Tennis – Schule – wo ist da der Unterschied?

Lieber Boris Becker,

komm‘ doch bitte bei uns an der Schule vorbei. Ich habe auch Probleme und die Schüler auch. Da wäre z.B. der Bernd aus der Siebten. Den verarschen die anderen Kinder immer und der geht schon gar nicht mehr gerne zur Schule. Die anderen Jungs aus der Klasse geben ihm Nackenklatscher, sie verstecken seine Federtasche und wenn ich mal jemanden ermahne ruhig zu sein, dann sagen die immer: „Ja ja Frau Freitag, den Bernd den ermahnen Sie nie, weil er Deutscher ist.“
Ich bin sicher, da könnten Sie was machen. Kommen Sie doch bitte mit den Handwerkern und wir streichen meinen Klassenraum und dann gehen alle Erwachsenen raus und nur das Kamerateam bleibt da. Es wäre bestimmt sehr wirkungsvoll, wenn der strenge Vorarbeiter dem Jungen, der die Mobberbande anführt das Kommando übergibt. Und dann muss der Vorarbeiter noch sagen, dass der Bernd auch die Wände streichen soll. Und wenn dann alle weg sind, dann können die Jungs den Bernd richtig doll ärgern und ihn auch hauen und beleidigen und das wird dann alles auf Video festgehalten. Es reicht ja nicht, dass der Bernd das erzählt, das muss ja erst mal filmisch bewiesen werden. Wenn der Bernd dann irgendwann heult wäre das natürlich super – wegen der Wirkung. Und dann kommen Sie Herr Becker! Sie sehen gerade noch, wie die Jungs den Bernd rumkommandieren und der sich den Rotz mit dem Ärmel wegwischt. Und dann kommt IHRE Ansprache. Die weltverändernde Rede. Sagen Sie den Jungs mal, dass das, was sie mit dem Bernd machen gemein und feige ist. Wir Lehrer machen das ja nicht. Wir haben ja noch NIE mit den Mobbern gesprochen. Wir gucken uns das ja nun schon seit Jahren an und tun NICHTS.

Sie sagen: „Ihr seid doch Männer. So was macht man nicht!“ Und ich bin sicher, die hören sofort damit auf. Sie werden sich bei Bernd entschuldigen, weil ihnen endlich mal jemand gesagt hat, dass ihr Verhalten falsch ist. Plötzlich haben sie es eingesehen und jetzt wollen sie sich auch unbedingt mit Bernd befreunden, denn eigentlich ist er doch ein ganz dufter Kumpel.

Also das Bernd-Problem wäre doch ein Klacks. Dann wäre da noch Marcella, die nun schon seit Wochen nicht mehr im Unterricht war. Gehen Sie doch bitte mal bei ihr zu Hause vorbei und sagen ihr, dass sie ihren Abschluss gefährdet, wenn sie schwänzt. Ihnen glaubt sie das bestimmt. Ich bin sicher, wenn SiIE ihr das sagen, dann kommt sie wieder regelmäßig zur Schule.

Lieber Boris, liebes Privatversehen,
ihr habt uns mit „Boris macht Schule“ mal wieder bewiesen, dass wir (wir unfähigen Lehrer) es einfach nicht drauf haben. Ihr habt den Elan, die Visionen, das richtige Händchen und die zielgenaue Ansprache, die die Kids von heute brauchen. Mit den Mobber-Schülern sprechen… das ich da noch nicht selbst drauf gekommen bin. Noch besser – sich erstmal mit ihnen beim Basketball verbünden, ihnen den Platz zur Selbstdarstellung geben, indem man ihnen eine Kamerateam vor die Nase stellt und dann, wenn sie einem so richtig doll vertrauen, mal schnell sagen, dass sie nett sein sollen – GENIALl.

Und die Idee, den schüchternsten Schüler in der Aula singen zu lassen – besser geht es ja wohl kaum. Boris, jetzt wo du doch so viel Zeit hast – werde doch auch Lehrer. Bei uns sind noch Stellen frei. Sport würde dir bestimmt als Fach angerechnet werden. Du hast doch gesehen, wie feige, unmotiviert und unfähig wir ausgebildeten Pädagogen sind. Und wenn du kommst, dann bring doch bitte diese hübsche tätowierte Türkin (mit den toleranten Eltern), mit. Die hatte es ja auch voll drauf, die Schüler zu motivieren.

