Teuer fetzt

Auf dem Nachhauseweg zieht es mich zu Karstadt. Ich will mal wieder meine Bücher besuchen und Frl. Krises Buch hallo sagen. Aber – ich finde nüscht und habe dann auch keine Lust zu suchen und schon gar nicht zu fragen. Auch wenn mich niemand kennt – also niemand weiß, wie ich aussehe, würde ich nicht im Traum drauf kommen in einem Laden nach meinen eigenen Büchern zu fragen. Wäre mir einfach vor mir selbst peinlich. Ich schreibe mir ja auch keine eigenen Rezensionen bei Amazon.

Jedenfalls schlendere ich so durch Karstadt und gucke mir die Cahsmere Pullis an – waren irgendwie auch schon mal schöner die Teile, da ertönt eine Lautsprecherstimme: „Auf alle Töpfe heute 20% Rabatt.“ Und wie hypnotisiert zieht es mich in die Topfabteilung.

Unsere Töpfe zu Hause sind eine Schande. Ich habe mir in meinem Leben noch nie einen Topf gekauft. Mit manchen Töpfen, in denen mir mein Abendessen gekocht wird, bin ich sogar aufgewachsen. Ich glaube mehre Töpfe, die bei uns zu Hause in Betrieb sind, sind bereits älter als ich und ich bin ja auch nicht mehr taufrisch. Also denke ich mir: Ich werde nun den ersten Topf meines Lebens kaufen. Und das soll ein guter Topf sein!

Ein findiger Fachverkäufer kommt auf mich zu und fragt, ob er mir helfen kann. Und ja – diesmal kann man mir helfen. Ich erwarte und bekomme eine ausführliche Beratung. Wir stehen vor den „Angeboten“. Er erläutert mir jeden einzelnen Topf. Es sind Sets, mit je vier oder fünf Töpfen und ein Set hat sogar noch eine Pfanne dabei. Aber die Griffe sind so dünn und sehen aus, als würden sie total heiß werden. So ein Topfset soll 140 Euro kosten. Und da sind die 20% schon abgezogen. Aber braucht man wirklich den kleinen Topf? Ja, für Mais, denke ich. 140 Öcken ist ja nun nicht wenig viel Geld. Aber ich brauche vielleicht nur einen Topf und frage den Verkäufer deshalb nach Einzelstücken. Er holt einen Taschenrechner und errechnet, dass man schon bei zwei einzelnen über dem Setpreis liegt. Hätte ich mir denken können.

„Was sind denn die besten Töpfe, die Sie haben?“ frage ich plötzlich und bin von meiner Frage selbst überrascht, denn ich lebe eigentlich schon seit Jahrzehnten nach dem Motto: Billig geht auch. Aber dann fällt mir ein Satz von meinem Freund ein: „Dinge, die du oft benutzt sollen gut sein. Und mein Mallehrer hat immer gesagt: „Don’t fight your material.“ (ich habe kurz mal in America studiert – der sprach immer Englisch). Jedenfalls stimmt das irgendwie – wenn man etwas oft benutzt, dann kann das ruhig qualitativ hochwertig sein. Lange Rede-kurzer Sinn ich habe die teuersten, besten und schicksten Töpfe gekauft, die Karstadt zu bieten hat. Und die stehen jetzt auf dem Herd und sehen super aus.
Und vielleicht wird heute Abend ja schon dadrin gekocht. Ach, das Leben kann so schön sein.

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Allgemein

37 Gedanken zu “Teuer fetzt

      • hahahah töpfe! das gefällt dem nobelix! das ist nämlich auch so einer der immer nur frisch kocht! ❤

        frau freitag könnte nicht nur geld mit bücher verdienen…ein koch kurs auf einem online sender …eine eigene schürzengarnitur…und wenn sie fremde arrikel im blog vorstellen bekommen sie gutscheine von den haushaltartikel-herstellern!

      • klingt gut, nur kochkurs…ich koche doch gar nicht. aber einen teure töpfe einkauf Kurs – den könnte ich halten. sagte ich schon, dass ich mir meinen rücken kaputt gemacht haben von den töpfen? also vom nach hause tragen…

  1. Scheint sich zu lohnen, auf Platz 514 der amazon Bücherliste zu stehen … 🙂 (das erste, das zweite steht ählich wie Frl. Krise kurz hinter 1.500)

  2. Qualität lohnt sich vor allem bei Pfannen, habe ich mit der Zeit herausgefunden. Besser formuliert, sie lohnt noch mehr als bei Töpfen. Keine Ahnung, wie viele billige Billig-Pfannen ich während meiner Zeit als Student weggeschmissen habe…

    Habe die Bücher übrigens gestern mal in meinem Blog empfohlen, obwohl ich nur Ihr erstes gelesen habe. Ich hoffe, das war kein Fehler 😉

    http://ziegenhodensuppe.wordpress.com/2012/10/28/ein-paar-tipps-am-sonntag/

  3. Tu dem Männe den Gefallen und wasch die Dinger wenigstens vorher, dann hat er wenigstens Grund sich auch zu freuen;) (ist ja schon blöd, dass man neue „saubere“ sachen immer waschen muss :-p)

  4. Verraten Sie auch, welche Töpfe?
    Meine sind auch von Karstadt, die haben nämlich sogar bei uns in der Provinz noch Fachpersonal.Ausschlaggebend war dann neben dem Preis (gehobene Mittelklasse) noch, dass es sie in grün gab …

  5. Ich habe auch noch nie Töpfe gekauft (auch wenn ich schon 50 bin). Ich koche noch immer in denselben, die ich als Teenager gebraucht geschenkt bekam oder zusammenschnorrte.

    Eine gute Pfanne (sehr sinnvoll) habe ich mal zum Geburtstag geschenkt bekommen.

    Aber für gute Küchenmesser habe ich schon in recht jungen Jahren ziemlich viel Geld hingelegt. Eine gute Investition.

    Viel Spaß mit den neuen Töpfen!

      • Ich bin das mitlerweile gewohnt, dass Leute auch mit ehrlicher Arbeit reich werden können…dann sollen sie sich gefälligst auch den ganzen schicken kram kaufen dürfen,macs, iPads,iPhones,iPfannen ,iTöpfe etc pp…aber FDP wählen muss nun wirklich nicht sein^^
        ich sage nur birgit rydlewski

  6. Also für 429 Euro kann ich ein Jahr lang jeden Tag beim Italiener um die Ecke bestellen, ob sich das wirklich lohnt? 🙂

    LG,
    Sandro (der Single ist und seinen Kühlschrank nur für alkoholische Getränke nutzt)

    • warte mal ein paar jahre. und soviel haben meine töpfe ja auch gar nicht gekostet. und jetzt ist ja auch mal gut mit den töpfen…

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