Die Lehrerin – ZDF Spielfilm

Uahhhhhhh, ich komm gar nicht mehr klar. Die Lehrerin – ZDF – gerade vorbei. Was für Menschen machen denn solche Filme??? Sind die denn noch nie in eine oder zur Schule gegangen???? Hat jemand diesen Film eben gesehen?
Die Lehrerin, die sich in der Schule Hausschuhe anzieht, weil das friedlicher sei, als mit Straßenschuhen???? Und wir reden hier nicht von Grundschule. Das sollte eine Realschule sein, nicht, wie sonst immer, ein Gymnasium. In allen anderen Filme, wo Schulen vorkommen, handelt es sich ja immer um Gymnasien. Hausschuhe… und dann sprechen die Schüler ihre Lehrerin mit „Katja“ an!!!! So ein Schwaaaaachhhhhhsinnnnnn!!!!! Und wie crazy diese Katja war.. spielt einfach mit den Kindern Tischtennis und baut Morsegeräte und hat ’nen albernen Redeball und einen schiefen Stuhlkreis. Und sie wohnt so verrückt und trinkt Alkohol und kennt sich mit Drogen aus und macht noch im Koma lustige Grimassen und sie kommt aus ’nem Heim und ist einfach sooo gaaaanz anders als die anderen Spießerlehrerinnen und der eine Rentner im Kollegium.
Bin ich froh, dass Meret Becker keine Lehrerin geworden ist. Unerträglich wäre das mit der im Lehrerzimmer. Und auch diese andere Weinerliche mit dem schiefen Mund, die zwar schon wie eine leicht gestresste Studienrätin aussah, aber dann eigentlich doch wieder wie eine Lehrerin. Und wo hatten die denn diese bekloppten Schüler her? Mit diesen Tocotronic-drüberkämm-Frisuren und das Opferkind schön dick und bei Kik eingekleidet. Und diese tolle Katjalehrerin schmeißt sich vor ihren Mobbenden Schüler, um ihn zu retten…. hahahahaha liebes ZDF – was für ein Schwaaaaachsinn!
Und liebe Requisite – die Schülerklos… mit den Schmierereien an den Wänden – da wart ihr bestimmt besonders stolz drauf… die waren aber leider sowas von fake. Sorry, aber warum geht ihr nicht einfach mal in eine normale Schule rein und guckt euch um. Oder fragt mal Lehrer und Lehrerinnen, wie die so sind. So wie sie bei euch nämlich dargestellt werden nämlich nicht. Ich jedenfalls kenne keine Heiligen – wie diese Katja und auch ihre heulende Freundin… sehr unrealistisch. Und die ganze Story… und am Ende geht sie in eine Klinik am Meer und hat den Psychologen für eine Woche dabei – privat versichert oder was?
Nee, nee, nee, wenn das alles ist, was ihr könnt, da guck ich jetzt lieber das Dschungelcamp. Wenigstens ist da der Regen echt.

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Allgemein

109 Gedanken zu “Die Lehrerin – ZDF Spielfilm

  1. Schon der Trailer schafft es, mir die Irrealität dieses Films vor die Augen zu führen. Er wirkt so zwanghaft realistisch, dass er schon wieder unrealistisch ist

  2. Und der ZU GROSSE Lehrerparkplatz. Und alle Schüler haben sofort ein Blatt und einen Stift zur Hand. Und Kohle und Papier im Klassenzimmer, können ja auch super malen. Und alle sprechen problemlos Deutsch. Und sind höchstens zwanzig in einer Klasse. Und pflanzen Blumen. Und lassen die anderen immer ausreden.
    Aber schön war doch, dass eine Lanze für die Raucherlehrerzimmer gebrochen wurde. DA wird nämlich noch über Gefühle gesprochen.

  3. Die Schüler waren doch noch viel schlimmer als die Lehrerinnen – ‚Schreibt was Nettes über die Person auf eurem Zettel‘ – und alle schreiben was Nettes, nichts à la „Marc, du hast den längsten“ und „Jessica, deine Möpse sind voll heiß“ – sorry, aber wir hätten das gemacht…an ’ner Gymnasiumschule

    • Wir haben das auch gemacht und es kamen nur schöne Dinge bei raus! Man muss ja nicht immer gleich von allen Schülern im Klischee denken!

  4. Also echt, gerade fertig gekugt, was für ein unrealistischer Schwachsinnfilm. Hausschuhe, Schüler in der 8. OHNE Zahnspange, Lehrer mit Vornamen anreden, anstandslos gezeichnete Selbstportraits, Vanillekipferl…häääääääää?! Spätestens morgen früh – back to reality.

  5. Ich hab trotzdem geheult, als ich ihn zum ersten Mal gesehen habe! Ich hätte auch gerne Hausschuhe für den Unterricht und eine Lehrerfreundin, die mich anbetet! Schiefmund hin oder her! Und jetzt gucke ich Rocco beim Hungern zu.

  6. Vielleicht wird der Film international auch über Satellit zu sehen sein, dann kann ich mir den Film auch anschauen.
    Nachdem was bereits weltweit in den Schulen passiert ist, finde ich das Thema ohnehin heikel.

    Dass der Film nun so schlecht ausfällt, hätte ich nun doch nicht erwartet. Der Trailer ist in der Tat nicht berauschend.

    Oh weh.

    ~Anja

  7. Die Stiefelpantoffeln mit den Herzen drauf sind doch klasse! Weiß hier wer, wo man die kaufen kann? Ich will nur noch in so Dingern unterrichten!

  8. Ich musste abbrachen als sich alle auf dem Schulhof plötzlich in den Dreck gesetzt haben und ein schlichtendes Kreisgespräch geführt haben. Uff, ich bekomme immer Gänsehaut, wenn ich so was überzogenes sehe, wie eine Spinnenphobie.
    Ich hoffe meine Eltern haben das nicht schon wieder gesehen. Seit am Samstag ein Film lief, in dem eine Lehrerin „totgehetzt“ wurde, haben sie reale Angst um ihre arme Lehrerintochter. Und jetzt noch Rumballern und Janis Joplin, das ist zu viel für die!

    • Meine Oma hat heute beim Geburtstagskaffeekränzchen auch gemeint: „Hast du denn da keine Angst? Was machst du halbe Portion denn, wenn dich ein Schüler angreift?!“ Und wieso? Weil sies bei der Kalwass gesehen hat.

      Obwohl… würde ich in Hausschlappen unterrichten und mich mit Vornamen anreden lassen, wer weiß. Vielleicht hält man mich für das neue Mobbingopfer der Klasse und nicht mehr für die Lehrkraft. Aber dann können wir uns ja auch eine Runde in den Dreck setzen und mal die Fronten klären.

