Raus damit!

„Wie sich bei dir auf dem Blog alle auskotzen.“ sagt Frau Dienstag. Wir kommen vom Yogi-oh-Yoga und ich fülle meine erweiterten Lungen und mein geöffnetes Herz mit Zigarette.
„Die können alle nicht mehr. Wie viele da geschrieben haben, dass sie ihre Klasse hassen…“
„Ja, wird einfach Zeit, dass jetzt die Ferien beginnen. War echt lang genug.“

Und sich gepflegt auszukotzen hat doch auch sein Gutes. Ist doch wie reinigendes Atmen – den Dreck rausatmen. Wie Fasten – innere Säuberung oder wie aufs Klo gehen – den unbrauchbaren Müll einfach mal abseilen. Ich finde das sollte man unbedingt vor dem Ferienbeginn machen, damit man den ganzen Scheiß nicht in seine Erholungstage mitnimmt und schon gar nicht sollte man das, was einen ankotzt mit ins nächste Jahr nehmen. Deshalb werde ich jetzt hier mal alles aufschreiben, was mich nervt und dann steht es hier und belastet mich nicht mehr. Also los:

Mich kotzt an, dass die achte Klasse soooo scheiße ist. Dabei ist alles so durchschaubar, jede Stunde sehe ich was ich falsch mache und mache es trotzdem immer wieder falsch. Mich nervt, dass ich da so unprofessionel und so emotional mit umgehe. Mich kotzen vor allem Kufa, Hamsa und die anderen Deppen an und die zwei Grazien vor meiner Nase, die sich entweder einschleimen oder mich blöde anmachen.

Mich nervt, dass Hamid aus meiner Klasse sich so als Chef aufspielt. Ständig versucht er die anderen zu unterdrücken. Und immer wenn ich was sage, hat er das letzte Wort. Immer. Ich könnte ihn würgen dafür. Das nervt mich echt wahnsinnig. Aber nach den Ferien kommt Mama Hamid und dann geht es ihm an den Kragen – verbales Würgen wird das dann.

Mich nervt, dass ich noch kein Geschenkpapier habe und im Fernsehen dauernd gesagt wird, dass es so stressig sei in den Geschäften und jetzt traue ich mich da nicht rein.

Mich nervt – Umsatzsteuer – VIERTELJÄHRLICH – wattn Stress. Gab’s früher nicht.

Ich will auch nicht, dass Guttenberg jetzt Generalsekretär von der FDP wird. Überhaupt nervt mich die FDP. Und Guttenberg nervt mich auch und Wulff auch.

So, jetzt fällt mir gar nicht mehr so viel ein. Komme ja auch gerade vom Yoga, da ist man einfach nicht mehr so genervt. Ich bin entspannt und eigentlich versöhnt mit der Welt.

Aber liebe Leser, schreibt ruhig mal, was euch so nervt. Schreibt es hier als Kommentar hin und dann ist es raus aus eurem System und nervt euch nicht mehr. Wir wollen doch alle ganz entlastet ins neue Jahr gehen. In diesem Sinne: Kotzt euch einfach mal aus!

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Allgemein

40 Gedanken zu “Raus damit!

  1. Mich nervt, dass ich als Referendarin jede Kritik schlucken muss und zwischen allen Stühlen stehe. Im Seminar sagen sie, ich soll so unterrichten, in der Schule ist es wieder anders und bei dieser ganzen Sache bleibe ich ziemlich auf der Strecke. Und das, obwohl man ständig, fast schon mantra-artig, gesagt bekommt, man müsse seine Lehrerpersönlichkeit finden.

    Schüler nehmen einen noch nicht für voll, ich selbst fühle mich manchmal wie die Referendarin, die ich als Schülerin auch nicht leiden konnte und nie kann man sich ausprobieren um die Lehrerin zu werden, die man wirklich sein möchte.

    Und dann demnächst die ersten Unterrichtsbesuche: ich bin kaum in diesem verkürzten System angekommen, da wollen sie schon die ersten Prüfungen sehen – und nicht nur Stunden, neeeeein, Weltwunder erwarten sie: ein technisches Feuerwerk mit nie da gewesenen problematisierten Themen, in denen die Schüler in 45min lernen, was sie sonst nie auch nur hören und erleben würden, mit allen Sinnen, versteht sich. Bitte keine Arbeit mit dem Lehrbuch, nichts mit Grammatik, sonst würden die ja normalen, alltäglichen Unterricht sehen.
    Referendariat, ich stecke in dir fest…

    • oh du arme…referendariat ist wirklich hart, aber falls es dir hilft – später ist es echt besser – da kannst du dann jahrzehntellang mit dem buch arbeiten wie ich. und die lehrerpersönlichkeit — das dauert und die seminarleiter…leider haben die meisten keine ahnung, wie das in der schule wirklich abgeht. triff dich mit anderen referendaren und lach über die absurditäten dieser ausbildung.

