Halbe Hundert – nein danke!

Was will uns der Film eben auf dem Ersten eigentlich sagen? „Halbe Hundert“ – drei Frauen, um die 50 und wie sie so leben. Die eine war aber irgendwie viel älter. Sie war 1976 bei Ike und Tina Turner beim Konzert. Also, wenn sie jetzt 50 sein soll… dann muss sie da…äh wartet mal… 86, 96, 106 + 6 gleich 36 – na, dann war sie 14… käme ja hin. Egal.

Aber was war denn das mit Martina Gedeck? Erst geht sie sich so einen Callboy kaufen und dann verliebt der sich in sie, weil sie so schön älter ist und man denkt – na, ist doch toll. Dann muss sie auch nicht mehr mit diesem stoffeligen Studienrat zusammensein. Was war denn das für ein Typ – wie stellen sich denn die ARD-Leute einen Lehrer vor? Graue schmierige Haare – hinten Zopf, vorne Glatze, PULLUNDER – HALLO!!!?!! und natürlich – Cordhosen… und sie aber voll die schicke und voll erfolgreiche Handchirurgin und voll reich und mehrere Häuser und voll das schnelle Auto.

Jedenfalls denkt man – na, ist doch super, dass sich dieser gutaussehende, charmante, junge Callboy in die Martina verliebt und man freut sich, weil das Hoffnung macht, dass man in Zukunft vielleicht auch einen hübschen Callboy bekommt. Falls man das mal bräuchte. Aber voll teuer so ein Callboy. Sie bucht den da für einen Kongress und dann muss sie 1800 Euro zahlen – Pretty Woman Preise.

Jedenfalls ist der Callboy – Martin so ein ganz netter. Sagt immer das richtige, sieht immer toll aus, ist höflich und so weiter. Die Freundinnen von Martina sind voll neidisch. Die eine will sich die Brüste operieren lassen, weil die so groß sind und dann stellt man bei ihr Brustkrebs fest. Das wird aber gar nicht weiter verfolgt. Weil ja das Schicksal von Martin und Martina viel interessanter ist.

Und dann bekommt Martina ein Problem mit dem Job vom Callboy. Irgendwie ist sie eifersüchtig. Obwohl er ihr immer wieder sagt, dass er seinen Job und sie trennen kann und so weiter blah, blah.

Jedenfalls wird sie dann eines Morgens 50 und er schenkt ihr, dass er seinen Job gekündigt hat. Nettes Geschenk… wer würde sich nicht freuen: Schatz, happy birthday – ich bin arbeitslos.

Aber Martina freut sich voll. Aber Martin hat Sorgen. Er hat Schulden. Und ab da war ja klar gewesen, dass es sich hier um einen ganz fiesen Tantentäuscher handelt. Auf so einen ist ja damals sogar Mutter Beimer reingefallen – man erinnere sich, bitte.

Jedenfalls braucht der Callboy 80 000 Euro – die werden dann erst mal schnell mit Aktienverkäufen locker gemacht.

Und dann stellt sich aber raus, dass der Callboy die Martina mit Sexbildern erpressen will. War ja klar. 250 000 Euro möchte er haben.

Martina leidet – in Maßen, zahlt dann, bei der Übergabe wird er festgenommen, sie geht zu ihrem Cordhosenmann zurück und trinkt Rotwein. Ihre Freundin bekommt eine Brille.

Und was ist jetzt das Fazit? Was lerne ich aus dieser Geschichte? Wenn sich jüngere Männer für ältere Frauen interessieren, dann wollen sie die eigentlich nur mit Sexfotos erpressen. Na toll.

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Allgemein

18 Gedanken zu “Halbe Hundert – nein danke!

  1. Deshalb guckt man ja auch statt so komischen ARD Filmen lieber Greys Anatomy und Private Practice, wie jede andere Frau. 😉

    Da hat man wenigstens noch Dramatik und fortlaufende Handlungen und wenn man gut ist kann man noch was über Krankheiten lernen.

  2. Ach, Frau Freitag, nicht denken bei solchen Filmen, das macht eh nur Kopfaua. Und das zusätzlich zum Nacken – nene, das geht nicht.
    Vermutlich sollte die Moral von der Geschicht sein, dass die Inneren Werte mehr zählen als die äußeren. Also, dass man den alten, schmierigen, ehrlichen, trotteligen nehmen soll, und nicht den jungen, attraktiven, agilen Lügner. Hab den Film nicht gesehen. Bin auch noch länger nicht um die 50, aber warum sollte man nicht den jungen, attraktiven, agilen, ehrlichen Trotte…ähm, Mann nehmen? Wenn schon ein Märchen, dann kann doch so einer auch vorkommen, oder?
    Aber für Kopfaua-weil-Aaargh-Storys empfehle ich Frau Katzens Blog.

