dir dein beruf spaß macht. so soll es doch auch sein.

    • Geht mir ähnlich, mit abgeschlossenem Studium und unterm Strich noch ein bisschen weniger. Ich habe mir aber auch freiwillig ausgesucht, in einer leider sehr unterbezahlten Branche zu arbeiten.

    • …es gibt genügend Branchen (besonders im Kulturbereich) in denen promovierte Akademiker 1100 € BRUTTO verdienen! Und das eher mit einer 60 Stunden Woche und WE-Arbeit als einer 40 Stunden Woche! Frei nach: schlimmer geht immer…

      • Nein, gibts echt nicht.
        Aber im Gegensatz zu einer Beleidigung am Arbeitsplatz eines Angestellten hat der Behördenleiter bei einer Beleidigung des Beamten in der Behörde ein eigenen Antragsrecht. Neben dem Beamten versteht sich.

        Außerdem wird es bei Beamten (also im Dienst) seltener von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Von wegen Respekt vor dem Staat und dem Amt.

  2. Sie sollten Ihren Schülern aber auch erzählen, was übrig bleibt, dann würden Sie wirklich Mitleid erregen: (Steuerlich) alleinstehend, Kirchenmitglied in Brandenburg (Stimmt’s?) = 2.554 € netto.

  3. Liebe Frau Freitag,
    ich will nicht streiten, jeder sucht sich seinen Job schließlich selbst aus, aber ich komme aus einer Lehrerfamilie. Die komplette Sippe, alles Lehrer. Und daher kenne ich die Interna und weiß, Ihre 40 Stunden sind mit „normalen“ 40 Stunden und 24 Tagen Urlaub nicht ansatzweise vergleichbar …
    Meine Mutter ist gerade gepflegt mit 55 Jahren in die Rente gegangen, ab da müssen andere Menschen z. B. noch 12 Jahre weiter auf dem Bau schuften.

    • Liebe Tina, bin selber keine Lehrerin, habe aber an der Uni auch Lehrverpflichtungen gehabt, und bin jetzt seit 12 Jahren in wechselnden, „normalen“ Akademikerjobs tätig. Außerdem habe ich ebenfalls Lehrer in der Familie. Ich habe also gewissermaßen einen Vergleich, und muss Dich auf 2 Dinge hinweisen: a) die Zeiten haben sich geändert, seit Deine Mutter Lehrerin wurde, und b) Unterrichten ist anstrengend.

      „Normale“ 40 Stunden sind im Grunde ein Kindergeburtstag gegen das Unterrichten. Ich kann z.B. aufs Klo wann ich will, ich kann was essen, wenn ich Hunger habe, und ich kann auch mal nen halben Tag unkonzentriert sein oder mal ne halbe Stunde beim Kaffeetrinken verbummeln. All das kann ein Lehrer nicht. Und obwohl es natürlich auch häufig mal stressigere Zeiten gibt, wo man bis in die Puppen im Büro sitzt und mittags bloß schnell was runterwürgt, hat man es idR doch selber in der Hand, diese Streßphasen nicht ausufern zu lassen.

      Und zeig mir doch mal die Heerscharen von Leuten, die mit 67 noch auf dem Bau arbeiten. Warst Du in letzter Zeit mal auf ner Baustelle?

      Lehrer sein ist heutzutage alles mögliche, aber sicher kein Job, in dem man keinen Streß hat … an Gymnasiumschulle vielleicht, das kann ich nicht beurteilen; aber an Haupt- und Gesamtschulen ganz bestimmt nicht.

      • Liebe Tibia,
        mein Mann ist Bauleiter und muss auch am Wochenende arbeiten. Daher begleite ich ihn ca. alle 4 Wochen – damit wir überhaupt mal ein WE gemeinsam haben – auf diverse Baustellen/Großbaustellen in HH und Umgebung. Ich kenne also den Altersdurchschnitt von Bauarbeitern. Und wann warst du das letzte Mal auf einer Baustelle?
        Im übrigen wird auf vielen Baustellen auch an Feiertagen gearbeitet, da der Großteil der Bauarbeiter muslimisch ist und diese unsere Feiertage nicht kennen. Da muss dann die Minderheit der dt. Bauarbeiter auch mit ran! Und ich nehme meine Arbeit auch jeden Tag mit nach Hause, nämlich in psychischer Form: Hast du auch richtig kalkuliert? Was ist, wenn du einen Fehler übersehen hast, dann gehen die 100.000 Flyer falsch in den Druck usw. Und bummeln kann ich auf Arbeit auch nicht, mein Chef sitzt mir direkt gegenüber und meckert schon, wenn ich mal 10min zu lange auf der Toilette war …