Überhaupt ihr Medienpeople aus den Privatsendern, lasst uns doch mal tauschen. Ihr räumt ein Jahr lang die Schulen auf – dann gibt es weder Mobbingfälle, noch Schuldistanzierte und wir faulen Lehrer kommen in die Sender und gucken, ob wir nicht da mal was verändern können. Wenn ihr unseren Job machen könnt, dann können wir doch auch euren machen. Eins habe ich ja gestern Abend gelernt: jeder kann alles, wenn er nur will.

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Allgemein

48 Gedanken zu “Tennis – Schule – wo ist da der Unterschied?

  1. Endlich mal jemand, der euch die Augen öffnet 🙂 na zum Glück gibt es den Boris. Ach vielleicht solltet ihr eure Besenkammern abschliessen… nur so zur Sicherheit. Hoffentlich wird der Schrott schnell abgesetzt.

  2. …cooler Beitrag, Frau Freitag!
    Mir kam das schon gleich suspekt vor,
    was da in der Fernsehzeitung stand.
    Aber irgendwie sind die Fernsehmacher schon
    auf eine abstruse Weise schon kreativ, gell?
    Danke für die Zusammenfassung.
    Ich hätt mirs nie und nimmer angeschaut.
    Aber von Berufs wegen mussten Sie ja…
    Ja, nun heißts abwarten – vielleicht meldet sich Boris
    ja bei Ihnen?
    liebe Grüße

  3. Pingback: Tennis – Schule – wo ist da der Unterschied? « Na, wie war’s in der Schule? « Keintopf

  4. Hallo Frau Freitag,
    wieder ein guter Artikel. Sie sprechen mir aus dem Herzen. Allerdings hätte ich jetzt nicht direkt die Werbung für diese, von Intelligenz und Niveau befreite, Sendung verlinkt.

    Fröhliche Grüße

    und endlich hoffend die Rechten von den oberen Plätzen zu verdrängen

  5. Ui, jetzt haben Sie mich aber neugierig gemacht. Bobbele hat ’ne Fernsehsendung ? Und dann über Probleme an Schulen ? Das kann doch nur ’ne Satiresendung sein, oder ? Sagt der auch noch immer so schön, „Ääääääh“ ?

    Muss ich mir mal anschauen, obwohl ich eigentlich schon seit Jahren kaum mehr fernsehe und diese Idiotenformate/Scripted-Reality-Sch…ße erst recht nicht.

    Das Bobbele, unglaublich.

  6. Sorry für den Doppelpost, aber wie kommt es, dass sich Direktoren und/oder Lehrer für so ‚ ne Scheiße hergeben ? Wo sind die Gewerkschaften ? Als mein alter Herr noch nicht Rentner und Gärtner, sondern noch Lehrer war, wären Gewerkschaften wie die GEW Sturm gelaufen gegen so einen Lehrer-denunzierenden Dreck gelaufen. Nichts anderes ist diese Sendung, die Botschaft ist doch, dass Lehrer unfähig sind und erst mal so ein sommersprossiger, leidlich korrektes Deutsch sprechender Pumuckl-Bobbele kommen muss, damit die Schüler vernünftig werden.

    Und ja, ich weiss, dass es einige unfähiger Pädagogen gibt und das nur ne gestellte Mistshow ist, nur leider gibt es doch genug Dumme, die so etwas ernst nehmen.

    Und nein, ich bin KEIN Lehrer, nur der Sohn eines Lehrers, gleichzeitig der Neffe mehrerer Lehrer, somit diese Spezies recht gut einzuschätzen weiss und manche seiner ehemaligen Lehrer hasste, aber den Großteil dennoch sehr schätzte.

  7. Guter Vorschlag für’s Bobele.
    Einfach mal in der Schule drin bleiben. Für länger.
    Und warum schlagen alle die Wänd ein?
    Wir wären froh, wenn wir mal aus den Containern raus kämen
    und es gäbe da Wände. Und der Fußboden hat doch keine Löcher. Der ist noch gut.
    Und warum reißen Kinder ihre Schule ab?
    Gelten die Arbeitsschutzrichtlinien nicht mehr?
    Mein Schulschwänzer käme auch nicht in die Schule, wenn Boris da wäre. Der müsste ihn schon im Getränkemarkt aufsuchen, wo er jobbt.

