Der gequälte Lehrer antwortet


Endlich bekomme ich mal kritische Kommentare. Erst evalusin und nun Lehrer Gerke. Da ich heute gar nicht in der Schule war und ich auch bei facebook nichts gefunden habe, womit ich die Schüler mal wieder vorführen kann, möchte ich auf diesen Kommentar antworten.

Hallo, Frau Freitag,
Mert verhält sich halt wie ein Schüler, der sich nach Aufmerksamkeit sehnt und pubertär provokatorisch. Das lernt man in jedem Pädagogik-Proseminar.

Ich: Sorry, aber es ist mir völlig egal, warum sich Mert so verhält. Sein Verhalten stört einfach den Unterricht. Ich denke viel darüber nach, WARUM sich die Schüler so oder so verhalten. Noch nie hat mir die Erkenntnis des WARUM in irgendeiner Weise geholfen. Klar. Er sehnt sich nach Aufmerksamkeit. Das tun die anderen 25 aber auch. Vielleicht hat er aber auch Stress zu Hause oder ein Furz sitzt schief. Was kann ich mit diesem Wissen anfangen? Ich muss doch reagieren und ich bin dafür verantwortlich, dass die anderen, die was lernen wollen auch was lernen können.

Kommentar:
In diesem Blog geht es aber auch gar nicht um Pädagogik, sondern darum, wie evolusin schon sagt, Schüler im Netz bloßzustellen und reißerisch und publikumswirksam Aufmerksamkeit das Spiel „armer Lehrer ständig von Schülern gequält“ zu spielen.
Ich: Genau. Nur darum geht es.

Kommentar:
Vielleicht aber ist Frau Freitag auch gar keine Lehrerin, sondern nur eine geschickte Bloggerin? Das wäre noch die beste Variante. Wenn alles nur erfunden wäre, wäre es eine Geschichte und niemand müsste Angst haben, dass es Schüler gibt, die ihren pädagogischen Bemühungen unterliegen. Nur dann sollten Sie die Leserschaft über Ihre eigentlichen Absichten in Kenntnis setzen.

Ich: Ertappt. Ich bin nur eine geschickte Bloggerin. Ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass sich Schüler so verhalten. So bescheuert, so abartig, so politisch unkorrekt, so antisemitisch, so dumm und hirnlos. Wer glaubt denn, dass es wirklich solche Schüler gibt? Das wäre doch schrecklich, wenn die auch nur ein winziger Teil unserer Gesellschaft wären. Und wenn es wirklich solche Schüler geben würde, dann sollte man sie doch nicht auch noch in der riesengroßen Netzöffentlichkeit bloßstellen. Also liebe Leser, ich gebe zu, alles ausgedacht. Aber ihr müsst auch zugeben, das ein oder andere Mal seid ihr mir auf den Leim gegangen. Gebt zu, ihr habt wirklich gedacht, dass es diesen Abdul und diesen Mert gibt. Aber so eine Lehrerin? So unpädagogisch – hallo – die hätte doch schon längst ihren Job verloren… An unseren Schulen arbeiten doch nicht solche gemeinen und zynischen Menschen wie diese Frau Freitag (by the way, bei diesem Frl. Krise würde ich auch mal genauer hingucken.)

Kommentar:
So wäre es mir möglich gewesen, die Umwelt wissen zu lassen, wie schrecklich es ist, traumatisierte Pflegekinder zu betreuen; es gäbe jeden Tag neue Gruseleien zu berichten. Stattdessen ist es aber meine Absicht, unter http://traumakinder.wordpress.com die Interessen dieser Kinder zu vertreten, und das gebe ich auch so an. Ich gebe auch an, dass ich kritisch mit den Ämtern ins Gericht gebe, so weiß jeder, worauf er sich einlässt.

Ich: Den Anfang verstehe ich gar nicht. Vielleicht doch mal ein paar Gruselgeschichten… ist auf jeden Fall publikumswirksam. Aber publikumswirksam ist auch, bei mir einen link zu setzen. Liebe Leser, geht mal alle auf diesen link und zu evalusine auch, die soll ja auch nicht ungelesen sterben.