    • AMEN! Und es kotzt mich an, dass man ungerechtfertigte Kritik einfach so hinnehmen muss. Es kotzt mich an, wenn man in meinen Unterricht reinquatscht, weil man NICHT AUFPASST!
      Es kotzt mich an, dass aus Themen wie verschwundene Scheren ein Geschiss gemacht wird, als hätte man keine größeren Probleme, aber wenn man eh schon offensichtlich traurig ist, nochmal nachgetreten wird. Danke, liebe Kollegen. Nämlich für gar nix.
      Es kotzt mich an, dass mancher Schüler in meiner Neunten meint, er kann mich provozieren und es nervt, weil das auch noch meine Leistungsträger sind und ich nicht weiß, wie ich damit umgehen soll.
      Und mein blöder Körper nervt mich auch, der so gar nicht funktionieren will wie ich möchte. Oder überhaupt mal funktionieren, das würde schon reichen. -.-
      Und am allermeisten nervt mich, dass jeder außer meinen Eltern so tut, als wäre das alles doch so simpel und ich könnte noch hundert andere Sachen nebenbei machen und wäre einfach zu bequem dazu. *arg*
      (Das tat gut.)

    • Oh man, mir geht es genau wie dir! Bin auch im Referendariat und ich habe jeden Tag das Gefühl, ich müsste abbrechen, weil einem ständig gesagt wird, was man falsch macht und das die Leistung einfach nicht ausreicht. Und das, obwohl man sich die Füße wund rennt auf der Suche nach Material, den Hintern platt sitzt beim Planen und den Kopf und die Ohren beim Ideensammeln rauchen lässt. Lohn für die Mühen? Nearly burnt out… und du hast so recht: im Umfeld versteht das bis auf evtl und vielleicht andere Ref-Kollegen niemand!

  2. danke, frau freitag!

    ich finde es zum kotzen, dass ich mit meinem sohn seit 2 monaten durchgehend erkältet bin, weil die doofen mütter ihre kranken kinder in den kindergarten schicken.

    mich nervt es, dass mein mann so eine uschi ist und ständig rumheult, dass ihm dies und das wehtut und komischerweise bei fussballspielen blitzartig wieder gesund ist.

    ich möchte endlich mal wieder alleine aufs klo gehen. ohne meinen sohn als begleitung, der mir ständig die sachen aus den schränken ausräumt und auf dem boden liegenlässt.

    ich will endlich urlaub. ich meine, richtigen urlaub. ohne kochen, aufräumen, putzen, rechnung überweisen und den ganzen mist. und dann will ich mal schlafen, lange. und wenn der kleine sich meldet, soll mein mann sich um ihn kümmern und auch mal händchen halten, wenn die nase zu ist und junior nicht mehr atmen kann.

    weisst du was, frau freitag? ich möchte endlich mal wieder selbstbestimmt leben können. noch 15 jahre, dann ist das tollste kind von allen endlich 18 und ich. 47!!! ich bin dann 47. wow. ob ich dann noch lust habe, mir die abende mit lustig-dummen clips auf youtube und facebook um die ohren zu schlagen?

    in diesem sinne wünsche ich dir noch einen wunderschönen abend und danke für die beiträge, die mich abends immer erheitern und zum nachdenken bringen.

    • mit 47 geht der spaß im leben doch erst richtig los… und kopf hoch – der sohn wird sich schon früher abseilen – spätestens wenn der 12 ist kannst du wieder alleine aufs klo gehen – kopf hoch.

