Die Sache mit dem Schaf

Die arme Frau Merkel, da muss sie morgens im Bundestag sprechen und der Steinbrück macht sie immer wieder fertig und dann muss sie am Nachmittag auch noch nach Brüssel. Wird die denn gar nicht müde? Und wann ist Frau Merkel heute morgen aufgestanden? Ich nämlich voll früh und ab 13 Uhr hatte ich Kopfschmerzen und die habe ich immer noch. Obwohl ich schon was gegessen und getrunken habe und in der Badewanne war ich auch schon.
Heute war einfach anstrengend. Nur immer die Achten Klasse und zur Entspannung eine anstrengende Siebte – das ist hart und nervt. Donnerstags ist mein härtester Tag. Zum Glück ist nächsten Donnerstag Opferfest. Die Opfer zu Hause und die Christen und Juden und Ungläubigen zu mir. Das wird heimelig. Wahrscheinlich gehe ich mit den beiden eine Cola trinken und das war’s dann.

Heute habe ich meine Klasse gefragt, warum man denn das Opferfest feiert. Nachdem wir klären konnten, dass dieses Fest nichts mit dem Mann und dem Boot und den Tieren zu tun hat, machten wir uns an die Nacherzählung:

„Dieser eine, dieser Abraham, er hatte einen Sohn. Und dann hatte er einen Traum von ein Schaaf.“

„Nein! Das war Gott. Also Abraham hatte einen Sohn und eine Frau und Gott hat gesagt, er soll den Sohn schlachten. Aber er soll nix der Frau sagen.“

„Ach, echt? So kenne ich das gar nicht. Mit der Frau, aber gut, dann erzähl mal weiter!“

„Und dann ist er auf so ein Berg gegangen und hat sein Sohn auf ein Tisch getan und dann als er ihn schlachten wollte, da kam ein Schaf.“

Das Schaf hat es meiner Klasse wirklich angetan. Wir klären noch kurz, warum Gott dieses Opfer von Abraham gefordert hat und warum Abraham nichts seiner Frau erzählt hat. Und dann kommt auch noch jemand darauf, wie das mit dem Schwert war und die Rolle des Schafs wird auch noch geklärt.

Hamid: „Frau Freitag, wissen Sie, warum man immer ein Schaf schlachten muss?“

Ich: „Na, erzähl!“

„Weil, wenn man tot ist und ins Paradies will und wenn man so Sünden gemacht hat, dann kommt man ja da nicht rein, aber wenn man Schafe geschlachtet hat, dann sind die Sünden wieder weg.“

„Hast du denn schon ein Schaf getötet?“, frage ich Hamid.

„Nein“, sagt er etwas traurig. Aber gesündigt hat er bestimmt schon. Naja, er hat ja noch Zeit. Schafe gibt’s ja auch noch genug.

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Allgemein

28 Gedanken zu “Die Sache mit dem Schaf

    • Das eine mal ist das ‚mal‘ nicht so schlimm. Ausserdem kann ein Vegatarierdsoch ein Schaf schlachten. Vom Schaf essen war ja nicht die Rede.

  1. Soviel ich weiß, heißt Abraham im Islam Ibrahim, und Isaak ist Ismail. Und zumindest im Alten Testament war’s doch ein Widder, kein Schaf, oder?

  2. Ismail ist der gemeinsame Sohn von der Sklavin Hagar und Abraham und Isaak der gemeinsame Sohn von Sara und Abraham. Abraham ist der gemeinsame Stammvater…. Die Geschichte von Sara und Hagar lieben meine Schüler!

  3. Der Prophet Abraham heisst auf arabisch Ibrahim

    sein Sohn mit Sara, der Prophet Isaak ist auf arabisch Ishaq

    sein Sohn mit der ehemaligen Sklavin und zweiten Ehefrau Hager (auf arabisch Hajar) ist der Prophet Ismail.

    Der Islam lehrt, dass Gott von Ibrahim forderte, seinen Sohn Ismael zu opfern, als Prüfung beider Standfestigkeit in bezug auf den Glauben.

    Nur weil jemand einmal ein Schaf g e o p f e r t (nicht einfach nur geschlachtet) hat, wird er nicht automatisch ins Paradies eingehen, da gehört schon etwas mehr dazu.
    Allerdings werden alle Sünden durch einen fehlerfreien Hajj gelöscht, und der Hajj findet in den Tagen vor dem Opferfest statt, ist genaugenommen dessen Abschluss. Da besteht wohl einiges Halbwissen bei den Schülern.

  4. Das Grundsatzproblem bei den Weltreligioen heute ist nicht, dass keiner mehr weiß warum überhaupt was gemacht wird, sondern dass es weiterhin gemacht wird, obwohl es mehr als unzeitgemäß ist. Das ist aber im Islam nicht anders als im Judentum oder bei den Katholiken und Protestanten. Solange die Religionen der Wissenschaft immer 300 Jahre hinterher sind, wird die Welt nicht erlöst werden.

    Vermutlich später auch nicht, aber so auf gar keinen Fall. 😉

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