  9. Ich konnte den ja nicht mal komplett angucken! So was furchtbares! Und dieses schwangere Mädchen war doch erst 9 oder so!!? Aber Hauptsache zwei lila Strähnen im Haar! So sehen die Teenie-Mütter heute aus! Und natürlich ist sie immer voll für ihre Schüler da und sie treffen sich auf einem Stein an einem Brunnen um zu reden! blablabla….*kotz*. Und wenn man diese wahnsinnig begabte Schauspielerin mal analysiert findet man kommunikationstechnisch und körpersprachlich so ungefähr jeden Fehler, den man laut Lehrbuch machen kann! Dann doch lieber „School of Rock“!

  10. Ich fand den Film super und kein Stück unrealistisch! Bis auf die Kloschmierereien, die waren albern. Aber sonst: Höchsten Respekt vor Meret! Bei uns an der Schule ist es gar nicht so viel anders (Gym/Hessen).

    • Yep, Du hast sooo recht! Ich habe wohl noch nie eine brauchbare Darstellung eines Wissenschaftlers im Fernsehen gesehen. Die bekommen das weder fachlich korrekt hin, noch geht es ohne total absurde Persönlichkeit. OK, ein paar Abgedrehte Typen gibt es und einige von denen sind sogar promoviert bzw. habilitiert, aber deren Macken sind klein und unauffällig. Nicht die Psychos, die man in Filmen findet.
      Ganz schrecklich finde ich vor allem das Bild, was den Menschen damit so vorgeführt wird. Wissenschaftler sind alles Irre, Fachidioten, Sozialversager, elitegeil, arrogant, hyperintelligent oder total unfähige Schwätzer. Und dann wundert man sich, dass Menschen diesen Berufsstand immer so mißtrauisch beäugen. Und sonderbare Forderungen haben. Da wollen die mal eben eine „ambulante“ Analyse haben, weil man das im Fernsehen ja auch macht. Da kommt der rein, die nehmen Blut ab und stecken das in einen Apparat, Knöppsche drigge, fettisch! Ja, sie haben eine ganz seltene Bluterkrankung, aber wir können sie retten, wenn wir in 23,54 Minuten eine bestimmte Chemikalien spritzen. Wenn man denen erzählt, dass das 1. nur mit Termin geht und 2. etwa zwei Wochen dauert, sind die ärgerlich. Im Fernsehen geht das doch auch schneller….

      Sobald eine bestimmte Gruppe im Fernsehen dargestellt wird, kann man sich sicher sein, dass dieser Archetyp aus dem weiten rechten oder linken Rand der Gaussverteilung kommt und nicht die Regel ist. Das gilt für Hauptdarsteller wie auch für Nebendarsteller und Komparsen. Außer wenn es sich um Fernsehen selbst handelt, dann greift man auf etwas zurück, von dem man Ahnung hat. Ansonsten fragt man nicht mal nach, sondern verwurstet einfach sein Bild im Kopf.

      • sehr schön!!! und ja, ich kann mir gut vorstellen, dass die darstellung von wissenschaftlern noch weniger der realität entspricht. obwohl – bei dexter – da ist schon wie in echt, oder?

      • Naja… Ich kenne nen Haufen Physiker… und nunja…. nen bisschen seltsam sind die schon. also nicht alle. aber so 80%….. also… kennst du „The Big Bang Theory“? Naja, ich kenne die praktisch alle Hauptcharaktere. Ausser Penny.

    • Das ist der Punkt!
      Jegliche Darstellung von „Realitäten“ in Filmen und Fernsehspielen, Krimis, Thrillern usw. ist unrealistisch, übertrieben und bestenfalls idealisiert, meistens aber klischee ge- bzw. -überladen.
      Wenn Fernsehnormalverbraucher die Realität sehen will, geht er ggf. vor die Tür oder schaut Dokumentationen.
      Es handelt sich beim „Tatort“ wie auch bei allen anderen Unterhaltungssendungen um genau das: Unterhaltung.
      Nicht mehr und nicht weniger.

  11. In meiner POS-Zeit gabs auch nur Schulen mit Hausschuhen. Und ich hab gehört, dass es tatsächlich noch Schulen gibt, in denen das so ist. Und es gibt immer mal Lehrer, die nicht so zerknittert drauf sind, mit denen man wirklich Blödsinn anstellen kann. Wirklich.

  12. Einfach nur zum Fremdschämen ist der Film. Zwei Sachen fand ich allerdings nicht schlecht: Die Frau (Anna Loos) sah wirklich richtig fertig aus, auch schon vor dem Amoklauf. Das fand ich realistisch. Außerdem die Szenen am Krankenbett, wie sich Anna Loos mit Meret unterhalten hat. Ich fand das haben beide gut gespielt. Ansonten kam die Freundschaft aber nicht überzeugend rüber, das Lachen, z.B. in der wanne war unecht und albern. Also Klassen, bei denen Alle deutsch als Muttersprache haben, gibt es bei mir auch. Trotzdem würden die das mit dem Morsegerät nie mitmachen und das Trampeln auf dem Parkplatz auch nicht und mit dem Sprechball kämen die sich auch saublöde vor. Sowas geht auch glaub ich nur in Seminargruppen innerhalb des Refs:). Mal eben ein Selbstporträt zeichnen, wärend ich aus der Klasse gehe und eigentlich mit Bio angefangen habe würden zu 100% alle verweigern, außer es ändert die schon feststehende Zeugnisnote noch einmal. Die Portäts waren auch alle von Erwachsenen mit künstlerischer Ader gezeichnet. Ich denke die Realität ist einfach an allen Ecken und Enden zu hart für die da draußen. Ich vermute es wurde eine Realschule gewählt, weil es kein Gymnasium sein sollte (Elite) aber die Hauptschule denn doch zu krass wäre, da würden andere Probleme das Hauptproblem verwässern. Gibt es denn überhaupt realistisch dargestellte Schulen im Film? Die Welle ja wohl auch nicht!?

    • und vor allem wurde der Junge, der amok gelaufen ist auch später kaum noch erwähnt. nur, dass man ihn gemobbt hat, und dass er genervt hat. und die frage von dem kik – schüler : würde Sie sich auch vor mich stellen – sowas würde ein schüler nieeee fragen.

      • Wenn man mich fragt, ob ich mich im Zweifelsfall vor einen meiner Schüler stellen würde, kann ich da nur offen und ehrlich mit „nein“ antworten. Umgekehrt würde ich das schließlich auch nicht erwarten.

