Season für die Liebe – Teil 1

Ich weiss, ihr wollt doch wissen, wie es mit Sarah weitergeht. Hier:

„Sarah Whitmann sah noch immer super aus war noch immer eine attraktive Frau, obwohl sie nach der Geburt ihrer beiden Kinder Esra und Jeremy und der Renovierung ihres stattlichen Landsitzes eigentlich ….“

… müde war. Sarah Whitmann sah den Möbelwagen vorbeifahren. Nun war also endlich ein Mieter für das verfallene Landschloss, das Lady Hampton solange Jahre ein zu Hause gewesen war, gefunden worden. Obwohl das Schloss einige Kilometer weit entfernt lag, würden sie neue Nachbarn bekommen. Hoffentlich eine nette Familie, dachte Sarah. Denn, obwohl sie Keaton Place liebte, konnte es ziemlich einsam werden, vor allem, wenn Esra und Jeremy in der Schule waren.
Hoffentlich haben die neuen Besitzer von Schloss Fairbanks auch Kinder, denn auch wenn sich Esra und Jeremy sehr gut verstanden und stundenlang miteinander spielen konnten, neue Spielkameraden wären auch für sie eine willkommene Abwechslung.
Sarah wuchs in London auf. Sarah wollte eigentlich nie aus London wegziehen. Sie liebte den Trubel der Metropole. Dieses laute Treiben auf der Straße, die verregneten Nächte, wenn die Laternen ihr diffuses Licht in den Pfützen spiegeln ließen. Sie studierte Malerei an der renomierten University of London. Sarah genoss ihr Studentenleben in vollen Zügen. Sie ging gerne in die Museum, aber auch in die kleinen Kunstgalerien, abseits der Touristenrouten. Sie liebt London. Berauschte sich an seiner Vitalität, umarmte das unvergleichliche Nachtleben ihrer Stadt und erholte sich auf langen Sonntagsspaziergängen im Hydepark. Nie wäre sie auf die Idee gekommen, wegzuziehen. Bis sie Richard traf.
Rich war zum Studium nach London gezogen und vermisste die Natur. Rich hasste die Stadt. Aber er liebte Sarah und die Heirat lies nicht auf sich warten. In den ersten Monaten ihrer Ehe wohnten sie in Sarahs kleiner Stundentenwohnung. Zunächst schien ihr Glück vollkommen. Doch dann wurde Richard immer stiller und melancholischer. Der Verkehr vor ihrem Fenster, der Lärm und der Schmutz auf den Straßen, hing wie eine schwarze Wolke über seinem Gemüt. Er wurde krank. Die Stadt machte ihn krank. Und so sehr Sarah London liebte – Rich liebte sie noch mehr und deshalb war es auch nur ein kleiner Schritt, sich zu entscheiden nach Darkmore zu ziehen, als seine Eltern starben und Rich den Landsitz erbte.
Richard war der einzige Sohn der Whitmanns und so war schnell klar, dass es für ihn unvorstellbar gewesen wäre sein Keaton Place zu verkaufen. Also zogen sie im Frühling vor Esras Geburt nach Darkmore. Sarah verbrachte viel Zeit damit das verwohnte Haus in ein wohliges Nest für ihre Familie zu verwandeln. In der Woche ihrer Niederkunft, bemalte sie noch Möbel mit herrlichen mediterranen Mustern und pflanzte Wildrosensträucher in verschiedenen Farben hinterm Haus. Mit Richard und Esra war Sarah glücklich. Sie vermisste die Stadt überhaupt nicht mehr und gab sich mit aller Energie ihren Aufgaben und Pflichten als Ehefrau und Mutter hin. Als dann Jeremy zur Welt kam, war ihr kleines Glück perfekt.
Die ersten Jahre vergingen wie im Flug. Doch als die Kinder und Rich morgens das Haus verließen und sie alleine zurückblieb fühlte sie sich mit der Zeit immer einsamer. Es fiel ihr immer schwerer morgens das Bett zu verlassen. Wenn sie die Schulbrote für die Kinder gemacht hatte und sie mit einer innigen Umarmung an der Tür verabschiedet hatte, legte sie sich meistens wieder hin. Doch heute würde sie von vorbeifahrenden Autos geweckt und als sie aus dem Fenster sah rollte gerade der Möbelwagen in Richtung Keaton Place und sie wußte dieser Tag würde ihr Leben verändern. Dieser Tag würde Sarahs Leben für immer verändern. Aber das wußte sie in diesem Moment noch nicht.