  8. Wie, das Bobble ist Deutschlands Antwort auf Jamie Olivers Dream School? Nicht der nette Onkel Rach?

    Kann das Bobble überhaupt kochen? Oder muss man als Traum-Lehrer etwa gar nicht Kochen können? Ja warum haben die Briten dann das Kochsternchen.. ? Ich hätte ja den Gordon Ramsay genommen, so als Traumlehrer..

    Kann mir überhaupt jemand folgen? Nein.. Dang.. sorry..

  9. Moin,

    ich musste mehrmals in der Sendung wegzappen … war mir so peinlich. Gibt es diese armen Kinder wirklich oder wurden die auch gecastet?!? Dieser arme Junge (Bildunterschrift: Benjamin, 14, „Außenseiter“) …

    Das Kollegium war ja wenig amused (noch so ziemlich die Authentischsten), aber der Schulleiter hat sich ja prima Regieanweisungen geben lassen – „ja Bobbele, wir sind gescheitert, jetzt musst du ran – rette bitte unseren dicken Schulverweigerer!“ bäh. pfui!

    Und die BILD hofiert diesen Sch*** auch noch.

    Dabei ist die Idee doch gar nicht so übel: eine Schule wird per TV-Format saniert. Sponsoren werden eingeblendet, Werbeeinnahmen, etc. So etwas wir „Zuhause im Glück“ mit süßer Innenarchitektin und sympathischen Umbauteam. Meinetwegen dürfen auch ein paar Schüler und Eltern helfen. Aber ohne diesen ganzen Pseudo-Pädagogen-Sozialarbeiter-Mumpitz.

    • Nachtrag:

      Das Schlimmste ist, dass es Menschen gibt, die nicht mal merken, das das „Fernsehtheater“ ist. Hier ein paar Zitate aus einem Internetforum:

      „[…] Allerdings war ich sehr betroffen über das anfangs nicht vorhandene Engagement von Eltern und vorallem von Lehrern, welche heute oft denken alles macht sich von allein. Andere werden es schon richten. So geht es eben nicht! Sie sind immerhin Vorbild für ihre Kinder. Haben schon Erwachsene keine Motivation, wie sollen dies ihre Kinder haben?“

      „Das Ergebnis war super. Es kam zeitweise sehr gut die heutige Arbeitsmoral bei Lehrern, Schülern und Eltern herüber. (Interessenlosigkeit). Es hätte ein konsequenter Einsatz von Seiten der Lehrer sein müssen und auch eine höhere Beteiligung der Eltern. Sehr gut wurde von Boris auf die Mobbingfälle eingegangen. Auf jeden Fall weiter so. Der Ansatz ist super, da der Staat ja nichts auf die Reihe bekommt.“

      Und leider noch viele viele Einträge mehr …

      • Zumal sich ja Eltern wie Lehrer und überhaupt alle prinzipiell über einen Kamm scheren lassen können. Mag ja sein, dass es auch in Berlin Friedrichshain Eltern gibt, die berufstätig sind und nicht auf Befehl sofort in der Schule ihrer lieben Kleinen stehen, um zu renovieren^^.
        Dass sich die Designerin und Pädagogin nicht vostellen kann, dass es Eltern gibt, die den Umgang ihrer Kinder reglementieren oder gar etwas dagegen haben, dass ihr Töchterlein mit einem Jungen einer anderen Nationalität liiert ist, find ich ja schon etwas weltfremd. Das ist ja selbst mir als Tochter von Eltern, denen solche Umgangsregeln mehr als fern waren, nicht unbekannt. Und spätestens da sieht man dann die schillernde Welt des TV: Onkel Boris kommt, drängt dem Mädchen Hilfe auf und natürlich klappt alles so, wie es sich der Boris vorgestellt hat.
        OMG
        Und natürlich läuft nix, wenn Herr Becker mal einen Tag nicht im Haus ist. Warum die Schulleiterin da Abends abgezischt ist, ohne sich nochmal umzudrehen, als die da mit ihr reden wollten, bleibt auch weiterhin unerwähnt,oder? Zumal danach nur noch der Schulleiter vor der Kamera zu sehen ist, wenn ich mich richtig erinnere (gestern abend beim Aufräumen nebenher laufen lassen).