        Mal abgesehen davon, großkalibrige Waffe mit Stahlmantelmunition auf kurze Distanz? Die geht ohnehin durch zwei bis drei Leute durch…

      • Es ging ja auch nicht um den Jungen sondern wie die Kinder wieder zurückfinden .. und die Andrea wieder zurück ins Leben findet..

  13. Eine Schülerin hat in einer Klasse von etwa 20 Schülern einen Weinkrampf. Sie erklärt deutlich und in gut verständlichen Sätzen ihren Zustand. Die Mitschüler hören betroffen zu. Einige Mädchen gesellen sich zu der Weinenden. Sie trösten schweigend oder sprechen nur wenige, leise und klare Sätze. Im Schülerumfeld herrscht weiter tiefes Schweigen. Einer spricht einen lauten und deutlichen Kommentar. Darauf wieder Schweigen. Die Lehrerin spricht klare, menschliche, gut verstehbare Sätze zur Situation. Die Schüler saugen die Worte in sich auf – sie haben die Botschaft gut verstanden, da keinerlei Geräuschpegel um sie ist. In die tiefe Stille hinein spricht der Diplompsychologe mit ernstem Gesicht goldene Worte: Schüler, die zur Theatralik neigen, muss man entfernen, sonst haben Sie die ganze Klasse am Weinen. –

    Schööööön! Da wäre ich auch gerne Lehrerin.
    Einmal durften die Schüler kreischen: als Reaktion auf den Amoklauf.- Ein ähnliches Gekreisch ist in vielen Schulen Normalzustand – auch ohne Amokläufer.

  14. Ich kann dazu nur sagen:
    Auf der Realschule hatten wir Holger! Das war unser Lehrer in Politik/VWL/Geschichte.
    Der kam mit hochmodernen Birkenstocklaschen in den Unterricht. War ein super sympathischer Lehrer und einer von den beiden einzigen Lehrern, vor denen ich bis heute Respekt habe. (Und das obwohl ich auch schon des öfteren mit ihm n Bierchen gehoben habe…)

    Ich hab den Film nicht gesehen. Aber: Es gibt definitiv auch nette, sympathische Lehrer 😉 Vielleicht solltest du ja mal dein Denken überdenken?

      • Tud mir leid. Ich wollte nur drauf aus, dass du in deinem Blog schreibst, ein Film sei unrealistisch, weil Lehrer dort mit Latschen in den Unterricht kommen und von den Kindern mit Vornamen angesprochen werden.
        Und diese Aussage wollte ich korrigieren, beziehungsweise meine Sichtweise erleutern.

  15. Ich lese Sie gerne. Sie sind echt. Ihre Schüler, Eltern, Sorgen, Nöte, Schule und Kollegen kenne ich auch. Sie heißen bei mir nur anders…. 🙂

  16. Schade, dass bei einem so intensiven und wichtigen Thema noch dermaßen viele Nebenschauplätze eröffnet werden. Ich habe mir den Film,nach dieser Diskussion hier, gerade angesehen. In der Tat gibt es solche und solche Kollegen. Genau wie Schüler. Ja, man kann einen super Zugang zu seinen Schülern haben. Warum auch nicht. Aber es bleibt doch immer die Beziehung „Lehrer-Schüler-Schüler-Lehrer“. Interessant, welche Rolle die Hausschuhe hier erhalten.:-) Wer meint, diese für sein spezielles Wohlbefinden zu brauchen, kann doch welche anziehen. Was mich wirklich ärgert, ist das absolut verschrobene Bild, welches von Lehrern und Schule gezeichnet wurde. Was für emotional, fachlich, methodisch und pädagogisch verarmte Würstchen wir doch sein müssen… Es wurden so dermaßen viele Fehler im Verhalten der Kollegen und der Schulleitung als „so ist es im echten Leben“gezeigt, dass mir schlecht wurde. Und ganz nebenbei: In welchem Bundesland darf in öffentlichen Gebäuden geraucht -geschweige denn, in einer Schule wieder ein Raucherlehrerzimmer eingerichtet werden? Schickt uns lieber alle mit persönlichem Therapeuten für ein paar Wochen an die See. Dann können wir vielleicht auch ohne Kippe und Aug in Aug mit einander reden…;-)

  17. Es ist einfach so, dass die Menschen das wirkliche Leben nicht sehen wollen. Da muss die Type schon ungewöhnlich sein. Ich gebe dir recht. Keine Lehrerin wird sich jemals so verhalten. Ich war selber Lehrer und habe mich zum Beispiel immer strikt dagegen gewehrt, dass meine Schüler mich mit du anreden. Das steht auch so in irgendeiner Lehrerordnung drinnen.

    • Ich arbeite ja im zweiten Bildungsweg und da ist das gegenseitige Duzen durchaus möglich und wird von einigen Kolleginnen und Kollegen auch praktiziert. Ich mag das nicht so gerne – ich rede meine Schüler genau so an, wie sie mich anreden: mit „Herr/Frau Nachname“.

      Für einige Schüler anfang 20 ist das zuerst etwas ungewohnt, da sie im schulischen Kontext noch nie so angeredet worden sind, und manche wollen gerne auf den Vornamen bestehen – aber ich bin da eisern. 🙂 Ich habe aber gute Erfahrungen damit gemacht, ein herzliches, offenes und vertrautes Verhältnis ist trotzdem möglich.

      • Ich fand das in der Kollegstufe schon seltsam, gesiezt zu werden, und krieg das auch bei Kollegen noch nicht recht hin (als Referendar fühlt man sich irgendwie nicht als „richtiger“ Kollege), wenn ich sie duzen soll.

        Dennoch würde ich mich von Teenagern in den Irren und Wirren der rebellischen Pubertät nie duzen lassen.

  18. Ich fand den Film stellenweise unangenehm kitschig, aber insgesamt nicht schlecht. Der Fokus liegt ja nicht auf der Darstellung eines realistischen Schulalltags, sondern auf der Darstellung der titelgebenden Lehrerin(nen) und wie die mit dem Ereignis zurecht kommt – und das macht der Film, finde ich, ganz gut. Dass in der realen Welt die wenigsten Lehrer in Hausschuhen unterrichten und sich mit Vornamen anreden lassen, dass Parkplätze mal eben zum Schulgarten werden – das ist eine schöne bunte Filmrealität. Wenn ich mir einen Film ansehe nehme ich solche fiktionalen Elemente aber doch einfach als gegeben hin, ich erwarte ja auch nicht von nem Tatort, dass da alles stimmt.