      • Ich hab ne Baustelle auf Arbeit … da ist keiner über 50. Ich halte es weiterhin für ein Gerücht, dass eine signifikante Anzahl Bauarbeiter bis 67 arbeiten. Das durchschnittliche Pensionsalter in D liegt bei 61, wobei Männer im Schnitt früher in Pension gehen als Frauen … weil sie sich das aufgrund ihrer Erwerbsbiographie einfach leisten können! Ich nehme mal an, dass das auch mit ein Grund dafür ist, warum Deine Mutter „gepflegt“ mit 55 in Rente gehen kann.
        Ich will ja jetzt nicht lästern, aber etwas verantwortungsvollere Jobs bringen es nun mal mit sich, dass man auch mal die Arbeit „psychisch“ mit nach Hause nimmt. Lehrer ist sicherlich auch nicht der stressigste Job auf der Welt, aber ich wage zu behaupten, dass der typische 40h-Bürojob *im Schnitt* deutlich weniger stressig ist. Ich hab jahrelang unterrichtet, und zwar nur Studenten, die was lernen wollten, und keine pubertierenden Kinder. Selbst in den größten Stressphasen, die ich bisher in meinem Job hatte, habe ich mir nie ein Lehrerdasein gewünscht.

    • Wie in vielen Berufen sollte man aber die Menschen auch hier nicht alle über einen Kamm scheren. Meine Mutter ist ebenfalls Lehrerin und nach den „normalen“ 40h arbeitet sie noch zu Hause an der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, kommt also auch auf eine höhere Stundenanzahl. Ich bezweifle auch, dass sie bereits mit 55 Jahren in den Ruhestand gehen wird.
      Und den Vergleich mit dem Bau finde ich auch nicht ganz passend. Jemand, die als Sekretärin arbeitet, geht vielleicht auch viel „gepflegter“ in die Rente als ein Bauarbeiter. Die Berufe sind in ihrer körperlichen Ausführung so unterschiedlich, dass Sie auch Äpfel mit Birnen vergleichen könnten.

    • 40 Lehrer-Stunden sind (vielleicht) körperlich weniger anstrengend als 40 Stunden auf dem Bau. Aber sie sind sowohl körperlich als auch psychisch weit anstrengender als 40 Versichertenkauffrau-Stunden, die ich immer mal wieder im Kundencenter meiner Krankenkasse bestaunen darf.
      In welchem Bundesland kann man denn als Lehrer gepflegt mit 55 in den Ruhestand gehen, ohne auf beträchtliche Teile seiner Altersversorgung zu verzichten? Da geh ich später mal hin!

    • Dafür kann man in vielen anderen Berufen die Tür hinter sich zumachen und den Rest des Tages an etwas anderes denken. Lustigerweise geht das beim Lehrerdasein irgendiwe nicht, wie ich das so schön beobachten durfte.

    • Ich komme auch aus einer Lehrerfamilie und mit 55 ist dort niemand in Rente gegangen, erst recht nicht gepflegt Im Übrigen schiele ich auch öfters mal neidisch auf das Lehrergehalt, soviel muss ich zugeben, aber wenn ich nach Hause gehe, dann war es das und ich muss mich weder mit Korrekturen noch mit Elternanrufen herumschlagen. Oder an der Wursttheke meine Notenvergabe rechtfertigen (keine Erfindung).

  4. @Tina: selbst schuld?!
    Du hättest ja auch Lehrerin werden können.
    Wolltest du offenbar nicht.
    Ich hab auch schon gehört: „So, wie du arbeitest, möchte ich Urlaub haben!“
    Ich meine, gut, wer auf Action-Urlaub steht… ich biete tieffliegende Möbel jeglicher Größe, Treten, Spucken, um sich schlagen, was immer du willst. Nebenher dann noch den Rest der Klasse im Zaum halten.
    Ich glaube, da hat man sich um 13.10 Uhr durchaus den „Feierabend“ verdient, der dann ja so entspannende Sachen beinhaltet wie Unterricht vorbereiten, Elterngespräche führen, Konferenzen, Gutachten schreiben.
    Ich will auch nicht streiten, aber ich weiß auch, dass viele, die nur einen Tag mit unseren Schülern verbringen würden, danach vermutlich schreiend im Kreis rennen würden.
    Fr. Freitag, Frl. Krise, ich und all die anderen Lehrer tun das aber nicht, sondern gehen am nächsten Tag wieder hin… und das noch gerne!
    Ich will kein Mitleid oder sonst was, denn ich hab es mir selbst ausgesucht, und es mag sein, dass deine Eltern es so gut hatten, wenig Arbeit und eine frühe Rente zu haben. Aber das trifft deshalb nicht bei allen zu. Jeder sucht sich seinen Job aus. Du dir deinen, ich mir meinen. Mit allen Vor- und Nachteilen. Aber ich kann echt nicht hören, wenn immer alle minen, das sei ein lauer Job.
    Vielleicht sollte man echt mal Abenteuer-Urlaub in der Schule für Nicht-Lehrer anbieten….