        Und am schönsten finde ich das Statement von Boris recht kurz nach Beginn, in dem er sagt, dass Bildung kein Privileg für Reiche sein soll etc. … Ich wage zu bezweifeln, dass seine Kinder auf öffentliche Schulen gegangen sind und wenn, dann waren das sicher auch ganz bescheidene Schulen, nichts mit Luxus oder Privilegien.

        Zu guter Letzt: Eine Schule muss nicht alt und verkommen sein, um keine vernünftige Lernatmosphäre zu bieten (da hat auch das generelle Umfeld und die Schulleitung großen Einfluss drauf) und in einem Zustand zu sein, den Boris wahrscheinlich schon als unzumutbar bezeichnen würde.

        In meiner Zeit auf dem Gymnasium zog meine Schule von einem alten Industriegebäude (zwar nicht sonderlich edel, aber zweckdienlich und immerhin konnten die Schüler die Klassenräume bepinseln, wie sie lustig waren, war irgendeine Aktion als Ersatz für den Wandertag, um das Lernumfeld zu verschönern) in ein komplett neu errichtetes Gebäude.
        Gleich zu Beginn des ersten Schuljahres dort konnten die Sanitäranlagen nicht genutzt werden, da Bauschutt die Rohre verstopfte. Danach – das wurde von der Schulleitung nicht weiter kommentiert, aber man hats ja gesehen – lag dort Rattengift aus.
        Die Wände waren in den Unterrichtsräumen zwar weiß gestrichen, aber die Flure etc. waren nackter grauer Beton, der Architekt hatte eine kleine Klausel in den Vertrag eingearbeitet, die es der Schule über mehrere Jahre untersagte, am kompletten Gebäude, also auch an den grauen nackten Betonwänden irgendeine Veränderung vorzunehmen. Selbst Schaukästen an die Wand zu nageln, war verboten.
        Das umgebende Gebiet war nicht bebaut, das Gebäude hatte also im Umfeld kein „Gegengewicht“ und sackte ab, der schöne graue Beton entwickelte ansehnliche Rissen, Fenster sprangen und mussten regelmäßig ausgetauscht werden.
        Inzwischen sind drum herum ein paar weitere Gebäude entstanden, sodass zumindest das Absacken inzwischen kein Thema mehr sein soll.
        Ein Sportplatz, der zur Eröffnung der Schule fertig gestellt sein sollte, entstand erst in meinem letzten Jahr auf dieser Schule, also ca. 5 Jahre später, bis dahin war nur Sportunterricht in der Halle möglich.
        Die Fassade war mit Holzlatten verkleidet, da diese regelmäßig wegfaulen, wird Jahr für Jahr die Fassade erneuert.
        Generell funktionierte der Feueralarm nicht in allen Klassenräumen, sodass ich mehrfach mit meiner Klasse im Unterricht saß, während andere Klassen sich bereits vor und neben dem Gebäude versammelten und der Hausmeister mit Stopuhr in der Hand und wutverzerrten Gesicht in der Tür stand und uns inklusive Lehrer rausjagte.
        Ja, das ist im Gegensatz zu manch anderer Schule Jammern auf hohem Niveau, aber zusammen mit einer Schulleitung, die jedes Jahr erneut am Tag der geplanten Abigaudi (wo anders heißt das glaube Abistreich) bewusst einen Probealarm für die Feuermelder laufen lässt und auch jedes Jahr die Polizei alarmiert, die nach dem dritten Jahr nicht mehr anrückte, um feiernde Abiturienten des Grundstückes zu verweisen, war das auch keine Atmosphäre, die „Bock auf Lernen“ machte.

  10. Ich wäre froh, wir hätten Container. Dann müsste ich nicht Stunden auf dem Hof unterrichten.

    Und ich will so einen Bauarbeiter, der die Schüler anschreit, sie sollen freundlich und höflich sein! Yeah.

  11. na super, will der herr becker vielleicht auch gleich unsere schule auch renovieren? die ist zwar in österreich, aber vielleicht kann er ja seinen kollegen thomas muster dafür erwärmen. überhaupt könnten alle ausrangierten spotler an die schulen gehen, offenbar haben die ja alle eine ausgewogene beschäöftigungsteraphie dringend nötig!
    und vor ort könnten sie sich dann gleich davon überzeugen, dass wir lehrer nicht nur zu viel bezahlt bekommen und zu viele ferien haben, sondern auch noch überhaupt nix arbeiten müssen, weil der unterricht und die erziehung, das macht sich ja bei den kids eh quasi von alleine. die promis werns richten, gar keine frage! und der 11 jährige, der letzte woche bei uns seinem klassenkollegen die hand gebrochen hat, der wird sicher auch ganz beschämt sein haupt senken, wenn der herr becker kommt und ihm erklärt, dass echte männer sowas nicht tun!
    voll klar.