  19. Diese seltsame Meinung hier, dies und jenes würde ein Lehrer niiiieee tun. Also wir hatten tatsächlich an der Realschule sogar mehrere Lehrer die Latschen und Pantoffel getragen haben. Aber hier fixieren sich einige auf ziemliche nebensächliche, ja unwichtige Erzähldetails des Films. Guten Nacht, Deutschland.

  20. Sorry, aber warum geht ihr nicht einfach mal in eine normale Schule rein und guckt euch um. Oder fragt mal Lehrer und Lehrerinnen, wie die so sind.

    Recherche? Für einen ZDF-Abendfilm? Wissen Sie, was sowas kostet? Außerdem kann man dann gar nicht die ganzen schönen Klischees verwenden …
    Was erwarten Sie denn als nächstes? Ehrlichkeit bei den Nachrichten? Talkshows, die nicht nur der eitlen Selbstdarstellung dienen?

    Okay, genug des Zynismus …
    Was ich mich bei dem Trailer (und da es in den Kommentaren bisher nicht erwähnt wurde) frage: Es gibt ernsthaft Schulen, in denen Lehrer einfach so mal eben auf dem Weg zum Unterricht die Klassen tauschen können?
    Und die haben dann auch praktischerweise gleich die passenden Materialien dabei (und nicht noch auf dem Platz im Lehrerzimmer liegen)?

    • Wie wahr, wie wahr. Würde ich sowieso nicht machen, die Verwirrung am Anfang würde mir schon wieder 5 Minuten Unterricht stehlen. „Hä, Frau B., wieso haben wir jetzt Sie?“ und Unmengen an Folgefragen.

  21. Liebe Frau Freitag,

    wer freiwillig Dschungelcamp schaut, sollte sich besser auch keine Krimis, keine Komödien und keine anderen fiktionalen Filme ansehen.

    Dschungelcamp – da finden Sie die „Realität“, die Sie in dem Film so vermissen! *örks*

  22. Liebe Frau Freitag, nun muss ich mich doch outen. Gerade wegen seiner absoluten Realitätsferne hat mir der Film gut gefallen. Ich meine, was will man denn mehr? Allein die Vorstellung mit meiner allerallerallerbesten Freundin, die mich immer und bei allem unterstützt, in ein Kollegium von schlecht gezeichneten und faden Charakteren zu gehen, finde ich unheimlich berauschend. Stellen Sie sich das doch mal vor: Keine Diskussionen über den ewig kaputten Kopierer, keine über Schüler schimpfende Kollegin, kein Debattieren, wer den Kaffee leer gemacht hat, kein Kann-ich-dich-mal-kurz-sprechen oder Hast- du-schon-gehört-was-deine-Klasse-wieder-gemacht-hat.
    Ich meine, da wäre nur ich. Mein Lehrerzimmer. Hach… So schön. Und vor allem überhaupt ein Lehrerzimmer, da kann es ja auch schon dran scheitern. Außerdem fand ich den Psychologen toll, das Meer, das Sinnieren. Wenn jemand die Nummer von dem Mann hat, muss er mir sie unbedingt zukommen lassen. Ich gehe dann nämlich auch mal ein bisschen darüber nachdenken.
    Stuhlkreise, Hausschuhe, Vornamen…nun, darüber hätten die Autoren vielleicht nachdenken sollen. Aber wie soll man sowas auch wissen? Die werden ja nicht gerade bei uns geklopft haben und sich mal umgesehen. Einen Redeball zu nutzen ist außerdem irgendwie süß. Bei uns werden höchstens Schlüsselbünde geworfen, und das ist dann eher weniger, um die Schüler zum Reden zu bringen.
    Das mit den Vornamen war doof, okay. Vor allem, weil es ja nur bei Katja so war. Das aber ist dann auch der Grund, warum ich mich nicht drüber aufregen konnte. Ich meine, beim besten Willen: Man muss schon sehr verzweifelt sein die supertolle Beziehung einer Lehrerin zu ihrer Klasse nicht nur nicht im Subtext darstellen zu können, sond
    ern auch noch zum Mittel des Duzens zu greifen. Die Hausschuhe wiederum sind mir persönlich nicht deshalb ein Dorn im Auge, weil es unrealistisch ist, wenn ich mich da umsehe, können ein paar der Kleidungsstücke aus dem Kollegium einzig und allein aus diesem Grund gewählt worden sein. Aber ich liebe es zu sehr, wenn die Schüler mich wegen der hohen Schuhe schon von weitem hören und lieber schon mal ins Klassenzimmer huschen.
    Dass kein Schüler seine Lehrerin fragen würde, ob sie sich vor ihn wirft, sehe ich auch so. Anderseits rief mich eine Kollegin an und fragte nur: „Würdest du?“, womit klar war, dass sie den gleichen Film sah. Die Fragestellung finde ich interessant, einfach, weil ich nicht glaube, dass man sich selbst gut genug kennt um zu wissen, wie man sich in so einem Moment tatsächlich verhalten würde. Die eigene Maxime mag es sein, doch danach zu handeln in einer solchen Situation ist dann dennoch etwas ganz anderes.
    So, und jetzt geht es mal unauffällig raus auf den Balkon. Bei uns ist das Rauchen nämlich erstaunlicher Weise nicht im Schulgebäude erlaubt. Aber vielleicht ändert sich das ja, wenn ich das Fernsehteam mal einlade um ein bisschen Schul-Realität anzuschauen. 😉

    • Liebe Shannon, schön, dass du wieder da bist. Und ehrlich gesagt habe ich mich das doch auch gleich gefragt, ob ich mich vor die schüler schmeißen würde. Klare Antwort: Nicht vor jeden!

      • Danke, ich freue mich auch wieder zurück zu sein. Was das Vor-die-Schüler-Werfen angeht, hatten wir letzten Sommer einen solchen Fall. :/
        Auf Studienfahrt ist ein Wagen aus einer Einfahrt geschossen, der Kollege reagierte total geistesgegenwärtig und sprang vor die Schülerin. Zwar bremste der Fahrer noch schnell genug, dass nichts Schlimmeres passierte, dennoch blieb der Kollege nicht unbeschadet. Und ich hatte meinen Schock weg, aber richtig.

      • oh gott, klingt ja schrecklich, gute besserung an die kollegin bzw. hoffentlich geht es ihr wieder gut.