  5. Eselsbrücke, die Ihren Schülern bestimmt Spaß macht: Brutto ist bekleidet, Netto dagegen nackt – Wetten, dass die das so schnell nicht wieder verwechseln…?
    Danke für die netten Episoden – ich glaub‘, ich würde durchdrehen !

  6. So weit ich mal gehört habe, rechnet man pro unterrichtsstunde x 2 Stunden vor- und nachbereitung. Also ein Vollzeit-lehrer, von dem man glaubt, der hats gut, 4500 und 26 x 45min unterricht, haha. Das sind locker 52 stunden in der Woche (je nach fach), dazu konferenzen, eltern anrufen und die seelische Belastung, die soziale Berufe immer mit sich bringen. Meiner Meinung nach sollten Lehrer mehr bekommen, damit nicht nur die „Überzeugungstäter“ ein wenig entspannter den unterricht schmeißen, sondern auch die „verzweifelten“ die auf LA studiert haben, weil ihnen nichts besseres eingefallen ist. Wahlweise auch einfach weniger Stunden. statt 26 UE nur 18. Dann käme man mit allem drum und dran tatsächlich mal auf ne 40 stunden woche.

    • Es gibt auch den Biologie/Sport-Lehrer, dessen Vorbereitungszeit sich ziemlich in Grenzen hält (ich denke an ein spezielles Exemplar aus meiner Schulzeit, der aber gar nicht schlecht als Lehrer war). Fremdsprachen hangeln sich von der 5. bis zur 10. Klasse eher am Buch entlang, dafür haben die sehr viele Korrekturen.

      Die Spanisch-Lehrerin, die mir im Gespräch sagte, sie hätte noch nie eine Reihe zweimal gemacht, sollte sich mal überlegen, warum sie ihre Arbeitszeit so verschwendet.

      Bei Lehrern ist es noch ein wenig so wie in meinem geisteswissenschaftlichen Studium: Wenn ich so arbeite wie es gedacht ist und mich gut vorbereite, dann komme ich aus dem Arbeiten nicht mehr heraus. Möglich ist aber auch, die Arbeit so weit zu reduzieren, daß die Anforderungen gerade bewältigt werden und nur für Prüfungen richtig gelernt wird. Die Belohnung für den Unterschied liegt bei einem selbst. War vor 20 Jahren so, wie es jetzt im Bachelor ist, das weiß nicht. Es hört sich zumindest anders an.

      Und ansonsten ist es auch bei Lehrern wie bei allen anderen Arbeiten, bei denen man selbständig was schaffen muß: Wer gut organisiert ist, schafft die gleiche Arbeit in kürzerer Zeit und ist obendrein zufriedener.

      Die Bezahlung der verbeamteten Lehrer war zumindest vor zehn Jahren in Europa führend, aber die Referendare und vor allem befristet eingestellten Lehrer haben in den letzten Jahren wohl herbe Verluste einstecken müssen.

      LG Dieter, der gerne mit einer Lehrerin verheiratet ist, aber froh ist, kein Lehrer zu sein.

  7. Da frag ich mich gerade, warum denn die Tina nicht auch Lehrer geworden ist, wenn sie doch all unsere Vorzüge so genau von ihrer Sippe kennt!!!! Soooo viele Ferien, schon mittags zu Hause und dann noch nicht mal richtig schreiben können…wen wundert da noch PISA. Uns gehts einfach nur zu gut.
    Trotzdem sieht es schlecht mit dem Nachwuchs aus, WARUM??????

    • > Uns gehts einfach nur zu gut.

      Genau, fand ich schon als Schüler. Lehrers haben nachmittags frei, – Frl. Krise: kurz mal wegschauen – statt zu unterrichten, lassen sie putzen und am letzten Schultag kommen sie mit dem Campingwagen zur Schule.

      Und als die Junglehrer an unserer Schule mal für bessere Bezahlung demonstrierten, haben sich alle Schüler halbtot gelacht.

      Und warum ist dann kaum einer von Lehrer geworden ?

      Antwort: Den ganzen Tag mit Kindern und Jugendlichen zusammen sein, ist einfach zu hart.

  8. Ich komme auch aus einem Lehrerhaushalt und wollte es nur deshalb nicht werden, weil so vorhersehbar gewesen wäre. Dafür versuche ich jetzt noch auf den letzten Drücker, es zu werden, beginnend mit der süßen kleinen Fernausbildung beim Goethe-Institut, um Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten. Habe größten Spaß, mir den Unterricht auszudenken.

    NOCH mehr Geld sollten Lehrer aber nicht bekommen, finde ich, weil sie ja im internationalen Vergleich, nehme ich an, auf Platz 1 stehen. Also sollten sie auch dankbar sein!

