Oh nee, nicht das noch!

Der Freund ist krank. Na toll.Ich rufe ihn immer an, wenn ich aus der U-Bahn komme. Damit er weiss, dass ich im Anmarsch bin und er die Küche nochmal aufräumt und den Kaffee aufsetzt. Und heute ist da nur so ein Stimmchen: „Hallloooo.“ Ein sehr trauriges kleines Hallooo. Und ich weiss sofort, was los ist und denke: Scheiße – krank. Der Freund soll nicht krank sein. Wir kriegen morgen Besuch und der sollte/wollte doch noch die Bude klarmachen. Mein erster Impuls: „Na toll! Krank!!! Dit könn‘ wa ja jetzt jaanich jebrauchen!“ Aber ich überdenke meinen ersten Impuls und lege mir eine andere Strategie zurecht: „Ach du armer Hase… du klingst aber nicht gut. Geht es dir schlecht?“ Und er gleich so: „Jaaaaaa.“ Jammernde kleine Nebengeräusche dazu.

Um Zeit zu gewinnen, gehe ich erstmal Brot kaufen und noch so kleine Salate und Bulgur und so Schnickschnack, weil ich Hunger habe und der kranke Mann mir bestimmt nichts zu Essen auf den Tisch stellen kann und auch, um ihn ein wenig aufzupäppeln.

Dann krauche ich in die Wohnung hoch und bin so ganz verständnisvoll: Ach du Armer! Leg dich erstmal hin und willst du einen Kaffee und eine Iboprofen und so weiter und hier ist ein Glas Wasser und er so: Hähhhh? Was ist denn mit ihr los. So kennt man Frau Freitag gar nicht. Aufopfernde Pflegerin ist nicht gerade ihre Paraderolle.

Und dann liegt er hier in der Küche, während ich die Englischarbeiten meiner Klasse korrigiere. Ich korrigiere und er pennt. Wir haben natürlich auch eine Couch in der Küche. Couch ist mein Leben. Wenn jemand fragen würde – auf was könntest du nicht verzichten – meine Antwort – ganz klar: Couch! Am liebsten würde ich immer eine Couch dabei haben. Geht ja nicht. Viel zu schwer. Aber man kann schon in jedes Zimmer eine stellen finde ich.

Der Freund jedenfalls schläft und Iboprofen durchwabert seinen Körper und siehe da: Plötzlich steht er auf und ist im Badezimmer verschwunden. Ich werde ihn mal nicht weiter stören. Ich glaube er putzt.

Ich korrigiere mich: Auf was kann Frau Freitag auf keinen Fall verzichten? Couch und Freund!

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Allgemein

9 Gedanken zu “Oh nee, nicht das noch!

    • für wen? für den freund, für mich, für dich? oder als unverzichtbare sache? nee – couch und freund sind wichtiger.

  1. Mein Mann wird nur krank wenn ich es schon bin, angesteckt, dann liegt er leidend rum und ich muss aufstehen und mich um ihn kümmern 😉
    Vor 23 Jahren als es mir über Wochen immer schlecht war, ging es ihm genauso, er lag manchmal halbtot im Bett. Nur Dummerweise war da meine Krankheit nicht ansteckend, denn ich war schwanger (und merkte es nicht, da ich 5 Monate nach der Geburt vom Spatz) mit dem 1. Zyklus gleich wieder schwanger wurde. Also ich war erschöpft, hatte ein Baby am Hals bzw an der Brust, eins im Bauch und hing ständig über der Kloschüssel und Männe lag mit Übelkeit im Bett und liess sich pflegen 😉

  2. Du hast es gut, Frau Freitag! So gehts bei mir: Der Mann putzt. Er hat Stauballergie. Der Mann wischt. Toll. Der Mann wollte grad den Boden unterm Bett wischen. Es ist Sonntag 8 Uhr! Habe mich geweigert aufzustehen. Letztes Mal war danach das ganze Bett abgezogen und ungemütlich. Deshalb kann ich mit meinem Kaffee auch nicht aufs Sofa ausweichen. Da hat er schon geputzt. Alles wurde in den Werkzustand versetzt und relaxfrei. Das ist gut, weil wir such Besuch bekommen. Jetzt singt er. Alles wird gut.

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