The day before tomorrow

„Ich hab schon gebloggt.“ erzählt mir Frl. Krise gerade am Telefon während ich meine Schultasche aufräume.
„Wie? Heute???? Ist doch noch gar keine Schule. Sind doch noch Ferien.“
„Ja, aber die Leser warten doch. Ich hatte so viele Kommentare…“
„Streberin. Ich glaub‘ es nicht… Du solltest lieber deinen Unterricht vorbereiten. Ich habe schon die ganze Zeit was gemacht: Die Kunstarbeiten zensiert, die Noten für Kunst gemacht – die müssen wir nämlich nächste Woche eintragen, für den Elternsprechtag und dann natürlich den Unterricht vorbereitet.“
„Pffff.“ Ihr Pffff zeigt mir, dass sie ihren Unterricht wohl noch nicht vorbereitet hat. Ich hatte sogar noch was nachzubereiten. Der Lehrer hat ja Vor- und Nachbereitungszeiten – neben seinem Stundendebutat in dem er Unterrichten muss. Vorbereitung, das erschließt sich einem leicht. Da macht man den Unterricht – also überlegt sich, was in der Stunde stattfinden soll. Aber Nachbereitung… Korrigieren und wegheften und sowas ist damit gemeint. Und auch das habe ich schon gemacht.

Immer wieder gruselig, am letzten Ferientag die Schultasche aufzumachen. Jedes Mal erwarte ich da ein vergammeltes Schulbrot. Und dann sind da immer so Klarsichtfolien, in die man die ganzen wichtigen Zettel und Briefe und Formulare aus dem Fach im Lehrerzimmer rein tut. Alles was einem in den letzten Schultagen vor den Ferien noch in die Hand gedrückt wird und ich stopfe das dann einfach in die Tasche und vergesse es für zwei Wochen. Und Sonntag vorm Schulbeginn… uahhhh, was ist DAS denn???? Die Anmeldung für dieses blah blah blah, oh Scheiße, Donnerstag Fachkonferenz, oh hier ist ja noch eine Nachschreibearbeit, die ich zensieren soll usw.

Ach der Tag vor dem Schulbeginn – ist nicht der schönste Tag im Jahr. Ab morgen wieder: Muss ja, muss ja, muss ja. Endspurt. Noch ein paar Wochen und dann kommen die Sommerferien. Ich rechne schon dauernd aus, wieviele Montage es noch sind und wie oft ich die doofe Achte noch habe. Ist so wenig, dass ich schon sagen kann: Lohn sich nicht. Lohnt sich eigentlich gar nicht noch hinzugehen. Das Schuljahr ist eh‘ gelaufen. Können wir nich einfach alle zu Hause bleiben? Bis September?

Na ja, nützt ja nichts… morgen wieder hin. Wird schon werden. Hoffentlich sind die Kinder einigermaßen erholt. Vom Tag heute erwarte ich mir nicht mehr viel. Couch, Abendesssen, Lindenstraße, Tatort – Einschlafen – wieder Aufwachen – G. Jauch, dann Tiefschlaf, dann Panikattacke mitten in der Nacht und dann Wecker und rein ins Elend. Muss ja, muss ja, muss ja…
Euch allen viel Spaß.

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Allgemein

24 Gedanken zu “The day before tomorrow

  1. Aber Frau Freitag -sie sind doch keine Debütantin des Unterrichtens mehr! 😛

    Aber schön, dass Derein vorbei sind – kann man hier wieder was lesen …

  2. Von wegen! Bei mir ist alles perfekt vorbereitet! Unterricht, Tasche, Kopf…
    Jetzt warte ich noch darauf, dass mich Glückshormone überfluten…ist ja noch etwas Zeit bis morgen früh…

  3. „Alles was einem in den letzten Schultagen vor den Ferien noch in die Hand gedrückt wird und ich stopfe das dann einfach in die Tasche und vergesse es für zwei Wochen. Und Sonntag vorm Schulbeginn… uahhhh, was ist DAS denn????“

