Saturday night life

Hannah bekommt eine Geschenkpackung „Vanille-Jasmin Dream-irgendwas“ – Duschgel, Bodylotion noch so was und ein rosa Schwamm. Alles in einer schönen Packung. Für 5.45 Euro. Sieht super aus, lässt sich gut einpacken und überhaupt.

Obwohl ich ja dieses Jahr gar nichts mit Weihnachten zu tun haben wollte und deshalb extra seit September nicht mehr in einem Supermarkt war, hat mich dieser ganze Christmaskram doch fest am Wickel. Bin gerade vom Wichteln gekommen. Gibt es ein furchtbareres Wort als Wichteln?
Wichteln sagt man, wenn man eigentlich Julklapp meint. Nur man will irgendwie cooler sein und man verschenkt nichts Schönes, sondern Schrott. Wir sollten ein gutes und ein blödes Geschenk mitbringen. Der Freund hat mit diese Wichteleinladung eingebrockt und deshalb muss er sich auch um die Geschenke kümmern. Kinderfeuerwerk, eine Fantastische Vier Figur aus einem Happy Meal von McD, Smarties und Comics. Und – und hier hört der Spaß eigentlich auf – eine meiner geliebten 100 Watt Glühbirnen, die ich mir aus dem Urlaub in einem unökologischen Schwellenland mitgebracht habe. Schwer ranzukommen an die Dinger – hierzulande.
Jedenfalls wird gewichtelt und am Ende habe ich eigentlich doch ganz gute Sachen: Papst J.P.II – sein Leben, seine Zeit, sein Wirken – auf DVD, die super Kriegsfilm Collection – drei Filme auf einer DVD: High Sky Mission, Going back und Jäger der Apokalypse und was ganz Feines: das Rauschgift Quartett. Da erfährt selbst der größte Junky noch Wissenswertes. Also ich bin ganz zufrieden mit meinen Geschenken. Mein Freund hat nur eine Bernhard Brink Single bekommen.

Ich überlege ja, ob ich dem Ronnie nicht noch das Quartett zum Julklapp schenke. Der kennt sich zwar schon gut aus mit Tilidin, aber von den ganzen anderen Opiaten, Sedativa und Amphetaminen hat der doch noch gar keine Ahnung…

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13 Gedanken zu “Saturday night life

  1. Ich bin ja in Süddeutschland aufgewachsen und hatte, bevor ich nach Berlin kam, noch nie von Julklapp gehört.
    Aber gewichtelt wurde bei uns jedes Jahr zu Weihnachten. Und man hat mitnichten nur Schrott verschenkt. Die Unsitte habe ich auch erst in Berlin kennengelernt. Bei einem Julklapp, übrigens.
    Ich mag das Wort wichteln ganz gerne. Weihnachtswichtel, die heimlich Geschenke bringen… 🙂

  2. Hallo Frau Freitag!
    Tipp für die 100-W-Glühbirnen: Es gibt diese Halogen-Glühbirnen, sehen fast aus wie die originalen Dinger aus den Schwellenländern, halten länger, sind kein Sondermüll, sparen ebenfalls Energie (70 W entspricht 100 W), aber das beste: Das Licht ist dasselbe wie vorher, also schön gemütlich warm, dimmbar… Und nur ein bisschen teurer (2-3 Euro). So, Ende des Werbeblocks 🙂

  3. Bei uns in Norddeutschland, Niedersachsen wichtelt man auch und das mit schönen Geschenken. Nur in der Schule kam das immer nur sowas ätzendes wie Kerzen und Badeperlen bei raus…
    Alles andere wäre Schrottwichteln und findet eher nach Weihnachten (z.B. Silvester) statt 😉

  4. Julklapp ist eher Norddeutsch. Und Wichteln ist nur dann mit Schrott, wenn es „Schrottwichteln“ heißt.

    Julklapp mit Schrott gibt es auch, das hatte ich in Kiel als „Ramschjulklapp“ kennengelernt.

  5. NEIN!!! NEIN!!!!!!
    Perlen vor die Säue, geehrte FrauFreitag. Bevor sie das Quartett dem undankbaren Ronnie in den Rachen werfen (der versucht doch höchstens, es zu essen) geben Sie´s mir, ich sammel sowas.

    UNd „Julklapp“? Hab ich zum ersten Mal hier gelesen, vorher kannte ich nur „wichteln“.
    Gutes Geschenk auch für Hannah. Hoffentlich beschwert sie sich nicht: „Jasmin? So heiss ich nicht!“

  6. Glühbirnen? Dieser neumodische Scheiß kann ja auch nur aus einem Schwellenland kommen. Richtiges Licht bekommt nur eine Kerze oder ein offener Kamin hin. Mit etwas gutem Willen vielleicht noch eine Natriumdampfniederdruckgasentladungslampe. Alles andere ist Teufelszeug.

    Übrigens verwechselst du Wichteln mit Schrottwichteln.

  7. Ich will ja nicht den Deutschlehrer heraushängen lassen, aber „das Rauschgift Quartett“ erklärt die Karten zur Droge und nicht die Drogen zum Gegenstand der Karten. Richtig müsste es heißen: „Das Rauschgift-Quartett“. Mich hat das wirklich verwirrt, weil ich zunächst dachte: Wieso ist denn ein Quartett ein Rauschgift, weil es so gut ist, dass es süchtig macht? Erst der Ronnie-Absatz brachte Klarheit. Ich weiß, es ist spät. Aber unter Drogeneinfluss ist dieser Kommentar nicht entstanden, versprochen! 😉

  8. Und Frau Freitag, machen Sie das nicht, mit dem Quartett. Nicht das sie in Teufels Küche kommen. Besser die Aufklärungshefte der Anti-Drogen-Kampagne aus den 60-gern – hat mir auch geholfen, seinerzeit.

  9. „Jul“ kommt aus dem Schwedischen, wie mir Schüler heute erklärten. Es heiß wohl irgendwie mal Rad (Rad der Zeit, die zwischen den Jahren stillsteht), ist mittlerweile aber das Wort für Weihnachten geworden. Hmm. Was man so lernt, in der Schule, meine ich.

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