Nicht einfach zugreifen!!!

„Du hättest die Toffifees doch auch ins Lehrerzimmer stellen können.“, sagt eine Freundin. Ja, hätte ich…aber mit dem ins-Lehrerzimmer-stellen ist das immer so eine Sache. Da werden die Sachen gar nicht ihrem Wert entsprechend gewürdigt. Da stürzen sich die Kollegen dann drauf und weg sind sie.

Was ist das eigentlich mit den Lehrern und dem Hunger? Warum haben wir im Lehrerzimmer eigentlich IMMER Kohldampf? Wenn ich mir manche Kollegen ansehe, dann könnte man meinen sie dürften NUR im Lehrerzimmer Nahrung zu sich nehmen. Äußerst ausgehungert sind wir dort. Ick ooch.

Hier mal ein Tipp für Berufseinsteiger:
Was machst du, wenn du im Lehrerzimmer Essen siehst. Nicht einfach zugreifen!!!!
Also erstmal kommt es auf den Standort der Nahrung an. Bei uns gibt es mehrere Gruppentische im Lehrerzimmer, an denen eigentlich alle Kollegen in den Pausen sitzen können sollten. Die Plätze reichen nicht für alle unterrichtenden Lehrer und sämtliches pädagogisches Personal. Trotzdem haben sich einige Kollegen an einzelnen Plätzen breit gemacht und belegen dort mit ihrem persönlichem Kram den kollektiven Platz. Warum weiß ich auch nicht.

Und auf diesen Tischen liegen gerne mal Süßigkeiten rum. Achtung! Die sind wahrscheinlich nicht für die Allgemeinheit bestimmt. Will man sich daran bedienen, muss man warten, bis niemand im Lehrerzimmer ist – also Finger weg in den Pausen!

Anders verhält es sich mit den Sachen am neutralen Ort – da, wo die Einstand- Ausstand Freßalien immer stehen. Bei uns ist das die Theke der Küchenzeile. Diese Sachen sind zum Verzehr gedacht. Aber liebe Junglehrer – jetzt auch nicht einfach hingehen und zugrabschen!

Ich verrate euch, wie man das macht:
Zunächst schleicht man um das Essen rum. Und murmelt so Sachen wie: „Ohhhh, Apfelkuchen!“, „Ach, Nudelsalat…“ oder „Hmmmmm, lecker belegte Brötchen.“
Dann guckt man sich im Lehrerzimmer um und versucht den Blick eines Kollegen zu erhaschen. Dann muss man fragen: „Hat jemand Geburtstag?“ Und hier ist es sehr wichtig die Antwort abzuwarten, denn oft sind die belegten Brötchen Teil einer Verkaufsaktion der Kochgruppe oder einer Klasse, die uns weismachen will, dass sie Geld für eine Klassenfahrt sammelt. Als zahle das Job Center nicht alle Reisen…

Mittlerweile haben sich ja bestimmt noch andere Kollegen zu dem Essen gesellt und murmeln: „Ohhh, Apfelkuchen…“.
Die älteren Kollegen, die schon Jahrzehnte an der Schule sind fragen evtl. auch gleich: „Wer hat Geburtstag?“ Oder sie wissen es sogar schon und sagen: „Schwalle ist 60 geworden.“ Dann antwortet der Junglehrer bitte: „EEEECHT, 60…sie sieht gar nicht wie 60 aus.“ (Als wüsste so ein ignoranter Junglehrer wie man mit 60 aussieht… tzzzz). Wenn Frau Schwalle im Raum ist, geht man natürlich erst gratulieren, bevor man sich auf das Essen stürzt.

Und auf keinen Fall vor dem Essen stehend über das Essen lästern. Bitte unterdrückt das: „Ihhh, da ist ja ein Haar drin.“ oder ein: „Boahhh voll versalzen.“ Jedenfalls nicht übers Essen meckern, bevor ihr wisst, wer es mitgebracht hat. Auch wenn die Tiefkühltorte innen noch gefroren oder der Kartoffelsalat schon abgelaufen ist.

Dann gibt es immer wieder Essen, dass in den Fächern steht. Ein Stück Apfeltorte auf einer kleinen Untertasse. Eine Portion Kartoffelsalat und ein angebissenes Würstchen. Was mit den Sachen ist, weiss ich auch nicht. Darf man sich die nehmen? Keine Ahnung. Ich glaube ja.

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9 Gedanken zu “Nicht einfach zugreifen!!!

  1. Ah ja, nebenbei: gibt es bei euch auch den „Kühlschrank des Grauens“ im Lehrerzimmer? Da, wo die Reste der Reste landen + alles, was instantly vergessen wird, bis sich Kolonien drauf ansiedeln? Am schlimmsten aber wars, als Abschlussschüler sich „wie brauen Bier“ als Thema für ihre Projektprüfung auserkoren hatten und irgendwelche Hefemaische im Kühlschrank dahinglibberte…

  2. Junglehrer sollen auch nicht so ein übertriebenes Buffet zum Einstand oder Geburtstag machen. So wichtig sind sie noch nicht fürs Kollegium. Ab drei selbstgebackenen Kuchen übertreiben sie voll ihre Rolle und beschämen die erfahrene Kollegin die nur Tiefkühlkuchen mitbringt.

  3. „Trotzdem haben sich einigen Kollegen an einzelnen Plätzen breit gemacht und belegen dort mit ihrem persönlichem Kram den kollektiven Platz. Warum weiß ich auch nicht.“

    Das ist wie mit den Liegen und Handtüchern ;-)))

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