  12. Oh man, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich habe nur die Vorschau gesehen und mich tierisch darüber aufgeregt. Die Sendung hätte ich sicher nicht überstanden.
    Na ja, unser Super-Boris kann halt alles…

  13. Ohje, ich habe schon bei der Vorschau auf dieses Beharren an Herrn Beckers Promistatus einen dicken Hals bekommen. Wenn ich mir vorstelle ich müsste mir das a) ansehen… und wäre b) auch noch Lehrer…. ohoh. Da dürfte der Herr mir aber nicht in einer dunklen Gasse begegnen 😀

  14. Genau, Freitach. Du bist voll die schlechte Lehrererin und bringt deinen Schülern doch eh nüscht bei. Was willst du eigentlich dort. Geh doch RTL aktuell oder wie das heißt. Oder Explodiert oder so ähnlich.
    Hach, ich guck, wenn überhaupt, ja fast nur öffentlich-rechtlich. Hab immer gar keinen Schimmer, was mal wieder irgendwo angesagt ist.

    Hast du Hart aber fair letzte Woche gesehen? Da gings um jugendliche Straftäter.

    Stellst du denn nicht jedes Mal fest, bei solchen Sendeformaten, dass das alles doch am Ende nur n Schuss in den Ofen ist? Warum tust du dir sowas überhaupt an? Guck doch Extra 3, da haste wenigstens bissl was zu lachen. 😉

  15. Lächerliche Sendungen … kennen die Kids den Borsi überhaupt noch?? Wenn dann doch nur seine Besenkammer- hochzeits-Kinderunterhaltsgeschichten … oder weiß noch irgendjemand von den unter-20-jährigen, dass der mal ein SPORTLICHES Vorbild war? Den kann man doch nicht ernt nehmen. Anscheinend braucht der Geld.

    @tades: Ich kann mir bei der ganzen Lügerei der Privatsender gut vorstellen, dass es diese Schule nicht wirklich gibt, sondern dass die ein Gebäude gemietet und Laiendarsteller angeworben haben … Die Jungs kriegen n 50er in die Hand und gut is. Und die „Lehrer“ sind auch nicht echt.

  16. Das Beste an diesem Text ist nicht der Vorschlag, dass die Fernsehredakteure die Schulen übernehmen sollten (ich wage nicht, mir vorzustellen, was dann passieren würde). Das Beste ist der Vorschlag, dass die Lehrer die Redaktionen übernehmen: Machen Sie das! Bitte! Ich verspreche Ihnen, ich würde auch wieder RTL schauen! (Na gut, das nun doch nicht … Aber immerhin Fernsehen würde ich wieder schauen, wirklich!)

  17. Ich wusste gar nicht, dass Boris jetzt auch Schule macht. Habe mir aber nun direkt bei youtube den Trailer angeguckt.

    Ist doch super, dass jetzt endlich was passiert an den deutschen Schulen. Da die meisten Lehrer doch ab mittags auf dem Tennisplatz stehen (mit dem Mythos bin ich zumindest groß geworden), ist es ja auch richtig, dass der Tennisplatz jetzt mal was an die Schule zurückgibt.

    Damit wird doch auch direkt mal demonstriert, dass man gar kein langes Studium und gar keine pädagogische Ausbildung braucht, sondern nur ein richtig toller Typ sein muss, um bei den Kindern etwas zu bewegen.

    Und der Boris ist ja so charismatisch, dass er im Alleingang die gesamte deutsche Schulwelt verändern kann. An seiner Eloquenz muss er zwar noch ein bisschen arbeiten, aber dafür ist er ja total männlich und stark und kann sogar eine Axt schleudern.

    Ich finde, wir Lehrer sollten das mal nicht so kritisch sehen, sondern lieber dankbar sein, dass so ein toller Kerl uns dort unter die Arme greift, wo wir offensichtlich allesamt gescheitert sind.

