13.7.-Vertretungslehrer III

Jetzt bin ich dran – auch wenn hier noch alle auf die Fortsetzung von Marqs Abenteuern auf Klassenreise warten…aber damit kann ich leider nicht dienen….(vielleicht wacht ja der Marq irgendwann auch wieder auf, nach dem durchwachten Schaller-Baller-Trip).
Aber zum Thema Vertretung, da fällt mir was ein:
Wir haben Vertretung!!!
Wenn die Meldung den Weg vom Vetretungsplan bis in den Klassenraum geschafft hat, dann gibt es gemischte Reaktionen. Die einen: „Na, mal sehen was wir machen.“ Die anderen (die Fans): Ohh, schon wieder nicht die originale Frau Freitag, nur wieder der olle Dingens…“
Aber wenn man dann die Klasse betritt, rufen alle: „Gucken wir einen Film?“
Wenn man schon mal einen Film gezeigt hat, dann wird gleich skandiert: Film gucken! Film gucken!
(Ich warte dann schon mal 30-40 Sekunden, und wenn sie dann aufgehört haben, dann sage ich: „Eigentlich wollte ich ja mit euch einen Film gucken, aber da ihr euch so aufgeführt habt machen wir jetzt was anderes.“
Mache ich meist dann, wenn ich den Film eh nicht dabei habe….denn ich gucke ja auch gerne mal einen Film; in der Vertretungsstunde, versteht sich.
Wenn ich denn gerade noch einen irgendwo geschnappt habe (Manche Kollegen haben richtige DVD-Sammlungen (alle gebrannt natürlich), dann ziehe ich sie gleich raus und sage: Es gibt einen Film, WENN ihr eure Plätze leise aufräumt und dies …und das…. und jenes….
In diesen Momenten kann ich von ihnen alles verlangen (wenn es unter 5 Minuten ist). Ich liebe diese Momente!
Eigentlich mache ich also ganz gerne Vertretung, außer wenn der Kollege Aufgaben aufgeschrieben hat, also was die Schülerlein in der Stunde machen sollen.
Manchmal ist das ja ganz gut, dann hat man eigentlich gar nix zu tun und die Lernenden werden endlich mal nicht von ihrem Fachlehrer beim Arbeiten gestört.
Manche Kollegen schreiben allerdings so viele Aufgaben auf, dass ich den Eindruck habe, die sollen das ganze Halbjahr aufholen in der Stunde. Meist machen die Kinder dann gar nix oder nur einen Bruchteil von dem verlangten Pensum.
Und wenn dieselben Kollegen dann auch noch fragen: „Habt ihr alles geschafft?“
Dann sage ich schon mal: „Weißt du, ich hab deinen Zettel erst gesehen, als ich schon mit den Rittern(Wikingern, Indianern etc) angefangen hatte, und da wars schon zu spät…“
Schön ist auch, wenn die Schüler fragen: Können wir machen, was wir wollen? – Antwort: „Wenn es so leise ist, dass ich in Ruhe meine Zeitung lesen kann!“ Zur Erklärung muss ich wohl anfügen, dass ich in einer Schule arbeite in der: die Kinder noch relativ klein (bzw. jung) sind, mehr Stunden haben als in einer normalen Schule, von ihren Eltern ziemlich gut gefördert und unterstützt werden und vielfältige Interessen haben; also habe ich kein Problem damit, die Kinder mal machen zu lassen was sie wollen. Es sagt auch keiner: „Müssen wir wieder machen, was wir wollen?!“
Im Gegenteil, ich lerne dann dazu: z.B. über Fantasiewesen die geheimnisvolle Zauberkräfte und selten bescheuerte japanisch klingende Namen haben und aussehen, als ob sie samt und sonders dem Meer bei Fukushima entstiegen wären. Bei den Regeln denen diese Spiele unterliegen, steige ich allerdings regelmäßig aus- da muss man diese gewisse Kinderlogik für haben. Gerne lasse ich mich auch in Diskussionen über StarWars verwickeln, das hat fast was von Geschichtsunterricht….
Aber jetzt bitte keine Diskussionen über Sinn und Unsinn meiner Handhabung von Vertretungsstunden. Schließlich sage ich alles Frau Freitag und die kommt ja bald wieder….und dann werdet ihr schon sehen!!!
In diesem Sinne: Ihr dürft machen was ihr wollt!

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Allgemein

19 Gedanken zu “13.7.-Vertretungslehrer III

  1. „…und die Lernenden werden endlich mal nicht von ihrem Fachlehrer beim Arbeiten gestört.“
    Den find ich am Besten!
    Und auch den dritten Vertretungsbeitrag finde ich sehr gut. Lustig fänd ich, wenn ich jetzt nach Frl. Krise und Fr. Freitag noch zig andere Blogs lesen könnte, weil alle Vertreter (wo sind eigentlich die -innen???) eigene Blogs aufmachen…

    Herzlichst usw.