  23. Was für Leute diese Filme machen?

    Deren Weltbild ist durch Klischees geprägt. Sie halten sich nicht gern an den Realitäten. Diese sind ihnen womöglich zu komplex, und das selbst, wenn es sich um Banalitäten und Alltäglichem handelt. Es sind Leute, die mit ihrer minderen Begabung, ihrem Opportunismus und ihrer seichten Weltsicht nichts anderes zulassen, als Oberflächlichkeit und Illusionen zu schaffen. Dabei möchte ich denen an dieser Stelle noch nicht einmal Boshaftigkeit und Niedertracht unterstellen, obwohl es noch weit mehr zum Thema Fernsehen und Fernsehmacher zu sagen gäbe.

    @Rudi
    Es ist einfach so, dass die Menschen das wirkliche Leben nicht sehen wollen.

    Wer sind die Menschen? Gehöre ich etwa nicht dazu?
    Weshalb sind dann Filme wie „Der Name der Rose“ oder „Das Boot“ über Jahrzehnte so erfolgreich? Weshalb sind Dokumentationen oder „Talk- Shows“ so gefragt? Wobei ich hier nicht über die Qualität der Sendungen schreiben will, die nichts mit dem eigentlichen Interesse der Zuschauer an diesen Sendungen zu tun hat.
    Fernsehen verbreitet mehr oder weniger gut gemachte Illusionen.
    Nur ist es eine Tatsache, dass die meisten Konsumenten nicht (mehr) dazu in der Lage sind, Fiktion und Wirklichkeit zu trennen. Die Fernsehwelt – man hat es schließlich mit den „eigenen Augen“ gesehen – ersetzt die eigene Wahrnehmung.
    War es Spielberg, der vor 30 Jahren behauptete, dass bis in die 70iger hinein die Kinobesucher wußten, dass Fernsehen sich an den Realitäten orientiert, aber niemals die Realität abgibt? Dieses Bewußtsein hat sich verändert. Heute – so Spielberg? – glauben die Leute, Fernsehen sei die Realität.
    Diese Meinung teile ich. Die Konsequenz daraus ist, dass die (meisten) Fernsehmacher verantwortungslose Zeitgenossen sind.

    Und Werner Braun lästerte schon seinerzeit: „King Kong hat es wirklich gegeben. Millionen konnten sich im Kino davon überzeugen.“

    Passend zum Thema:

    http://luzifer-lux.blogspot.com/2012/01/eine-doku-die-jeder-geschaut-haben

  24. Auf die Gefahr hin, gleich niedergemacht zu werden…ich habe keinen Grund mich hier als Advocatus Diaboli hervortun zu wollen, und so sehr ich die meisten Eigenproduktionen der Öffentlich-Rechtlichen, ihre seht-her-ich-bin-der-neue-Jesus-Schauspieler á la Ferres/Furtwängler verachte, oder ihre kitschigen, klischee-überlasteten Scripts – besonders dann, wenn sie sich in irgendeinem Milieu abspielen über das längst alles gesagt worden ist – oder die eintönigen Dialoge, der mit viel Mühe konstruierte aber letztendlich genauso tumbe Smalltalk – so sehr ich all dies furchtbar finde – ich habe diesen Film nichtmal gesehen; aber ich kann die Kritikpunkte in ihrem Text allesamt nachvollziehen.

    Übrigens bin ich auch dieser Sorte von „jungen, dynamischen“, auf flippig und hip machenden Lehrern, die nichts in der Birne haben und versuchen sich bei den Schülern anzubiedern, ziemlich abgeneigt

    Dennoch gibt es einige Sätze in denen ich die Situation aus meiner eigenen Schulzeit wiedererkannt habe, nur dass sie eine völlig andere Konsequenzen hatte.

    Wir hatten einen Klassenkameraden der angeblich hochbegabt ist, in der fünften Klasse saß ich eine zeitlang neben ihm. Er hat ständig mit dem ganzen Körper gewackelt oder irgendwelche Dinge genuschelt und er kam damit natürlich den meisten ziemlich seltsam vor. Im Grunde war er aber vollkommen harmlos. Später, irgendwann so in der achten Klasse (als wir so in die Pubertät kamen) ging es irgendwann mit dem Mobbing los. Jeder hatte inzwischen ein eigenes Handy (außer mir, weil mein Vater Lehrer an der gleichen Schule war machte das keinen Sinn). Zwei oder drei Leute machten ihm regelmäßig seinen Ranzen auf, oder beschimpften ihn als Freak u.ä. . Einmal hatte die ganze Klasse beschlossen, den Musikunterricht zu schwänzen und zu behaupten, er wäre auf dem Vertretungsplan vermerkt (natürlich völliger Unsinn, weil sowas nachprüfbar ist); er war dagegen, vielleicht weil er es irgendwie cool fand, ein Rebell zu sein. Ich auch, weil mein Vater ja Lehrer war und weil ich praktisch jeden Lehrer der Schule etwas besser kannte, als die anderen (ich wurde aber deswegen nie bevorzugt…eher umgekehrt – wenn ich Mist baute, gingen die Lehrer als erstes zu meinem Vater). Ich war einfach in diesem Zwiespalt, weil ich die Klasse nicht verraten wollte (hinterher hat mein Vater gesagt, ich wär mal besser mitgegangen…).

    Um es kurz zu machen, das war irgendwie der Wendepunkt und wir wurden von da an beide ab und zu gehänselt, aber ich glaube ihm Nachhinein dass es uns beide doch auf sehr unterschiedliche Art geprägt hat. Es war nicht so dass wir keine Freunde hatten, die uns geholfen haben, aber das half nicht viel. Er wurde einmal richtig verprügelt; sein Arm wurde gebrochen und irgendein Depp hat das ganze noch mit nem Camcoder (!!!) gefilmt. Dann kam der Direktor zu uns in die Klasse und wir mussten an einer dieser ersten Gewaltpräventions-Sitzungen teilnehmen.
    Abundzu wurde etwas gestichelt, ob wir vielleicht einen Amoklauf planen (der Amoklauf von Erfurt war zur der Zeit noch in aller Munde und es war offenbar in Mode, sich darüber möglichst häufig zu echauffieren).

    Wir mussten genau das machen, was in ihrem Text steht und uns in einem Stuhlkreis Dinge ausdenken, die wir an den anderen gut finden. Ich persönlich hatte keine Probleme damit weil ich mich mit den meisten in meiner Klasse gut verstanden habe. Aber ein Mädchen (dass ich im Übrigen auch sehr mochte und das später eins der besten Abis hatte) schrieb auf das Blatt meines besten Freundes (nicht das Mobbing-Opfer!) dass ihr „gar nichts“ an ihm gefalle. Was ich damit sagen will, ist dass es diese im Film gezeigten Methoden durchaus gibt, aber dieser Hang zur Überregulierung unsere Klasse irgendwie mehr entzweit haben, als das Mobbing selbst es jemals vermocht hätte.
    Unsere Lehrerin hat sich genauso verhalten wie sie es beschreiben, nur war das eher kontraproduktiv. Ich will versuchen, das vorsichtig zu formulieren um mich nicht der Diskriminierung schuldig zu machen, aber ich glaube, fast jeder männliche Lehrer (und nur zwei oder drei weibliche von denen die ich kenne) hätte das sehr viel diskreter und besser gemacht.