Kommentar:
Evolusins Blog sehe ich dagegen als fachmännisch und ernsthaft. Deshalb werde ich ihn auch weiter lesen.

Ich: Ist Evolusin nicht eine Frau? Ich meine ja nur so weil hier fachmännisch steht. Und nee, meine Blog ist nicht fachmännisch und auch nicht ernsthaft. Weil ich auch kein ernster Fachmann bin. Klingt aber sehr spannend und ich wünsche noch viel Spaß oder viel Ernst beim Lesen. Und falls der letzte Satz heißt: Ich lese nur noch da und nicht mehr hier… schade. Aber ich kann ja auch niemanden zwingen, meinen bloßstellenden unfachmännischen Quatsch hier zu lesen.

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55 Gedanken zu “Der gequälte Lehrer antwortet

  1. oha.
    Heulsusenbetroffenheitsparade ole! Wenn ich so einen Besinnungsaufsatz wie „Lehrer“ Gerke weiland im Deutschleistungskurs abgeliefert hätte, wärs glatt ein „Thema verfehlt“ gewesen.
    Gerke, Elusin und übrige Pädagogspezialisten: dass man nicht immer und zu jeder Zeit mit der Betroffenheitskappe auf dem Haupt herumlaufen muss, dass man sich sowohl um seine Schutzbefohlenen von Herzen kümmern kann und gleichzeitig ablästern kann über die Brut, das ist euch Humorverschränkten offensichtich fremd.

    Ich hab einen Tipp für euch: setzt mal ein paar geliebte Kinder in die Welt, die treiben euch die Betroffenheitsflausen schnell aus. Dann müsst ihr auch nicht mehr so altjüngferlich betroffen einherschreiten.

    Frau Freitag: good job! Und lustig zu lesen dazu, har har!

  2. Oh Gott, da lässt man Sie mal ein paar Tage allein und hier geht es wieder drunter und drüber. Was soll man denn bitte darauf antworten? Ich meine, hallo? Wer erwartet, hier genaue Ausführungen über pädagogische Wichtigkeiten zu erlangen, ist eben falsch. Der soll sich „Geschichte der Pädagogik: Von Platon bis zur Gegenwart“ oder eines dieser anderen Bücher kaufen, die wir damals alle haben mussten, und kann sich mit dem dann gern in eine Ecke setzen. Oder er soll Unterrichtsentwürfe gogglen und sich einen Referendaren anschaffen.
    Die Diskussion, ob Frau Freitag überhaupt Lehrerin sei oder nur geschickt ein paar zusammengeklaubte Fachbegriffe in die Runde wirft, hatten wir schon einmal. Das Ergebnis hat auch damals nichts an dem Leseverhalten geändert, oder?
    Und es ist wirklich wunderschön, wenn es solche Gutmenschen gibt, deren Seiten so viel besser sind als diese. Noch viel besser ist es, dass es jetzt auch noch mehr Menschen gibt, die diese Seite lesen. Ich glaube fest daran, dass damit die Welt verbessert wurde. Ein Hoch auf die Dame mit dem geschickt plazierten Link!
    Letztllich sollten sogar diejenigen, die Frau Freitag die Schüler am liebsten wegnehmen würden, froh sein. Denn immerhin ist hier eine Lehrerin, die öffentlich macht, was sonst im Klassenraum im verborgenen passiert. Wieviel mehr Kontrolle kann man denn noch haben?

    Und selbst wenn nicht. Selbst wenn Frau Freitag ein fünfundsiebzigjähriger Versicherungsverkäufer ist, der Daheim in seinem dunklen Kämmerchen sitzt und diesen Blog schreibt- was soll’s?