  2. Ja, die guten Vertretungsstunden… In der Mittelstufe wurde bei uns meistens auch gefeiert, wenn dann mal eine Vertretungsstunde anstand. Oft durfte man sich leise unterhalten oder sich anderweitig beschäftigten, es wurden Filme gezeigt und manchmal hat der Lehrer irgendwelche Spiele organisiert oder sich einfach mal eine Unterrichtsstunde nett mit der Klasse unterhalten. Die Übungsaufgaben waren dann schon nerviger… Diese Massen sind mir im Übrigen auch noch gut in Erinnerung geblieben. Viele haben den Kampf mit den Aufgaben schon in Runde 1 aufgegeben, ich hab mich meist dahinter gehangen und auf Hochtouren gearbeitet, da der Rest ja traditionell zur Hausaufgabe mutiert – und ich mir meine nächsten zwei Nachmittage retten wollte~ In der Oberstufe waren die Vertretungsstunden dann vorbei. Da gab es nur Stunden, in denen wir plötzlich einen Referendar vor uns stehen hatten, der in 2 oder 3 Wochen seine Prüfung bei uns ablegen sollte, aber das ist eine andere Welt~

    Ah, einen kleinen Einspruch muss ich aber noch einlegen ^^ Sie scheinen mir etwas herablassend auf die japanische Welt von Anime, Manga und Videospielen hinabzublicken~ Besonders die Gestaltung der Personen und Wesen mag eigenartig anmuten, aber die Materie ist mit „Kinderlogik“ lange noch nicht verstanden und erklärt ^^ Das Genre ist sehr groß und vielseitig und vermittelt meiner Erfahrung nach sehr viele wichtige Werte, die in Zeichentrickserien auf SuperRTL etc. gänzlich fehlen.

  3. Komische japanische Viecher mit unverständlichen Regeln. Das erinnert mich an was: wir haben immer Auto Karten gespielt. Mit so Bildern drauf und paar technischen Daten. Mensch wie hiess denn das immer.. ich komm nimmer drauf.. Auto-Maumau.. nee. Auto Tarot.. *seufz*.. jedenfalls hab ich da bis heute die Regeln nicht kapiert. Kennt das jemand?

    • Auto-Quartett hieß das bei uns, obwohl man da nicht vier ähnliche sammelte, sondern immer nur das aufrief was den höchsten Wert hatte, meist ohne zu wissen, was das bedeutete (z.B. U/min 3500 – weiß ich bis heute nicht, wir sagten immer Ummis)….

    • bei uns hieß das „Trumpf“: mein Bruder hatte ein wunderbares Raketen-Trumpf (die älteste war galube ich die V2 und die jüngste das spaceshuttle) und ich eines mit Insekten (ich mag „creepy crawlies“ noch heute), Autos waren da eher langweilig.

  4. Hier ist dann etwas für die Pause nach der Vertretungsstunde:

    (Gesprochen von Eddie Izzard, eigentlich als Sketch auf der Bühne)

  5. Na, Star Wars klingt ganz nach meinem Klientel. Besonders gut kommt es da, wenn man sich ein wenig in den Legoserien auskennt. Dann kann man beispielsweise einfließen lassen, dass man den Preis von über 400,- € für den Todesstern doch ein wenig zu hoch findet, während das Imperial Shuttle mit 260,- € schon fast ein Schnäppchen darstellt. Immerhin sind da Darth Vader und Luke Skywalker dabei! Man bedenke!

    Gruß aus der Primarstufe

  6. oh, oh, Film gucken im Vertretungsunterricht ist vom Teufel! Da hätte ich ja umgehend eine Mail meines Lieblingselternbeirats gehabt mit der Bitte um Aufklärung, wie z.B. „Wer früher stirbt, ist länger tot“ didaktisch in den Kontext der Unterrichtseinheit xy einzuordnen ist. Ich kann nur hoffen, dass KindLieblingselternbeirat
    mit fortschreitender Pubertät weniger mitteilsam wird, bzw. sich weniger aushorchen lässt.
    Feriengrüße an alle!

  7. Wir hatten einen Lehrer, der immer, wenn er Aufsicht bei Klassenarbeiten hatte, aus einem Witzbuch vorlas. Sehr unterhaltsam, aber nicht immer gut für die Arbeit.

    Leider hat zu uns niemand gesagt, dass wir machen dürfen was wir wollen. Dann wären wir nämlich leise gegangen.

  8. „Aber jetzt bitte keine Diskussionen über Sinn und Unsinn meiner Handhabung von Vertretungsstunden.“

    aber nicht doch, wie werden wir uns unterstehen anzumerken das sie sich vor ihrem job drücken. gott bewahre.

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