    Und wem sein Job keinen Spaß macht, der soll doch bitte den Mut aufbringen was anderes zu machen. Das kann ich den Leuten echt nur ans Herz legen und wünschen. Es ist sowieso das, was von der „modernen Erwerbsbiographie“ erwartet wird. Keiner macht mehr einen Job ein Leben lang. Warum auch? Also bitte MUT zur Freude!!!!

    • Also, damit ich als Gymnasiallehrer mal 4.500 brutto in Österreich verdiene, muss ich mal 55 Jahre alt werden, vorher geht da nichts. Wir fangen mit rd. 1500 netto an, nach einem rd.12-semestrigen Studium, das ist lächerlich wenig und kein Anreiz für gute Leute.

    • > Ist hart, ok, und trotzdem schööööön.

      Nun ja, ich möchte jedenfalls nicht Lehrer sein und Schüler schon gar nicht. Die, die während des Unterrichts lesen oder schlafen, haben mein vollstes Verständnis.

  9. Das Schöne am Vergleich ist, dass man ihn frei nach Laune so gestalten kann, dass das Rechte herauskommt.
    Verglichen mit dem Einkommen eines polnischen Spargelstechers bin ich als Studienrat ein kleiner König, verglichen mit dem Einkommen von Herrn Ackermann dürfte mein Lebenseinkommen weniger wert als das, was bei dem in der Garage steht.

    So kann jeder glücklich werden, weil er den Vergleich nur so gestalten muss, dass sich Hochmut oder Neid, je nach Belieben, einstellen können.

    Prost!

  10. Na immerhin haben die ganzen Lehrer hier immer noch genug Zeit, Muße und Lust einen Blog zu führen, ihre Blogs jeden Tag mit langen Einträgen zu füllen und andere Blogeinträge zu kommentieren …

    • Ebenso wie eine gestresste Flyer-Kauffrauen, die ihre Wochenenden auf dem Bau verbringt und abends nach all dem Stress ihrer verantwortungsvollen Arbeit noch die Kraft findet, sowohl die umfangreichen Blogs als auch die dazugehörigen Beiträge zu kommentieren.

      Im Übrigen sollten Sie sich mal darüber Gedanken machen, ob das Gehalt eines Lehrers der Ausbildung nicht angemessen ist. Da Ihre gesamte ‚Sippe‘ ja aus Lehrern besteht und sie sämtliche ‚Interna‘ kennen, ist Ihnen sicherlich auch bewusst, dass so ein lockeres Lehrertum fünf Jahre Studium (und das ist die Regelstudienzeit) und zwei Jahre Referendariat beinhalten. Eine siebenjährige Hochschulausbildung mit zwei Staatsexamen sollte ja auch entsprechend entlohnt werden. Scheinbar stellt sich die Gehaltsfrage bei Juristen und Medizinern nie.

      Abschließend möchte ich zu bedenken geben, dass Sie in jedem Berufszweig Menschen finden werden, die ihre Arbeit schlecht machen, sich drücken, öfter mal krank feiern oder sich einen lauen Lenz machen. Die finden Sie im Lehrerzimmer genauso wie auf dem Bau, auf der Bank, im Krankenhaus, im Supermarkt, in der Kanzlei und ganz sicher auch in Ihrem Büro. Die Arbeitswelt wird eben nicht nur von Höchstleistern bevölkert. Doch im Gegensatz zu den von mir aufgeführten Berufen diverser Branchen werden nur die Lehrer auf die Nichtsschaffer unter ihnen reduziert. Aber es gibt auch andere. Leistungsträger. Glauben Sie mir.

    • Ja, das ist natürlich ein starkes Stück! Da erlaubt sich so eine Lehrerin doch tatsächlich, ein Hobby zu haben. Unglaublich. Der Lehrerjob ist ein Ponyhofaufenthalt, der Beweis wäre erbracht. Tztztz.

  11. Warum lassen sich Lehrer eigentlich immer sofort auf eine Rechtfertigungsdiskussion für ihr Gehalt und ihre Arbeitszeit ein? Das ist doch bitte sinnlos. Wer weiß, wieviel Lehrer arbeiten, muss nicht überzeugt werden. Wer davon überzeugt ist, dass Lehrer nichtstuende Schmarotzer sind, die alle mit 55 Jahren in Pension gehen, hält alle, die etwas anderes behaupten, für nichtstuende Schmarotzer, die noch dazu lügen.
    Ja, wir kriegen gut bezahlt. Ja, wir arbeiten eine Menge. Ja, wir haben eine großzügige Ferienregelung, bei Kritik bitte an die zuständigen Ministerien wenden.
    Jegliche emotionale und geistige Energie, die man in die Diskussion steckt, ist von LEhrerseite her verschwendet, die stecken wir besser in individualisierte Förderung oder Unterrichtsplanung.

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