    • @Nurci
      „47!!! ich bin dann 47. wow. ob ich dann noch lust habe, mir die abende mit lustig-dummen clips auf youtube und facebook um die ohren zu schlagen? “

      Bin zwar erst dreiundvierzig, aber wenn mich mal von mir ausgehe, würde ich sagen „ja, wirst du!“ 😀

      • danke schön fürs aufbauen, ihr lieben. das auskotzen gestern hat tatsächlich gut getan. und dann so nette worte von euch zu lesen, baut mich echt auf. valla 🙂

        nele ich glaube auch, dass ich mit 47 nicht anders sein werde. ich dachte immer, mit 32 ist man seriös und ernst und erwachsen. und im grunde fühle ich mich so wie mit anfang 20. vielleicht bin ich mit 47 ja dann tatsächlich erwachsen. aber die youtube-clips sind einfach zu köstlich 😀

        maestra, ich werde mir tatsächlich im frühjar ein wochenende ganz alleine gönnen. ich werde dann in eine andere stadt fahren, in ein wellnesshotel mit einem tollen hörbuch und nur schlafen und mich verwöhnen lassen. das ist tatsächlich das, was mich gerade aufrecht hält…

        schöne ferien frau freitag. dein buch wird übrigens an weihnachten verschenkt. ich bin mir sicher, meine freundin wird es genauso verschlingen wie ich :))

  3. Au ja, mach ich gerne *hust*
    Mich nervt, dass ich auf morgen noch ewig viele Hausaufgaben machen muss, obwohl es der letzte Schultag ist… (und zum abschreiben wird in der früh keine Zeit mehr sein…)

    lg, Theni

  4. Also mich nervt schon viel, aber rauskotzen muss ich es nicht. Ich habe eine prima Supervision mit ein paar Kollegen, ein prima Kollegium, welches sich auch supervidieren lässt. Prima Kooperationspartner und Freunde der Schule. Heute habe ich ein Versöhnungsgespräch mit einer Kollegin geführt, die mich letzte Woche zur Schnecke gemacht hat, teils zu recht, teils nicht. Hausmeister und Sekretärin dürfen nicht vergessen werden, die Schulsozialarbeit ist prima. Ist halt ein Glücksfall. Trotzdem ist das rigide dreigeteilte Schulsystem in Bayern Scheiße, der Umgang von oben nach unten unsäglich autoritär und noch im 19. Jhdt. verhaftet. Aber überleben können wir. Ein zusammen geschweißter Haufen von fast nur Lehrerinnen, teils schon mehr als 20 Jahre zusammen arbeitend, mit Riesenerfahrung und einer professionellen Schulentwicklung an der Seite.
    So gelingt es uns, einigermaßen zu überleben.
    Und die Kids – sind schwierig wie überall, aber bereit, mit uns auf der Beziehungs- und dann Lern- und Pauk- und Schimpfebene zu arbeiten.
    Schau mal:
    http://www.hs-neuaubing.musin.de
    Eine kleine, rebellische, vom Stadtteil sehr, von oben wenig geliebte Schule.

  5. Da die meisten Supermärkte momentan Geschenkpapier im Angebot haben, sollte es nicht SO schwer sein, noch welches zu bekommen. 😉

    Und mich nerven derzeit scheußliche Hasskommentare, die eine reinste, vor die Füße gekotzte, Beleidigung sind, falsche Tatsachen vortäuschen und an den Haaren herbeigezogen sind.

  6. …upps, wenn so direkt dazu aufgefordert wird, Dampf abzulassen, fühlt man sich offenbar ertappt und traut sich nicht mehr. Ich würde auch nicht über unsere Pubis herziehen, sie nerven zwar manchmal extrem, aber sie sind schließlich hormonell zeitweise völlig unzurechnungsfähig, und wenn man noch dazu die Geschichten dahinter kennt… Arme Socken! Um den nötigen Abstand zu gewinnen, haben sich auch die 25 km räumliche Distanz bewährt. Davon 12 km Autobahn. Und das seit über 30 Jahren. Was da schon alles liegt, auf diesem Asphaltband, unfassbar! Aber wenn ich mein Ortseingangsschild passiere, zeichnet sich oft schon ein Lösungsansatz ab.
    Was mich wirklich nachhaltig nervt, sind Eltern, die alles besser wissen, Kollegen, die freimütig meine Kleberflaschen im Kunstraum benutzen und nicht ersetzen oder im Lehrerzimmerkühlschrank fremde Lebensformen züchten oder jeder, der/die in einer Woche mit bereits einem Konferenznachmittag, einem ganztägigen, aufwändigen Projekttag und zwei regulären U-Nachmittagen noch eine Konferenz reindrücken muss zu einem eher allgemeinen Thema. So, das musste mal raus. Jetzt kann’s Weihnachten werden. Frohes Fest an alle!