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Allgemein

12 Gedanken zu “Season für die Liebe – Teil 1

  1. Ick weeß ja nich – auf jeden Fall fehlt Dir die enorme epische B r e i t e Deines Vorbilds, Deine Sätze sind zu kurz und zu prägnant, dat wird doch nie ein Roman von mind. 500 Seiten, wenn Du in jeden Satz eine Aussage packst und dazu noch kaum die schönen Adjektive unserer Sprache missbrauchst, kriegste nich mal ne Shortstory zusammen.
    Die ersten Jahre, [in den sie sich, nicht nur gezwungen, sondern durchaus bewusstt, mit dem festen Willen Fehler ihres eigenen Werdens nicht zu weiderholen und täglich besser, in die neue Rolle als Mutter zweier munterer, aber manchmal auch recht anstrengender, wissbegieriger, prächtiger Kinder, in denen sie sich und Rich, mit allen guten und schlechten Eigenschaften, wiederfand] vergingen wie im Flug.
    So geht das – aber wunderschön, dass Du Deinen Blog neu gefunden hast, hab Dich echt vermisst.
    LG Hans

    • stimmt. Sätze länger und mehr Adjektive. ich dachte ich hatte schon einige Adjektive, aber kann man gar nicht genug haben. hast recht.

  2. Irgendwie kommt mir die Geschichte ja bekannt vor.
    Kann also nur hochklassige Literatur sein – sonst hätte ich es ja nicht gelesen.

  3. … besonders gefallen mir die typischen Upperclass-Namen Esra + Jeremy 🙂
    … vielleicht nochmal Loriot schauen (Evelin Hamann als ANsagerin einer englischen Serie): schöne Anregungen!

  4. “ In der Woche ihrer Niederkunft, bemalte sie noch Möbel mit herrlichen mediterranen Mustern und pflanzte Wildrosensträucher in verschiedenen Farben hinterm Haus.“ – Frau Freitag – sie haben mir den Tag versüßt. Selten so gelacht – als wenn eine Frau eine Woche vor Geburt walartig noch Möbel verziert, geschweige denn im Garten buddelt. Ein herrliches Bild!
    Vergessen Sie meine Kommentar gestern – bleiben Sie bei dem Genre. Aber – wie meine Vorkommentatoren schon sagten – lääääänger, viel länger! Ich lese gerne weiter mit.
    Liebe Grüße
    Julika

  5. Egal was Sie schreiben. Hauptsache Sie schreiben. Ich habe gerade das neue Buch gelesen und hoffe, dass es nächstes Jahr ein neues gibt 🙂

    • Super! Das neue Buch gelesen! Du bist unsere erster Leser. Frau Dienstag zählt nicht. Wie fandest du es? ist doch erst gestern rausgekommen. ich bin baff. So schnell gelesen?

      • Ich hatte die Wahl zwischen Hermann Hesse für die Uni und eurem Buch 😉 ich fand es von den drei gemeinschaftsbüchern echt am besten weil mehr Schule drin war. Das hatte ich bei den anderen etwas vermisst. Ich habe von Freitag nach der Uni bis gestern Nachmittag nichts anders gemacht. Ich faule Studentin 😛 also sehr fesselnd euer Werk 😉 grüße an das frl und kommt bald auf Lesereise nach Leipzig

      • an der uni???? Welches buch denn? den Krimi? Die Gangster? Und hermann Hesse geschlagen! Ha! Frau Dienstag, haste das gelesen???

  6. Du geee,
    dieser komische Hesse hat mir auch nicht so doll gefallen,
    der schrieb viel zu selten über den sauteuren Bugaboo und so…

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