  3. Liebe Frau Freitag,
    zwingen können Sie natürlich niemanden, ihr Blog zu lesen. Aber ich tue es auch ganz freiwillig. Und aus der Erfahrung heraus glaube ich ihnen sogar, daß Sie im Lehrberuf tätig sind. 😉

    Ganz persönlich finde ich ihr Blog sehr wichtig, da es einen ungeschminkten und häufig auch emotionalen Einblick in die Wirklichkeit des Schulalltags liefert, sowie den Problemen, über die man im Päda-Seminar eben nichts lernt, sondern die man nur durch Erfahrung meistern kann.
    Vielleicht ist dieses Blog für einige Leser schockierend. Das liegt dann m.E. eher an einer gewissen Realitätsferne der schockierten Leser. Es gehören ja immer zwei dazu, einer der schockiert, und einer der sich schockieren lässt….

    Und unpädagogisch? Frau Freitag, wenn ich sie eines nicht finde, dann unpädagogisch. Im Gegenteil!

    btw:
    Die Nummer mit dem Anpfiff wegen der Lüge mit den verlorenen Entschuldigungen fand ich brilliant. Die Vorgehensweise merke ich mit, sollte ich jemals mit einem ähnlichen Fall bei meinen Schülern konfroniert werden. 🙂

    Mit besten Grüßen,
    dualbore

    • die realitätsferne, genau die ist es, die menschen solche comments schreiben lässt, weil sie schockiert sind, wie’s draußen wirklich zugeht.
      das haben solche comment-schreiber mit einigen politikerInnen und menschen mit zuviel zeit und geld gemeinsam. mit uns normalos und auch mit normalen jugendlichen haben die nix zu tun. hängen daher auch noch in einem verständnis von jugend fest, was nicht mal zur zeit ihrer jugend funktioniert/existiert hat.
      ich glaube, man muss seine kids (als lehrer/eltern/betreuerIn) wirklich lieb haben, wenn man solche auseinandersetzungen mit sich selbst führt, wie frau freitag hier, denn jemand nur böses und zynisches (ganz schlechtes genitiv jetzt) würde sich diese arbeit und sie beinhaltende reflexion nicht antun.
      und: ganz wichtig: so jemand würde nicht lange in dem job als lehrerIn arbeiten ; )

      bezüglich realität nochmal was anderes: auch eltern können, huch schockierend, sehr jugendliche verhaltensweisen an den tag legen, wie jüngst hier bei uns in salzburg…

      http://www.salzburg.com/online/homepage/aktuell/Salzburg-Vater-schlaegt-HAK-Lehrerin.html?article=eGMmOI8VekIPnlYPBJaJa4QbRXbvXkVuMHRvTPY&img=&text=&mode=&

      da gabs sicher auch gründe warum ein vater sowas tut… seine tochter vor der bösen lehrerin beschützen, ein komisches frauenbild in der migrationsmentalität oder einfach nur als kind von der mama geschlagen worden (choose your WARUM).
      WARUMS entbieten keinerlei lösungen, sie erklären nur. hier gehts ums WIE… um reflexion und weiterkommen durch psychohygiene und redenredenreden und selbstzweifel usw.

      • 🙂 danke, auf deine, von mir immer hoch geschätzte meinung habe ich hier schon gewartet. praxis schlägt theorie bei weitem – zumindest in der realität.

  4. Ich hab mich schon gefragt wann die ständig kritisierenden Dauernörgler hier aufschlagen. Die scheinen Lehrerblogs ja zu mögen, wenn man sich die Kommentare bei niemehrschule ansieht. Und nein, ein Lehrer darf keinesfalls mal nen Hauch Ironie oder Sarkasmus zeigen. Alles andere als optimistische Weltsicht ist auch un-ver-schämt. Ich hatte wirklich gehofft diese Kommentare würden hier noch ne Weile nicht eintrudeln. Frau Freitag, wenn man anfängt derartige Beschuldigungen aus Kommentaren zu beantworten, ist das der Anfang vom Ende, also bitte gemütlich ignorieren…

    • habe auch lange überlegt, ob ich den kommentar beantworte. wäre heute schule gewesen, hätte ich das auch nicht gemacht. und die dauernörgler halten sich hier echt zurück. die meisten leser sind ja eher anders. ich glaube nicht, dass es jetzt der anfang vom ende ist. die können doch mal auf den richtig schlimmen gemeinen blogs kommentieren.