  7. mich nervt vor allem dieses wahnsinnig machende Vulgärvokabular, ich kämpfe bei Kindern und auch Kollegen dagegen an ( … 5 Minuten raus …) und dann sowas hier????
    Dampf ablassen geht auch ohne ständig zu ko…. oder SCH… sagen zu müssen…..

    man ey frau freitag …

    • Oder, wie es in der Zeit der französischen Revolution von 1789 in einer der ersten politischen Tageblätter, dem „Véritable père Duchesne“, regelmäßig so schön zu diesem Thema zu heißen pflegte:

      „FOUTRE!“ 😉

  8. Na ok, probieren wir es mal mit Frau Freitags Theorie… Mich kotzen in erster Linie Kollegen an, die alles besser wissen, die permanent lamentierend zur Chefin rennen, die die Stimmung in deiner Klasse zum SIEDEN bringen… und dabei hat diese Kollegin nur 3 Stunden in meiner Klasse… meine Klasse ist auch noch klein,ok nicht mehr süß, aber deren Frechheiten sind keineswegs persönlich gegen dich. Deren Frechheiten beziehen sich auf vorher erlebtes , zu Hause, oder so. Aber echt, da gibts eine, die diese armen Würstchen als Monster sieht. und die Kinder und mich fertig macht. Ich beschwöre die Herzchen, genau diese eine Stunde durchzuhalten, es geht nicht.!!!!! Da werden Eltern vorgeladen, da wird nachgesessen, da wird sich beschwert, denn wenns mit der Klasse nicht klappt, DANN LIEGT ES AM KLASSENLEITER. So ist das bei uns, Gott sei Dank nicht mit allen. Deshalb auch hier mal viiiieeeelen Dank an meine zwei Kollegen, die auch Freunde sind und auch zuhören, ehrlich diskutieren und mich verstehen. Danke, ihr beiden, hab euch lieb…. Danke Frau Freitag,( schade, dass es zwischen den Jahren sicher nicht viel zu lesen gibt) für viele lustige und vor allem ehrliche Lehrerbeichten, grüßen Sie Ihr Fräulein Krise…Frohes Fest und Guten Rutsch, auf dass wir noch ein paar Jahre durchhalten.

  9. Mich nervt Beziehungsstress über Weihnachten, der darin zu gipfeln scheint, dass nun eben NICHT gemeinsam gefeiert und in den Urlaub gefahren wird. Das würde ich echt gerne gegen einige leere Kleberflaschen tauschen. Scheiße!

  10. Ist ja interessant, dass man hier so einfach rausfliegt wenn man es wagt leise Kritik zu äußern. Nun weiß ich sicher – Sie müssen Lehrer sein!!!
    luciano

  11. Mich nervt es, immer nur die doofe FSJ’lerin zu sein, die das machen muss, was all die anderen nicht machen wollen. Wenn ich was über die Kinder sag, stimmt es nicht. Obwohl ICH mich mit den Eltern drüber unterhalten habe, weil ich mich um die Kinder sorge. Irgendwann platze ich mal, dann erfahren die Eltern, was ihre (geistig behinderten) Kinder im Unterricht bei uns so ein manches mal durchmachen müssen. Als Schülerin fand ich die meisten Lehrer scheiße. Ich dachte, das ändert sich, wenn ich sozusagen auch auf der Lehrerseite steh. Aber nö. Sie sind immernoch scheiße. Ob auf normalen oder auf Sonderschulen. Ich finde es nicht ok, den Kindern z.T. so ein „Leid“ zuzufügen und es ihnen so schwer zu machen. Sie haben es doch ohnehin mit Behinderung schwer genug, oder ?

  12. Tja, was mich nervt… Projektleiter, die alles besser wissen und sich ständig neue Merkwürdigkeiten ausdenken, die meine Kollegen und ich dann umsetzen dürfen. Aber jetzt nicht mehr, ich hab Ferien!

    Liebe Frau Freitag, frohe Weihnachten, ein gutes neues Jahr und vor allem gute Erholung, das hast du dir verdient!