    Tja, als es bei mir angefangen hat, habe ich’s kurzerhand gemeldet (ich habe mich danach öft wie eine Petze gefühlt, aber verhauen wollte ich ihn nicht – wegen meinen Eltern, die zu der Zeit genug andere Sorgen hatten). Meine Nervensäge konnte sich über ein „mangelhaft“ in Verhalten freuen und hat danach die Schule gewechselt, weil er noch Ärger wegen der Sache mit dem gebrochenen Arm hatte. Kein Stuhlkreis, nichts. Mit 17 wurde bei mir eine Colitis diagnostiziert und ich und habe mich von da an von den andern ziemlich abgegrenzt, nicht weil ich ein introvertierter Misanthrop oder dergleichen bin, oder weil das Mobbing dies aus mir gemacht hat. Ich glaube, da haben meine Klassenkameraden viel reininterpretiert weil ich nie drüber gesprochen habe, aber gemobbt wurde nicht mehr seit ich 14 war.

    Ich bin keineswegs der Meinung dass man das Thema Gewalt an Schulen vernachlässigen sollte, aber vielleicht sollte man den Schülern etwas mehr Vernunft und Eigenverantwortung zutrauen und nicht so behandeln als wäre jeder, der nicht an so einer Stuhlkreisaktion teilnehmen will, eine Gefahr für die Allgemeinheit.

    Übrigens, bin auch von BILDblog hierhin geleitet worden. Ihr Musikgeschmack ist meinem recht ähnlich (das mit den Smiths war ne tolle Idee! Die werden leider nie im Radio gespielt…für den Artikel hier passt Psycho Killer von den Talking Heads hervorragend) 🙂

  25. -nachtrag –

    um es auf den punkt zu bringen, ich denke dass der Film von der Handlung her (zumindest von dem was ich mir aus Ihrem netten Artikel zusammenreimen kann) für mich persönlich SEHR realitätsnah ist – mit wenigen Änderungen könnte es von mir stammen. Aber das heißt nicht, dass diese Verfahrensweisen, die ich nunmal erlebt habe, es sind – und ich würde ganz anders mit ihnen ins Gericht gehen, als der beschriebene FIlm dies tut.

      • also, äh, es gibt tatsächlich Lehrer die das Wort „engagiert“ missverstehen und sich so verhalten wie im Film, und offenbar glauben, dass eine Klasse nur dann funktioniert wenn man eine Gruppentherapie daraus macht.

        So gesehen ist das Dargestellte wie gesagt nicht übertrieben.

        Aber ob das wirklich dabei hilft, einen Amoklauf zu verhindern/aufzuarbeiten und der Klassengemeinschaft dienlich ist … da ist der Film komplett verlogen, meiner Erfahrung nach.

  26. Ich hab den Trailer nach zwei Dritteln abgebrochen, wie habt ihr alle nur den ganzen Film ausgehalten?
    Wenn ich nur den Trailer saehe, ohne Kontext, wuerde ich vermuten es handele sich um einen von Schuelern produzierten Film…

    Was ich eigentlich sagen wollte: What the FUCK?

  27. Realitätsnah? Sicherlich nicht! Solche Lehrer/innen stammen vielleicht von Waldorfschulen mit ihrer sonderbaren Kuschelpädagogik aber

    1.) würden Schüler und Schülerinnen keinesfalls auf sowas anspringen, auch nicht nach einem derart tragischen Ereignis wie einem Amoklauf
    2.) ist solch eine Haltung genau die falsche denn sie ermuntert nur die Augen vor der Realität zu verschließen, anstelle darauf eingegangen wird wieso der Junge dies tat und wie es dazu kam wird er als Bösewicht abgestempelt und von dessem Tun die armen armen Gutmenschen-Schüler nun verhätschelt werden müssen.
    3.) sind keinerlei Schüler heutzutage mehr so solidarisch und miteinander verschworen wie es dort gezeigt wird, das ist da draußen heute ein Überlebenskampf jeder gegen jeder was ja auch von der Gesellschaft eingeimpft und gefördert wird – deshalb entstehen auch Amokläufer.
    4.) kennt doch heutzutage keiner von jungen Leuten mehr Janis Joplin.

  28. Also soweit ist das nicht hergeholt. Die von dir kritisierten Dinge gibt es tatsächlich an deutschen Schulen. Allerdings nicht an der Realschule sondern an- wie ich aus eigener Erfahrung weiß- Waldorfschulen. (OK außer bei kik eingekleidete „Opferkinder“ und diese Tocotronic-Drüberkämm-Frisuren sind, glaub ich auch schon wieder aus der Mode) und wenn man sich drauf einlässt, sind Redebälle auch nicht albern und ach ja was solls.

  29. @Rufus Wallenstein

    Ich vermute mal der Kommentar richtet sich an mich (wenn ich falsch liege macht das die Argumente ja nicht weniger valide), da ich ihn als teilweise realitätsnah bezeichnet habe.

    Ich behaupte nicht dass der Film gut ist oder zeigt woran sich jeder Lehrer ein Beispiel nehmen soll. Es kommt mir eher so vor als ob es genau solche Lehrer gibt, die sich für dieses „Idealbild“ aus „Die Lehrerin“ halten und nicht verstehen können, wenn Schüler sich hin und wieder nicht vertragen – und dann genau solche Methoden anwenden, die aber mehr schaden als nützen, weil es keiner ernst nimmt und Situationen wie die geschilderte entstehen.
    Natürlich ist das alles Kleinkram wenn man’s so liest, aber aus der Perspektive des Schülers – vielleicht ist der traumatisiert und denkt permanent daran, wie sauer alle auf ihn sind weil sie diese Gruppentherapie wegen ihm machen müssen (allerdings weiß ich dass er’s zu was gebracht hat – er ist ganz jung in eine derzeit ziemlich unbeliebte Partei eingetreten 😉 )? Wenn die anderen gar nichts davon mitbekommen haben, sind sie vollkommen zurecht sauer, dass sie jetzt an so etwas teilnehmen müssen.
    Das war keine Waldorfschule sondern ein altsprachliches Gymnasium. Und ich will es nicht verurteilen. Es fallen mir ein Haufen gute Lehrer für jeden schlechten ein und es wäre unfair, die ganze Schule deswegen runterzumachen. Kaum war besagte Lehrerin weg, hat unsere Klasse wieder funktioniert, ohne Mobbing.

    also:

    1) Ich gebe Ihnen da absolut Recht. Schüler springen nicht darauf an. Aber einige Lehrer sind da anderer Meinung, und meiner Erfahrung nach macht’s alles nur noch schlimmer. (siehe oben)
    Das ist vielleicht etwas unglücklich formuliert…es gibt tatsächlich Lehrer, die sich auf Kosten der Klasse als „Streitschlichter“ hervortun.