  5. o.O Man kann auch übertreiben. Mensch, jeder weiß doch, dass man das Leben nicht nur ERNST nehmen kann…..da würde man ja traurig sterben oder eben an seiner dadurch hervorgerufenen Depression sterben….
    Und IMMER jedes Kind und jeden Vorfall pädagogisch zu analysieren geht eben auch nicht – und das ist auch gut so. Lernt man das nicht auch im Studium und in der Schule? Doch, uns wurde auch das damals beigebracht….

    Und Frau Freitag, ändern Sie bitte bloß nichts an ihrem Blog 😉

  6. „evalusin“
    Das war Absicht.

    Pädagogische Zwecke hatte dieses Blog jedenfalls noch nie, denn ich mich nicht irre, dient der Spaß der bloßen Unterhaltung. Sicher, ein gewisser Grad an „Bloßstellung“ ist nicht von der Hand zu weisen, doch sei es drum.
    Hierin liegt doch vielmehr der Reiz, Einblicke in krudes Unterrichtsgeschehen von der Perspektive einer Lehrkraft aus zu erhalten, da sollte man nicht mit falschen Maßstäben messen.

    Die Fanboys sind jedoch auch keinen Deut besser, Totschlagargument „Nörgler noch und nöcher!“ soll ja bekanntermaßen ein Heilmittel sein, wenn sich hin und wieder jemand eingesteht, dass ihm das ein oder andere Unterrichtsverfahren nicht schmeckt.

  7. Ich bin den Links zu diesen beiden Nörglern gefolgt: jammer, jammer, jammer über die bösen Jugendämter (denn wenn man ein, zwei blöde Sachbearbeiter kennengelernt hat, sind ja alle doof, ist wie bei den Lehrern) und die medieninkompetenten Lehrer, die sich weigern, einen Computer im Unterricht einzuschalten. Lohnt also nicht, dort zu lesen oder die Kommentare ernst zu nehmen, würde ich behaupten.
    ich sag nur: FRAU FREITAG RULES!

    PS: Ich kenne viele kompetete und engagierte Jungedamtsmitarbeiter, aber auch Volldioten, die dort arbeiten – wie in jedem Job.
    PPS: Wie soll man im Unterricht einen Computer anschalten, wenn im Klassenraum keiner steht? Und wenn doch, wie sollen 34 Schüler an EINEM Computer arbeiten?

  8. Wenn Sie keine Lehrerin sind, dann bin ich auch keine. So.
    Habe auch so Pädagogiktheoretiker wie Kollege G. im Kollegium.
    Sie sind für Konferenzen zu gebrauchen, sie liefern immer den theoretischen Unterbau. Allerdings sollten ihre Ansprachen nicht zu zeitintensiv sein. Es kommen dann bremsende Zurufe. Im Schulallltag sind das oft diejenigen, bei denen die Schüler über Tische und Bänke gehen. Und er kann danach alles erklären, statt er den Lärm abstellt.
    Aber vielleicht ist Kollege G. doch anders.

  9. Super. Immer wenn Nörgler auftauchen, wird es lustig:
    Stolpern hier herein und tappen voll in die Falle. Eine engagierte Sonderpädagogikstudentin, die für Ihre Hausarbeiten aktuelle Pädagogik-Theorien recherchiert – genannt Evolusin, und ein Anwalt der entrechteten Kinder, das personifizierte Hilfeplangespräch – genannt Lehrer Gehrke. Diese beiden furztrockenen Figuren hätte man sich nicht besser ausdenken können. Sie ist „schockert“, und er „hofft“, alles sei nur ausgedacht. Klasse.
    Sie, am Puls der Zeit, will Computer für alle Schüler und hat noch nicht eine Stunde in einer Klasse unterrichtet – und er erklärt lang und breit, dass bei ihm alles Fiktion ist, Namen frei ausgedacht, Ähnlichkeiten rein zufällig bla bla, und dann stellt er seine dämliche Fresse als verwackeltes Foto rein. So ein Trottel. Gemeinsam kämpfen sie für mehr Gerechtigkeit in Schule und Erziehung … und haben sich hier schön zum Gespött der Leute gemacht. Herrlich.
    Am schönsten ist doch immerwieder die Vorstellung, diese beiden Gurken mal einen Tag bei Freitag oder Krise unterrichten zu lassen. Da können sie hinterher auch eine Helferkonferenz einberufen – aber für sich selber.