  3. Hi Frau Freitag,

    das ist doch komisch, wie unterschiedlich Menschen so etwas auffassen. Ich schildere mal meine Gedanken zu Ihrem Beitrag in der Reihenfolge des Lesens:
    F: “Halbe Hundert” – drei Frauen, um die 50 und wie sie so leben.
    E: Naja, also hunderfuffzich, wenn man’s genau nimmt…

    F:äh wartet mal…86, 96, 106 + 6 gleich 36
    E: Ja, oder einfach 76 + 30 = 106 + 6, oder auch eigenes Alter Minus 8. (Für F gerechnet!)

    F:Erst geht sie sich so einen Callboy kaufen und dann verliebt der sich in sie, weil sie so schön älter ist und man denkt – na, ist doch toll.
    E: Nein. Ich dachte: Die hat Kohle. Vermutlich 90% der männlichen Leser auch.

    F:wie stellen sich denn die ARD-Leute einen Lehrer vor? Graue schmierige Haare – hinten Zopf, vorne Glatze, PULLUNDER – HALLO!!!?!! und natürlich – Cordhosen…
    E:… und Jesuslatschen. Woher kennen die unseren alten Schulleiter??? Vermutlich arbeitet ein Klassenkamerad jetzt bei ARD. Gleich googlen.

    F:und sie aber (…) voll reich und mehrere Häuser und voll das schnelle Auto.
    E:Ich will ja nicht sagen, ich hab’s gewusst, aber: Ich hab’s gewusst!

    F:Jedenfalls denkt man – na, ist doch super, dass sich dieser gutaussehende, charmante, junge Callboy in die Martina verliebt
    E:Was?? Beim ersten mal – OK. Aber nach der Ansage mit der Kohle glaubt doch bitte keiner mehr ernsthaft an „verliebt“, oder??

    F:Sie bucht den da für einen Kongress und dann muss sie 1800Euro zahlen
    E:Falschen Job gewählt. Was fehlt mir noch, um ein gutaussehender, charmanter, junger Callboy zu werden? Ach ja: gut aussehen, charmant und jung sein. Habe doch den richtigen Job gewählt.

    F:Jedenfalls ist der Callboy – Martin…
    E: Frau und Ziegenbock nach Schiffbruch als Einzige auf einsamer Insel angespült. 10 Jahre später legt ein Schiff an, ein kleiner Junge kommt freudig auf das Schiff zugelaufen. Der Erste der von Bord geht: „Na kleiner, wie heißt Du denn?“ Junge: „Mah-ha-ha-haaartin“. *kicher* Siri: Erinnerung Morgen früh Martin-Witz beim Frühstück erzählen. Siri ist einverstanden.

    F:…so ein ganz netter. Sagt immer das richtige, sieht immer toll aus, ist höflich und so weiter. Die Freundinnen von Martina sind voll neidisch.
    E:Auch die haben es noch nicht gerafft: Martin der Grottentaucher ist nur hinter der Kohle her. Aber das ist doch typisch Frau, oder? Merken: Eigene Sicht der Frau stimmt überein, Änderung nicht nötig.

    F:Weil ja das Schicksal von Martin und Martina viel interessanter ist.
    E:Martin und Martina. Haha. Die heissen ja fast gleich *kicher* Einen Moment innegehalten, um zu beobachten wie der Labrador eine Jagdspinne von der Wand schleckt und herunterwürgt. Ekliges Vieh. Spinnenkinder müssen jetzt ohne Mutti auskommen. Arme Spinnenkinder. Aber kein Problem: Die findet der Labrador auch noch…

    F:Und dann bekommt Martina ein Problem mit dem Job vom callboy. Irgendwie ist sie eifersüchtig. Obwohl er ihr immer wieder sagt, dass er seinen Job und sie trennen kann und so weiter.
    E:Das könnte ich vermutlich auch. Alles nageln was zahlt, und zuhause bekochen lassen… Es wäre bestimmt schwer für mich, aber es würde gehen [FingerhintermRückenkreuzgeräusch]

    F:Jedenfalls wird sie dann eines Morgens 50 und er schenkt ihr, dass er seinen Job gekündigt hat. Nettes Geschenk…wer würde sich nicht freuen: Schatz, happy birthday – ich bin arbeitslos.
    E:Ähh? Nicht arbeitslos, Beschäftigungslos. Das ist ein Unterschied. Zumal Sie doch Kohle hat, wozu also arbeiten gehen? Klar, das würde mich auch sprachlos machen – bei DEM Job…

    F:Aber Martina freut sich voll. Aber Martin hat Sorgen. Er hat Schulden.
    E: So ein Zufall. Das ist nur für jene, welche es bisher noch nicht verstanden haben: der ist hinter ihrer Kohle her!

