Ziele

Das mit dem Nettsein bis Ostern klappt nicht so richtig. Ich war zu einer Kollegin etwas unnett und weil das so einen Spaß gemacht hat – gleich am nächsten Tag wieder. Deshalb wollte ich jetzt auf Kohlehydrate verzichten.

Der Freund so morgens: „Willst du Schulstullen?“
„Nein! Ich will einen geschälten Apfel und Karotten in kleinen Stangen.“
Er: „Hähhhh?“
„Ja, dieses ewige Brot ist echt nicht gesund.“
„Aber wie willst du denn den Apfel mitnehmen?“
„Tupperdose.“
Und so aß ich gestern schön artig meinen Apfel und meine Karotten. So wie die anderen Lehrerinnen auch. Heute gab es dann wieder so eine Dose Obst. Immer mit zwei Gummibändern gesichert.
„Das brauchst du nicht. Diese Gummibänder. Die Dose geht doch nicht auf. Ist doch Tupper.“
Er: „Doch geht auf.“

Und heute dann… die Dose mit dem langweiligen Apfel und den Karotten in der Tasche, gehen alle Kollegen in die Mensa. Und da gibt es Spaghetti. Tja… nun wird das mit dem keine Kohlehydrate bis Ostern auch nichts mehr.
Ich weiß schon, warum ich mir am Neujahrstag nichts fürs neue Jahr vornehme. Schaff ich sowieso nicht. Man könnte sich ja aber auch mal Sachen vornehmen, die man voll leicht schafft. Hier wäre meine Liste:

– Morgens schon vier Zigaretten, bevor ich das Haus verlasse.
– Wenn die Schüler nerven – ruhig mal anschreien.
– Unterrichtsvorbereitung auf ein Minimum beschränken.
– Nachmittags Kaffee in großen Mengen – dazu noch mehr Zigaretten.
– Ständig Baden, statt Duschen.
– Abends die Benutzung der Zahnseide vergessen. Oft.
– Um halb acht auf der Couch sein und bis zum Einschlafen durchglotzen.
– Nichts im Haushalt tun.
– Ab und zu ein schlechtes Gewissen haben, weil ich nichts im Haushalt getan habe.
– Mich das ganze Jahr nicht mit den Leerstellen meiner Rentenversicherungsdings… ach, sagen wir wie es ist: Die Briefe von der Rentenbehörde nur abheften, aber nicht lesen.
– Leiden, wegen der Rentensache, weil die mir später bestimmt das Genick bricht.

So, das wären alles Sachen, die könnte ich LOCKER bis Ostern machen. Was heißt hier bis Ostern. Das schaffe ich sogar bis zum Jahresende.

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Allgemein

10 Gedanken zu “Ziele

  1. Das mit dem Rauchen ist aber echt nicht gut, Frau Freitag! Ansonsten muss ich als Fachfrau natürlich anmerken, dass das Vornehmen realistischer Ziele natürlich viel gesünder ist, als wenn man, wie Sie gerade bemerken, mit unrealistischen Zielen scheitert. Also psychologisch gesehen.

  2. Wie, nur bis Jahresende? ICH schaff das bis zur Rente!
    Wenn du auf Kohlenhydrate verzichten bzw. sie stark reduzieren willst, kannst du nicht bloß Äpfel und Karotten essen (die übrigens nicht nur öde, sondern auch relativ KH-reich sind). Beeren und Zitrusfrüchte, Papaya, Kohlrabi, Tomaten und Paprika wären die bessere Wahl. Pack dir ordentlich Nüsse ein, nimm eine Frikadelle mit (Fleisch oder vegetarisch, egal), gekochte Eier … sorge für Proteine und (gutes) Fett. Du musst satt werden. Vollmilch, Sahnequark, Sahnejoghurt (ohne Frucht- und Zuckerzusatz), Salate mit nicht zu wenig Öl. Sonst wird das nix, glaube mir. Verzichte nicht komplett auf Brot, sonst hast du bald einen tierischen Jieper darauf. Nimm gutes (!) Vollkornbrot und probiere aus, wie dünn du das schneiden kannst (sehr, sehr dünn schaffe ich mittlerweile!). Dafür nicht am Belag sparen.

  3. Würde der Liste gerne noch ein paar wichtige Vorsätze hinzufügen, nämlich

    „fang erst auf den letzten Drücker mit komplexen Projekten an“
    „geh mindestens einmal pro Woche mit leicht fettigen Haaren zur Arbeit“
    „ignoriere sämtliche Sozialkontakte über e-mail oder Telefon“ .

    Liege total im Plan.

  4. Puh, die Liste der Dinge, die leicht gehen …

    Es klingt bisserl so, als wäre das die Liste der gebrochenen Vorsätze. So rein emotional sind solche Vorsätze für mich belastend. Zusätzlich zu den nicht erledigten Sachen kommt dann noch eine Extraportion schlechtes Gewissen oben drauf, weil man auch noch mit seinen Vorsätzen gebrochen hat. Anstrengend.

    Irgendwie tragen wir Ideale mit uns rum, die wir nicht erfüllen können. „Mach noch dies und schaff noch jenes“, wenn Geist und Körper längst zu verstehen geben, dass es reicht (indem man vor dem Fernseher einschläft; oder über der Klassenarbeit).

    Bleiben wir mal bei den Fakten, die ich über Sie weiss
    – voll berufstätig
    – schreibt Blog und Bücher
    – hat ein Sozialleben (Frl. Krise und den Freund, aber auch Frau Dienstag (Sport) u.a.m.)
    – ist noch sozial engagiert (zumindest gegenüber Ihren Schülerinnen und Schülern; ich meine mich aber auch noch an Engangement für andere Themen erinnern zu können, lese jetzt aber nicht mehr das Blog nochmal, sry.)

    Da ein wenig Abstriche bei sozial erwünschten Verhaltensweisen (nicht mehr rauchen, Wohnung immer piekfein, etc.) zu machen, finde ich jetzt einfach mal mehr als ok. Wenn man das kleine Mäderl im Kopf, dass da immer schreit „du musst aber noch…“ abdrehen könnte …

    Ich würde mir eher Folgendes vornehmen, auch wenn es nicht zur Fastenzeit passt:

    Einmal am Tag klarmachen, was man alles gemacht hat, was man unbedingt machen musste (beruflich, privat, sozial, …).

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