    2) Stimme Ihnen auch hier zu. Würde der Film die Lehrerin als eine geltungssüchtige Schnepfe, die Klasse als ihr Opfer darstellen, wäre das ganze akzeptabel für mich.

    3) dem widerspreche ich. ich glaube das mit der Verschworenheit hat dank facebook und co höchstens zugenommen.
    Was Amokläufer angeht – auch da wage ich zu widersprechen, da das keineswegs ein neues Phänomen ist, aber präsenter in den Medien.
    http://en.wikipedia.org/wiki/School_shooting

    4) ich bin 20 und kenne Joplin seit ich 9 oder so bin, war aber nie besonders großer Fan von ihr. (wie aus meinem ersten post hervorgeht, mag ich aber The Smiths/Talking Heads und einen Haufen anderer Sachen). Dank dem Internet haben wir sehr viele Möglichkeiten, einen Musikgeschmack auszubilden. Der einzige Grund der speziell gegen Janis Joplin spricht, ist, dass die meisten Kinder unserer Generation Eltern hat, die jetzt 40-50 sind und selbst eher mit Musik ab den 70er vertraut ist.

  30. Zu den Ausrufezeichen gefällt mir da die Aussage meiner ehemaligen Englischlehrerin fast besser (auch wenn Pratchett natürlich großartig ist):
    „You’re allowed two exclamation marks. Per life.“

  31. Liebe Frau Freitag,

    danke für Ihren Beitrag. Ich hatte schon Angst, mit meinem Gefühl völlig falsch zu liegen…
    Zum Gesprächsball: Funktioniert, bloß der Geräuschpegel der anderen, die im Kreis stehen, ist sehr hoch!
    Und etwas total nebensächliches: Die Brille des Psychologen! Und ich weiß auch nicht, ob sich dieser Berufsstand realistisch dargestellt fühlte…Da habe ich so meine Zweifel.

    Vielen Dank übrigens für Ihren schönen Blog. Ich bin zu Hause mit einer bescheuerten Krankheit und hoffe, dass ich mal wieder in die Schule komme. Ich hoffe, dass ich gesund werde. Für die Psyche helfen ihr Blog und der von Frl. Krise sehr. So, das musste auch mal gesagt werden!

    • Danke 🙂
      ach und der Psychologe…erst dachte ich ahhh jetzt kommt der kommisar ins lehrerzimmer und dann sagt er aber: hallo ich bin der psychologe, hahahaha.

  32. Ich fand nur diesen Satz noch unrealistischer als diese Schüler-Zombies-mit-erwachsener-Reife-und-akademischem-Wortschatz:
    „Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mal bei mir hospitieren würden!“ Habe ich in meinem Referendariat nie gehört. Kann ich nach meinem 2. Staatsexamen aber auch verstehen. Da ist man echt traumatisiert und allergisch auf Erwachsene, die hinten drin sitzen und jede Bewegung kritisieren…

    Ein toller Film über die Schule ist übrigens „Jonas“. Den kann ich sehr empfehlen, denn der zeigt schonungslos und mit Humor unseren schönen Beruf.

  33. „Höchste Fernsehkunst“, ja sicher – vielleicht im Vergleich mit Frauentausch. Aber Achtklässler die textsicher Janis-Joplin-Songs singen? Ich sollte mal unsere sechzehnjährige Azubi fragen, wer Janis Joplin war, da würde ich nur ein großes Fragezeichen zurückbekommen.

    Nee, das ist großer Unsinn fern von der Realität.

  34. Es gibt wirklich Schulen, in denen auch die Schüler gezwungen werden, Hausschuhe zu tragen. In Bayern… Mein Bruder geht dort auf eine HAUPTschule und die Lehrer dort haben tatsächlich nichts Besseres zu tun, als Tadel an diejenigen zu verteilen, die es wagen, den Klassenraum in Straßenschuhen zu betreten (!).

  35. Ich hab mich gezwungen, zumindest bis zum eigentlichen Amoklauf durchzuhalten. Eigentlich war bei mir schon bei den ersten Noten von Janis Joplin Schluss. Das war so schlecht, dass es nur weh getan hat. Wenn man schon versucht, Janis Joplin zu vermitteln, dann doch sicher nicht _so_. Da macht man sich als Lehrer doch nur zur Lachnummer.
    Bei „ich muss zu Kaaaatjaaaa!“ hab ich’s dann wirklich nicht mehr ausgehalten und abgeschaltet. Ich kann mit meinem Abend auch Sinnvolleres anfangen.

    Jetzt weiss ich wieder, warum ich keinen Fernseher habe.