  13. Mal was positives und was zum Neidischsein für Frau Freitag:
    Meine Schüler haben mir, der Referendarin, Weihnachtsgeschenke gemacht! Schüler sind eigentlich voll durchschaubar: Man besticht sie mit Süßkram und kleinen Geschenken und schon haben sie einen lieb und man darf sie im Alltag ruhig permanent zusammenmotzen 😉

  14. Liebe Frau Freitag,
    mein Referendariat habe ich zum großen Teil nur durch Ihre Hilfe überlebt. Zu einem Zeitpunkt, als ich nicht mehr konnte, weil die Hospitationsauswertungen fern ab der Realität waren (ich hätte die Disziplin nicht im Griff, dabei lief es in den Hospis vergleichsweise super! Ich wollte nur eine „RAUS!“-„Nein!“-„Doch!“ Endlosschleife vermeiden und habe nicht zu scharf reagiert und vieles mehr,…), ist mir auf wundersame Weise Ihr Buch in die Hände gefallen. Ich habe so gelacht, wie seit Jahren nicht mehr mit anschließendem Bauchmuskelkater. Die Antworten der Schüler wie: „Seh ich so aus, als ob ich mich umdrehe und zur Tafel gucke, da bekomme ich ja Augen- f***“ und der Gleichen, habe ich fortan nicht mehr auf mich bezogen, sondern konnte ganz cool über den Dingen stehen. Noch immer lese ich fast täglich im Block oder Buch, es ist einfach die beste Medizin für meine angeschlagenen Nerven. Vielen, vielen Dank und weiter so! (Ich hoffe dieser Beitrag wird nicht wegen schleimen zensiert:)) Aber in der Weihnachtszeit darf man wohl hoffentlich auch einfach mal DANKE sagen. Danke, Frau Freitag und weiter so, vielleicht lesen die Verantwortlichen diesen Block und das Buch auch irgendwann einmal und verstehen, dass DAS die Wirklichkeit ist.

    • ach, das ist ja das schönste weihnachtsgeschenk überhaupt. vielen vielen dank. by the way, ich habe auch nur überlebt, weil ich den blog habe und das buch geschrieben hab. und das referendariat hätte ich auch fast nicht überlebt. ich wurde von der seminarleiterin so fertig gemacht, dass ich von ostern bis zu den sommerferien nur noch geheult habe. aber man trifft sich immer zweimal im leben.
      kopf hoch, irgendwann wird alles besser. und jetzt erstmal schööööne ferien.

  15. Mich nerven Eltern, die ihre Kinder mit dem ganzen Müll belasten, den sie so verzapfen und sich dann wundern, warum das Kind irgendwann austickt.
    Und Eltern, die ihre Kinder so sehr für Versager halten, dass die Kinder es glauben und dann nicht anders können, als sich selbst und andere in Grund und Boden zu stampfen.
    Und Eltern, die sich vor ihren Kindern mit Wörtern beschimpfen, die nicht mal nach 24 Uhr öffentlich genannt werden dürfen.
    Und Eltern, die nach außen heile, harmonische Welt vorspielen und es dann nicht mal gebacken kriegen, das Kind regelmäßig mit einem Frühstück und bei strömendem Regen mit einer Kapuze auszustatten.
    Und Eltern, die mir erzählen ihr Kind sehe andere Leute „als leblose Steine“ an, wenn das überhaupt nicht stimmt.
    Mich nervt es einfach allgemein zu sehen, dass 99% der Kinder meiner Klasse nicht in meiner Klasse sein müssten, wenn die Eltern sich einfach mal wie ebensolche verhalten würden.

    Mich nerven Kollegen, die einem Kind bei völlig störendem Verhalten auch beim fünften Mal noch freundlich ins Ohr säuseln „Jetzt hörst du aber bitte damit auf!“.
    Mich nervt es, wenn die Vertretungskollegin die Situation in der Klasse eskalieren lässt und ich dann noch zwei Tage später Schadensbeseitigung betreiben muss…oder wenn ebendiese Kollegin in Doppelbesetzung neben mir steht, wenn ich einem Kind helfe und mild interessiert in den Raum starrt, während andere Kinder Hilfe gebrauchen können.

    Was mich nicht nervt: wenn ich erkenne, dass diese Kinder im Grunde tolle Persönlichkeiten sind, die trotz aller Schwierigkeiten, die sie mit sich bringen, auch viele nette und liebenswerte Seiten haben. Wenn die Eltern das nur auch mal sehen würden. Aber da sind wir ja wieder bei: was mich nervt.

    Jetzt erst mal schöne Ferien und einen guten Start in 2012.