    Beängstigend zu erfahren, dass Lehrer die Schülerrolle geistig nicht verlassen haben…
    Vor allem, wenn man bedenkt, dass die zwei Wochen (und die restlichen Perioden unterrichtsfreie Zeit) dafür genutzt werden soll, zu arbeiten und die Notwendigkeit dieser Zeit auch immer wieder von Lehrern lautstark eingefordert wird…jetzt liest man sowas…immer wieder erschreckend, wenn sich Vorurteile bestätigen…wenn ich so arbeiten würde…

    • Ich (als Schüler, zugegeben) finde das keineswegs beängstigend, sondern eher beruhigend. So etwas gibt mir den Glauben an den Menschen im Lehrer wieder!

      Nur darf man halt nicht lautstark schulische Betätigung in den Ferien fordern, aber das macht Frau Freitag sicher nicht!

      • auf keinsten. die schüler sollen sich in den ferien von der schule erholen und von den lehrern und wir von der schule und den schülern.

    • Dann wechsel Doch in den Schuldienst, wenn Dir die Arbeit dort so leicht (viele Freien, nachmittags frei, usw.) und angenehm erscheint . Lehrer werden immer gesucht.

  4. oh, wie hab ich Frau Freitag vermisst! Es ist veilleicht das Beste am letzten Ferientag, dass Sie von nun an wieder schreiben werden:-) Nachdem ich so laut gelacht habe, dass mein Mann nach der Ursache des Lärms fragte, kann ich Ihnen nun auch einen guten Start morgen wünschen! Alles wird gut! Und bald kommen die Sommerferien und vorher die Brückentage!

  5. Ach, wie kommt einem alles so bekannt vor …
    🙂
    Habe auch etwas in der Tasche gefunden, was ich total vergessen hatte, ach herrje!
    Ordne den ganzen lieben Tag Dinge und Gedanken, krrrxss…
    Kann die Englisch-Mappe für die 2b nicht finden, ist hoffentlich in der Schule!??
    Und dann:
    Werde ich wie so oft am letzten Ferientag schlecht einschlafen können? Nerv!

    Freue mich auf weiteres Bloggen hier bei Frau Freitag! Einen guten Neustart morgen!

  6. Mit der Laugenbrezel, die ich am Ende der letzten Ferien in meiner Tasche fand, hätte man glatt jemanden erschlagen können, so hart war die.

  7. Ich habe auch Jahre gebraucht, bis ich es endlich geschafft habe:

    Am letzten Schultag vor den Kurzferien auf einem A4-Blatt detailliert einzutragen, wie es bei Schulbeginn in jeder Klasse weitergehen soll. Das erfordert eiserne Disziplin, bringt aber einen freien Nachmittag.

    @Michael: Das betrifft nur die Weiterführung des Unterrichts. Dazu kommen dann noch Stapel von Prüfungsarbeiten, die korrigiert werden müssen und größere Unterrichtsabschnitte, die man am besten während der unterrichtsfreien Zeit in einem Rutsch vorbereitet.

  8. Hey,
    und dann war es ein Polizeiruf!!!
    Hahnebüchene Story, aber Sophie Rois war irgendwie doch so, wie man sich manchmal wünscht, zu sein…Doofe Antworten auf noch dööfere Fragen, trocken, etwas ernüchtert. MAnchmal wäre ich auch gerne so ehrlich, dass es weh tut. Mal sehen, wie´s so wird…in den nächsten Folgen.
    Entschuldigung, das wurde jetzt versehentlich eine Filmkritik.
    EInen guten Start in die Woche!!!

    • und beim polizeiruf darf ja die obligatorische sexszene noch fehlen und die war doch auch noch inzestiös. polizeiruf hat immer sexszenen. tatort nicht.

  9. Echt?!? Das ist mir noch gar nicht aufgefallen! Dabei bin ich doch so eingefleischt und immer (nahezu) dabei!
    Na, der werd ich mal ein Auge drauf haben. Und die dürre Frau Lothar…zum Glück war die nicht nackig zu sehen!

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