    F:Und ab da war ja klar gewesen,
    E:Naja, oder schon ne Stunde vorher…

    F:Auf so einen ist ja damals sogar Mutter Beimer reingefallen – man erinnere sich, bitte.
    E:Frage: Wieviele Follower gucken wohl die-Sendung-deren-Name-nicht-genannt-werden-darf?

    F:Jedenfalls braucht der Callboy 80 000 Euro – die werden dann erst mal schnell mit Aktienverkäufen locker gemacht.
    E:Genau. Schön nen paar alte Holzmann-Aktien verhökert und noch nen Paket Bremer Vulkan dazu…

    F:Und dann stellt sich aber raus, dass der Callboy die Martina mit Sexbildern erpressen will. War ja klar. 250 000 Euro möchte er haben.
    E:Wer will das denn jetzt bitte sehen? Gegenvorschlag: Fotos auf der Facebookseite vom Callboy posten und zugucken, wie dessen Freunde weniger werden…

    F:Ihre Freundin bekommt eine Brille.
    E:Kassengestell?

    F:Und was ist jetzt das Fazit? Was lerne ich aus dieser Geschichte? Wenn sich jüngere Männer für ältere Frauen interessieren, dann wollen sie die eigentlich nur mit Sexfotos erpressen. Na toll.
    E:Oder einfach nur Kohle…

    Da kann man mal sehen, wie unterschiedlich man doch sowas wahrnimmt, oder? Ich muß zugeben, daß eine der Stimmen in meinem Kopf die ganze Zeit die Titelmelodie von „Rapunzel“ gesungen hat, den mußte ich heute 3x mit der Tochter gucken. Vielleicht war ich nicht ganz bei mir.

  4. Verrückte Geschichte! Irgendwie bescheuert, aber irgendwie auch ganz, naja, nö. Eigentlich ein Scheißfilm! Ein vermurkster Fernsehabend, erst von den halben Hundert zu Marseille-Bayern, dann, als das auch nicht in meinem Sinne verlief, schon zu spät, um aus dem Abend noch was Tolles zu zaubern. Mist.

  5. Und du lernst, dass Brustverkleinerungen mit Brustkrebs quittiert werden, dass der Sinn des Lebens im Umherziehen von kinderbestückten Bollerwagen besteht und dass Chirurginnenmütter so tumb sind, dass sie die Freundin der Tochter mit der Freundin des Gatten verwechseln. Wie das Leben halt so ist. Aber das Kaninchen war voll niedlich!!

  6. Wunderbar, die Zusammenfassung!

    Wenn man gar keinen Sex mehr hat – als ältere Frau – fällt der Erpressungsgrund weg. Aber wahrscheinlich auch das Interesse der jüngeren Männern … 😉

  7. Schön analysiert, aber mal ehrlich, viel Logik darf man von solchen Filmen nicht erwarten. Und Klischees die werden natürlich auch gern bedient. Schöner Callboy, lahme Lehrerin und so weiter. Ich find es auch immer lustig wie Psychotherapeuten dargestellt werden: Wollklamotten (wie ein Hippie), ruhige, fast einschläfernde Stimme und natürlich das obligatorische Antouchen jeder Person mit der man spricht. 😉

  8. Diese Filme spielen doch immer im selben Milieu. Sind immer studierte Leute, haben immer ne tolle Altbauvilla (berichtigen Sie mich, wenn ich falsch liege, ich habs nämlich nicht gesehen), kennen sich mit Rotwein aus. Normal ist das ja nicht…

  9. also ich fand den Film total schön
    mit der Hoffnung, auch noch mit 50 kann Frau attraktiv sein, sich immer noch hirnlos verlieben wie mit 16. Sich sogar auf einen viel jüngeren Mann einlassen
    und trotz aller Probleme und Hindernisse kommen die Chirugin und ihr Lehrer wieder zusammen, Geld und Prestige ist nicht alles…
    dass der so lehrerhaft, schmierig mit Pullunder gestylt war, fand ich total sympathisch! sie war immer so gestylt und die Freundinnen auch, und er legte auf sowas keinen Wert…

  10. Danke für die umfassende Zusammenfassung, na, da muss ich den Film ja gar nicht ansehen… reicht so auch.

    Bin gerade dabei, „Chill mal..“ zu lesen. Bin zwar GS-Lehrerin, fühle mich aber dennoch ins Thema integriert und hab so meinen Spaß!!!!!
    Und dann entdeck ich noch den Blog! Herrlich.
    Weiter schöne Ferien für alle !

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