    Vielleicht lade ich Boris mal an unsere Gesamtschule Ländlich ein. Dann kann er bei uns ein bisschen die Axt schwingen. Danach läuft dann doch bestimmt alles wie am Schnürchen.

    • Die Tatsache, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass der Trailer hier verlinkt ist, sondern ihn mir bei Youtube selbst raussuchen musste, zeigt natürlich, dass ich tatsächlich gewisse Defizite habe und vermutlich wirklich einen Boris brauche, um mich auf den richtigen Weg zu bringen…

    • Danke für den Link! Aber absurd find ich ja, dass der Rektor Zander erkennt, dass es nicht wirklich toll dargestellt war, aber es trotzdem wieder machen würde, denn endlich hat die Schule eine Auslo und einen Schulclub. Gehts noch? Jetzt müssen Lehrer, Eltern und Schüler sich derart darstellen lassen, damit ein Privatfernsehsender DIE Kosten übernimmt, die eigentlich der Staat tragen müsste…

      Ich finde das irgendwie nicht in Ordnung …

  18. Boris ist echt besser als jeder Lehrer. Ich würde mit ihm tauschen!
    Dann kann er jeden Tag voll charismatisch an der Schule arbeiten und ich chille in Florida oder wo der sonst sein Unwesen treibt….
    Stell ma Kontakt her, Frau Freitag!

  19. so ein Schwachsinn. Bin Schulhausmeister. Und kein Schulträger würde das zulassen, das Schüler unter Anleitung von nem Laien (nichts anderes ist der Boris) Teile der Schule abreisen.

  20. Ich bin dafür, bei RTL zu arbeiten. Sich in kleinen lustigen Grüppchen zusammensetzen, bei ein paar Pullen Wein (und wer mag, ein kleiner Joint) überlegen, was das Absurdeste ist, das man sich ausdenken kann, und das der Senderchef gerade so noch durch lässt. Da kann man Wetten draus machen. Ein Spaß.

  21. Nur ma so,
    wenn man sich da filmen lässt muss man doch da irendnen Schrieb unterschreiben lassen.

    Mal ehrlich, wer macht das wenns um RTL geht selbst dran schuld, wenn man da als schüler verarscht wird.
    Unabhängig davon, hat der Direktor ernsthaft gesagt er würde das für ne sanierte Schule wiedermachen???
    Wenn man nicht auch anders ne sanierte schule kriet, dann ist entweder mit der Schule oder mit dem Staat was nich in Ordnung

  22. …ah, ja. Was für ein Glück, dass ich Umzug sei Dank den Nutzen des Fernsehers noch einmal überprüft habe.
    Obwohl: vielleicht hätte Bobbele das Elterngespräch, das ich gerade als Aktennotiz anfertige, wesentlich geschickter führen können. Die Schulkarriere als DAS MATCH DEINES LEBENS. Der Titel dürfte sogar dem Privatfensehen genügen. Berufstausch gefällig? Meine Quali dafür sollte doch mit dem markigen Spruch unter Beweis gestellt sein.
    Vllt erziehlt das Sports- und PR-Talent bessere Erfolge beim Werben auf Elternseite der Erziehungspflicht nachzukommen, als die Kollegen und ich es schaffen.

  23. Ich muss gestehen, ich fand die Sendung gar nicht schlecht und sogar unterhaltend. Solide „TV DokuSoap Handwerskunst“, die da gezeigt wird.

    Bissl Drama, bisl Herzschmerz, bissl Fremdschämen, bissl „über andere Aufregen können“, alles geboten. Dazu ein Promi, Problemschüler und das Bobbele ist ja auch dabei. Hat natürlich nix Realität zu tun, dazu isses ja nicht gedacht.

    Und das gewaltige Echo darauf, ich sags Euch, Boris wird die neue Salesch. Wieviel Schulen gibts in Deutschland? Wenn wir da täglich ne Folge rechnen..

    @die betroffene Schule: Insbesondere sei hier ein Verweis auf das ominöse, zu erschaffende Schulfach Medienkompetenz verwiesen, das gerne mal gefordert wird. Besseres Anschauungsobjekt gibbet nicht. So arbeiten die Medien heute. Geschichten erzählen. Emotionen hervorrufen – egal welche. Realität und Fakten interessieren doch kein Schwein mehr.

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