  16. Mich nervt meine reizende 9. Klasse, in der es 50% der Jungen schafften, beim weihnachtlichen Plätchenessen allen andern die komplette Zeit über den Rücken zuzudrehen UND Marzipan durch die Gegend zu werfen – ja, es sollen Gymnasiasten sein! Da lobe ich mir die Hauptschulklasse!
    Mich nerven die Schüler, die kurz vor Weihnachten Butterfly-Messer auf dem Schulhof handelten und damit eine riesige Menge zusätzliche Konferenzen verursachten.
    Mich nerven die Kollegen, die ein Weihnachtskonzert organisieren, dass so schlecht ist, dass es keiner hören will – und das alle Jahre wieder trotz entsprechendem Feedback.
    Andererseits war es bei den meisten Klassen jetzt sehr nett und besinnlich, und im Kollegium sind alle Nullnummern dauerkrank, und die Vertretung ist sehr prima.
    Und ich habe alle Geschenke (nur noch einpacken), habe Plätzchen gebacken und eingekauft (es fehlt noch der Tannenbaum), die Kinder sind lieb trotz Pubertät und wir haben schon Ferien!
    In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

  17. mich hat unlängst ein schüler mit dem schönen namen „Jesus“ (gesprochen ccchhhessuss,o.ä. – name nicht geändert, weil der gag sonst nicht funktioniert. die gefahr, dass eben genannter auf diesen blog kommt, ist geringer, als ein sechser im lotto) tierisch genervt. als das fass überlief, habe ich folgenden brüller rausgehauen:“wenn du schon jesus (gesprochen jesus) heißt, dann benimm dich auch so!“ ca. 80 % seiner jünger (klassenkameraden) haben den gag verstanden, schmeißen sich weg vor lachen – ich klopfe mir vor begeisterung noch minuten später (im geiste) auf die schulter – ruhe bis zum ende der stunde.

  18. Meine 8-er waren am letzten Schultag vorbildlich – echt wahr- und ich konnte sie sogar mit lobenden Worten in die Ferien entlassen. Und wie immer- bin ich pünktlich zum Ferienbeginn krank-toll.
    Vielen herzlichen Dank für das Buch – liegt nun x-mal unterm Weihnachtsbaum- und den blog, auf den ich mich jeden Abend freue. Ehe ich den PC ausmache lese ich hier immer meine Gute-Nacht-Geschichte und gehe dann gutgelaunt schlafen.
    Erholsame Ferien und besinnliche Weihnachtsfeiertage
    eine neue – aber sicher treubleibende Leserin

  19. Mich nerven oft die kleinen Dinge, wo ich vielleicht auch geduldiger mit anderen sein könnte. Aber ansonsten alles in Butter. Allen „Angekotzten“ wünsche ich baldige Besserung und eine gründliche Dusche! 😉

  20. Mich nervt grade, dass ich zwischen Weihnachten und Neujahr arbeiten muss, dass Silvester auf nen Samstag fällt und dass der nächste Urlaub noch 12 Wochen auf sich warten lassen wird. Außerdem nervt mich meine Azubine, die anscheinend nie zuhört, wenn ich ihr was sage und die bei jeder Kritik patzig wird und es nervt mich, dass ich selber dann nicht energischer bin, sondern mir immer nur denke „lass sie, in nem halben Jahr isse weg…“.
    Außerdem nervt mich, dass ich am Ende des Monats nie Geld über habe, dass ich meine Familie zwar mag, aber nicht länger als 4 Tage ertrage und dass ich so verdammt faul bin.
    So. Uff. Und nu mal sehen, ob es besser wird 😉
    Allen anderen Aukotzern wünsch ich bessere Zeiten, die kommen bestimmt!

  21. mich nervt der chef, der ähnlich entscheidungsfreudig ist, wie ein 7 Tage altes Kalenderblatt. Über jede Entscheidung muss er erstmal schlafen und wenn irgendwann die Frage kommt, was wir machen sollen, weil eine Bombe im Schulgebäude tickt, dann.. ja DANN wird es wohl richtig originell.

  22. @ cajonero: Wie wär`s nächstes Mal mit demSpruch: „Jesus,wenn du nicht sofort aufhörst mit (…), bestelle ich deinen Vater!“

  23. Mich nervt so vieles. Manches aus der Vergangenheit, manches aus der Gegenwart.
    Hätte es diesen Blog schon zu meiner eigenen Schulzeit gegeben (und hätten meine Eltern damals schon einen Internetanschluss gehabt) dann hätt ich so manches leichter wegstecken können.

    Na wie auch immer 🙂 Neues Jahr, neues Glück. Ich wünsche euch allen gutes Gelingen, stahlharte Nerven und das ihr niemals die Menschlichkeit vergesst

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