  36. Es ist schon interessant, wie sich einige KommentatorInnen hier sich eine Meinung ausschließlich über Hörensagen (oder vielleicht lesenschreiben?) bzw. bezgl. eines Trailers eine Meinung über einen Film machen können, den sie demnach also nicht gesehen haben.
    Die Realität sieht wahrlich anders aus, nur bilden fiktionale Fernsehfilme eben nicht die Realität ab, sondern versuchen nur einen Teil dessen darzustellen (im wahren Sinne des Wortes).
    Die Motivation des Filmes zielt nicht auf eine realitätsgetreue ‚Dokumentation‘ eines oder des Schulalltags (OT: selbst Dokus sind Filme, die redaktionell er- und bearbeitet sind und somit auch nur einen Teil der aus Sicht des Dokumentierenden wahrgenommenen Realität abbilden können, denn nichts anderes ist die Realität – ein subjektiv wahrgenommener Teil unserer Umwelt), sondern die Darstellung des (fiktionalen) Charakters der Frau Leibnitz und ihren Umgang mit der Situation (zzgl. Nebenstränge).
    Darüber hinaus: wer hat schon Erfahrungen mit einem Amoklauf gemacht und weiß, wie sie und er sich anschließend, geschweige denn in der Situation selbst verhalten würde (sollte jemand davon betroffen sein, dann bitte ich um Entschuldigung, wenn ich dieser Person hiermit zu Nahe trete; dieses ist nicht meine Absicht).
    Wenn ich hier lese, dass jemand schreibt (sinngemäß), sie oder er würde sich nicht vor jeden schmeißen, finde ich dieses fatal, denn in einer Notsituation gilt es grundsätzlich zu helfen – egal, wie sympathisch mir jemand ist. Ich selber weiß nicht, wie ich reagieren würde und ich maße mir auch kein Urteil darüber an, denn ich weiß es wirklich nicht und ich hoffe, dass ich in einer solchen Situation richtig und angemessen (was auch immer dieses dann heißen und bedeuten mag) handeln kann.
    Zurück zum Film: Ich fand ihn gut und bewegend (als Film und eben nicht als Doku oder realistische Darstellung des Schulalltages). Er hat ein gutes Drehbuch, das gut umgesetzt wurde und mit Anna Loos hervorragend in der Hauptrolle besetzt ist; auch szenisch wurde mitunter sehr geschickt gearbeitet (z,B. die Hausschuhe/-stiefel im Unterricht, die eben als Stilmittel genutzt wurden => Aufhänger für einen Rückblick – Beginn der Freundschaft zwischen Liebnitz und Schäfer – und Ausblick am Ende des Films oder aber auch die Zwiegespräche im Krankenhaus, in denen der Charakter Katja Schäfer sich aufrichtet und mit dem Charakter Liebnitz spricht).
    Es wurde grundsätzlich viel mit Kameraeinstellungen und Stilmitteln gearbeitet und da bleibt es nicht aus, gewisse Dinge wie Schulalltag, Klassenzusammensetzung (kleine Klassen und alle sprechen deutsch) oder Gruppendynamik (als Beispiel, da mal angesprochen,Trampeln im Schulgarten) zu harmonisieren und auch zu idealisieren (würde mich sehr wundern, wenn dieses an einer Schule wie dargestellt funktionieren würde).
    Schließlich möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ein solcher (Fernseh-)Film eine Länge von ca. 90 Minuten hat – also zwei Schulstunden. Man möge mir LehrerInnen nennen, die in der Lage sind, innerhalb von 90 Minuten ihren kompletten Schulalltag ausführlich, vollständig und mit allen Einzelheiten filmisch darzustellen, ohne dass es Kritik hagelt und so, dass einhellig die Meinung geäußert wird: Ja, genau so ist es!
    Wer das kann, darf sich meinetwegen sofort ohne Debatte und Jury sämtliche deutsche Filmpreise in der Rubrik ‚Dokumentation‘ abholen.
    Eine niveaulose Anmerkung sei mir abschließend noch gestattet – nein, zwei möchte ich mir erlauben:
    1. Wer nach wenigen Minuten des Schauens des ZDF-Filmes auf RTL schaltet, um sich das Dschungelcamp anzuschauen, hat sich in meinen Augen selbst disqualifiziert.
    2. Wer in Blogs und Kommentaren mit einem Schreibstil à la „aaaa“ und „hhhhh“ und „uhuhuh“ und „hahahaha“ und „?????“ und „!!!!!“ usw. ihre oder seine Argumentation zu untermauern versucht, der oder dem ist auch nicht mehr zu helfen.
    Darüber hinaus kenne ich einige Lehrerinnen und Lehrer, die mit mir übereinstimmend sagen: Das war ein guter, eindringlicher und bewegender Film – nicht mehr, aber auch nicht weniger.
    Ich danke herzliche für die Aufmerksamkeit und bitte um Verzeihung, dass es doch ein wenig mehr Text wurde als ich angenommen hatte. Nun erwarte ich einen Hagelschauer – aber gerne her damit, denn nur so macht das Diskutieren ja auch Spaß.

  37. Haha! Ich habe so gelacht über dein Blogeintrag! Aber es stimmt leider alles was du schreibst… totaler Realitätsaussetzer und so vielen Stellen des Filmes… was sehr schade ist, denn das Thema sollte man doch echt mal gut und realitätsnah verfilmen können…

    • Zitat: „…denn das Thema sollte man doch echt mal gut und realitätsnah verfilmen können…“
      Liebe Lila, wenn du jemanden kennst, der bzw. die dieses Thema in 90 Minuten gut und realitätsnah verfilmen kann bzw. erst einmal ein entsprechendes Drehbuch schreiben kann, dann bitte diese Person ansprechen und das Filmprojekt realisieren (die Geldfrage wäre dann zu klären). Filmpreise sind (wie ich in meinem Kommentar bereits erwähnt habe) sicher.
      Ein Film kann nur ein totaler Realitätsaussetzer sein, denn ein Film kann keine Realität sein.
      ich weiß, du hast es anders gemeint, aber es bleibt: Film ist keine Realität (was auch immer Realität heißen mag) und schon gar nicht realitätsnah – authentisch vielleicht, aber das bedeutet nicht, dass auch Authenzität ist filmbar ist.
      Ach Mist, schon wieder ein Dilemma. Ist das Leben nicht schön?

  38. Also der Film behandelt ein schwieriges Thema und ich finde dafür wird es gut umgesetzt. Ich bin selbst junge (32 Jahre) Lehrerin an einer Grundschule.
    Zum Thema Hausschuhe: Ich finde es gut das in mehr und mehr Schulen dieses eingeführt wird. An meiner Schule tragen die Kinder dies auch. Da ich Vorbildfunktion habe, ich eben auch.

    • Ich bin da ganz ihrer Meinung „maike“. Die Umsetzung ist gut und das nicht das verhalten von pubertierenden teenagern im Vordergrund steht, sondern ein schweres Thema verarbeitet wird, müsste jedem bewusst sein, deshalb würde ich nicht sagen, dass anstößige Formulierungen in den Film gehören. Zu mal sind die Kinder von der Situation geprägt und da sind anstößige Sätze das letzte was einem einfällt.

  39. Ich verstehe die Meinung der meisten hier nicht. Ohne irgend jemanden angreifen zu wollen, aber dies hier ist meine Meinung: mir gefällt dieses Drama sehr gut. Klar sind manche Dinge unrealistisch dargestellt worden, dennoch bin ich der Meinung, dass dies ein Recht guter Film ist. Er warnt vor Mobbing, zeigt widerum wozu ein solches führen kann und, dass es im Leben nicht immer nur ein Happy end gibt, da die Lehrerin am Ende verstarb. In dieser Hinsicht wird das Leben exakt gezeigt. Auch irgendwelche anstößigen ausdrücke sind nicht verwendet worden, da bei diesem Film etwas ganz anderes als das pubertäre Teenagerverhalten im Vordergrund steht.

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