Welcome back Kotter


So, da war er wieder – der erste frische Schultag. „Ihr habt 10 Minuten zum Quatschen und dann machen wir Unterricht – okay?“ „Nich‘ okay.“ sagt Ronnie. „Na, dann fangen wir gleich mit dem Unterricht an.“
Unterricht gemacht habe nur ich. Meine Klasse unterhielt sich, während ich mich mit dem Passiv abmühte. Abdul und Emres Gequatsche bot den Non-Stop-Soundtrack zu meinem Tafelanschrieb.

Mehr als ein paar schriftliche Übungssätze hatte ich für die erste Stunde auch nicht geplant. Da ich erst gestern Nacht aus dem Urlaub gekommen bin, war ich heute morgen auch noch nicht so richtig auf der Höhe.

Als ich zum Bus gehe greife ich in meine Tasche, um mir Geld für Zigaretten zu suchen. Plötzlich: Häääh, was ist das da in meiner Tasche? Was ist das für ein dickes Buch? Und überhaupt – warum ist meine Tasche so schwer, ich habe doch nur die Englischsachen und meinen Kalender dabei. Irgendwas stimmt nicht. Ich gucke meine Tasche an – von außen und dann von innen. Da sind mehrere ungelesene Romane und mein Laptop drin, außerdem Wollstrümpfe und Strickzeug. Kein Geld, kein Englischbuch, kein Kalender. Da hatte ich in meiner morgendlichen Verpeiltheit meine Reisetasche statt meiner Schultasche gegriffen. Die unterscheiden sich nur in der Farbe und das Licht bei uns im Flur ist seit Jahren kaputt. Also wieder zurück latschen und den Aufbruch erneut starten. Äußerst unnötig, die ganze Aktion.

In der Schule dann: Schönes Neues Jahr, Frohes Neues, Happy New Year. Ein paar Geburtstagsglückwünsche loswerden und von hier nach da schleichen, beschäftigt tun und eigentlich nur chillen, ab und zu unterrichten, den Rest des Tages DIES/DAS.

Insgesamt ein guter Start. Nur leider bin ich von meinen Ferien noch soooo müde, dass ich mich jetzt mal hinlegen muss. Aber vorher noch Frl. Krise anrufen. Ich hörte sie sei krank…das arme Ding… ward ich sie mal ein wenig aufbauen und dann soll sie mich mal ein bisschen aufbauen, weil ich ja schließlich morgen wieder hin muss und sie zu Hause bleiben darf.

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Allgemein

5 Gedanken zu “Welcome back Kotter

  1. „Meine Klasse unterhielt sich, während ich mich mit dem Passiv abmühte.“

    Guter Anlass für einen Extra-Test. 😀 Und dann erklären, dass man den ganz leicht vermeidet, wenn man den Deal mit den 10-Minuten-quatschen gemacht hätte.

  2. was für ein entspannter start. ich bin die ganzen ferien durch nicht so relaxed gewesen…. bei mir gings gleich mit schülervorträgen los, benotungs und bewertungs-häckmäck inklusive. ich glaub ich mach grad meiner erste sehr stressige und aufreibende januar-zwischenzeugnisse-zeitdruck-erfahrung. aber die kinder sind wesentlich entspannter als ich.

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