  10. Hallo Frau Freitag, ich melde mich zwar nicht oft, aber lese Ihren Blog immer!!! Nun muß ich aber mal was sagen.
    Bin selbst Chirurgin und lese auch viele Medi- Blogs, die meisten beschreiben einfach unseren Alltag und erheben sicher nicht den Anspruch auf medizinische Genauigkeit, trotzdem gefallen sie mir. Ich lache drüber, weine oder fiebere mit. Das Leben halt… So ähnlich denke ich, ist es auch bei Ihnen.
    Mal ganz ehrlich, würde ich Pädagogik- Tricks und Analysen wissen wollte, würde ich mir ein Buch kaufen. Ich find es eigentlich amüsant und auch wenn´s fies klingt, bin ich froh, dass Ihnen ähnlich geht wie uns. Wir müssen uns in zwar anderer Form auch mit ähnlichen Begebenheiten auseinandersetzen.
    Ich find´s schade, dass es doch so viele Nörgler gibt, die zum Lachen in den Keller gehen und Ironie nicht verstehen.
    Lassen Sie sich bloß nicht kirre machen von denen… Bitte, bitte, weiter so!!!!

  11. Mal so grundsätzlich:
    1) Ich finde es erstaunlich, dass mein Name solche Probleme bereitet, kann damit aber durchaus leben.
    2) Ich bin ein Typ (warum hat sich bloß die Meinung hier etabliert, dass ich ne Frau bin)
    3) „…, dass sich Schüler so verhalten. So bescheuert, so abartig, so politisch unkorrekt, so antisemitisch, so dumm und hirnlos. Wer glaubt denn, dass es wirklich solche Schüler gibt?“
    Ich weiß, dass es solche Schüler gibt, denn ich hab solche Schüler erlebt.
    Seit meinem Zivildienst im Schuljahr ´99/´00 arbeite ich pädagogisch, habe inzwischen eine abgeschlossene Ausbildung als Heilerzieher, habe fünf Jahre eine Klasse für schwerstbehinderte Kinder geleitet und dreimilliardenweiterepraxiserfahrungendieichhiernichtalleauflistenwill. Punkt ist, ich bin nicht so Praxis fern, wie mir hier unterstellt wird, auch wenn mein Kernklientel und Arbeitsrahmen natürlich von dem von Fr. Freitag abweicht.
    4) Ich bin auch an der Uni durchaus auch dafür bekannt, dass ich dort mangelnden Praxisbezug beklage, Systemkritik äußere (z. B. zum Thema ein Computer auf 34 Schüler) und davor warne bestimmte Rollencliches zu reproduzieren (oder warum finde ich hier auf den ersten Blick keine deutschen Schülernamen ;))
    5) Ich bin kein Gutmensch, lebe kein Helfersyndrom aus und bin ganz sicher kein Säuselpädagoge und wollte ich auch nie sein. Stattdessen habe ich im öffentlichen Dienst allerdings eine Auszeit genommen (und freue mich, dass ich diese Möglichkeit habe), weil mein Unmut über die Rahmenbedingungen dazu führte, dass ich den Schülern nicht mehr so begegnete wie ich das gerne wollte. Ich hoffe, dass bei den Pädagogen die hier schreiben/lesen aus diesem Spass nicht irgendwann, unbemerkt ernst wird. Selber verfüge ich eher über einen abgrundtief, schwarzen Humor und bin selber oft ironisch bzw. zynisch. Diese drei Dinge haben aber nichts mit respektlos und diffamieren zu tun, wie es in diesem Blog oft der Fall ist.

    Ich könnte noch eine Weile so weiter schreiben, da es mir allerdings jetzt nur darum ging eine bessere Einschätzung meines letzten Kommentares zu ermöglichen beende ich an dieser Stelle die Topics zu meiner Person.

    Das sich hier Sender/in und Leser einig sind ist natürlich schön; gesucht und gefunden! Aus diesem Grund will ich beide auch nicht weiter mit meinen Kommentaren stören (außer in diesem und nur diesem Thread) und hoffe damit sämtliche Befürchtungen zerstreut zu haben, die Gutmenschen und Nörgler könnten wie marodierende Horden über diesen Blog herziehen.

    Allen die dies lesen einen schönen Schulalltag!

    • „Ich bin auch an der Uni durchaus auch dafür bekannt, dass ich […]davor warne bestimmte Rollencliches zu reproduzieren (oder warum finde ich hier auf den ersten Blick keine deutschen Schülernamen 😉 )“

      Es ist kein Clischée, es ist schlicht Realität. Zum Vergleich: Ich bin in der 10.Klasse Gymnasium und wir haben 32 Schüler und davon sind nur ganze DREI mit Migrationshintergrund.

  12. Hallo allerseits, hier ist der Nörgler mit der dämlichen Fresse, der noch nie (!) vor einer Klasse gestanden hat wie fraufreitag!!! Ehrlich gesagt, ich bin froh darüber, viel über die kommentierende Leserschaft dfieses Blogs erfahren zu haben, offensichtlich überwiegend Ignoranten, zynisch und sarkastisch und meinen, wenn probleme beim Namen genannt werden, dann ist das Nörgelei.

    @fraufreitag: Danke für die Unterstützung des traffics auf mein blog, aber ich denke, meine Leserschaft ist mir doch lieber…

    Und viel Spaß noch bei Ihrem hochwertigen pädagogischen Wirken!

    • Es ist erstaunlich, dass angeblich so selbstreflektierte und offene Menschen, die hier Kritikunfähigkeit anprangern, selbst mit ebensolcher auch nicht umgehen können. Die Leserschaft von Frau Freitag (und auch Fräulein Krise und ähnlichen Schreibern) sind keineswegs diffamierungs-geile Internetuser, die nichts Besseres zu tun haben, als sich tagtäglich durchzulesen, wie jemand über Schule schreibt. Ganz im Gegenteil, sie sind Leser, die diese wunderbar witzige, zynische, ironische und oft auch liebevolle Schilderung der Höhen, Tiefen und allen sonstigen Lagen des Lehrer- und Schullebens als das erkannt haben, was sie sind. Eine witzige, ironische und liebevolle Schilderung des Lehrerberufes. Alle, die in ähnlichen Situationen sind und Hirn und Humor haben, können diese Erzählungen und die von Frau Freitag gewählte Art der Beschreibung nachvollziehen, verstehen und sich darüber amüsieren, allen anderen, denen dieser Sinn für Humor und ein Verständnis für diese Art der Erzählung abhanden gekommen ist (so sie sie denn je hatten), sollten sich einfach eine andere Seite zum Lesen suchen und wieder in die pädagogische Praxis abtauchen, in denen sich alles mit wissenschaftlicher Sicht- und Denkweise klassifizieren und entmystifizieren lässt. Und übrigens: Ich (ebenfalls Lehrerin) kann nur sagen, wenn der Humor zu kurz kommt im Berufsleben und man nicht mehr in der Lage ist, sich witzig, temperamentvoll, ironisch und manchmal auch zynisch Luft zu machen, dann hat man verloren! Also, weiter so Frau Freitag! Und vielen Dank für ihren Blog 🙂

    • Warum muss man sich ständig selbst elevieren und Andere schlechtreden? Jedes mal, wenn ein Blog eine gewisse Lesermenge erreicht, kommen ein paar vorbei und erzählen dem Rest wie scheiße es doch ist, das Zeug hier zu lesen. Dann kommt noch Territorialgetue wie „meine Leserschaft, ihre Leserschaft“ (Mein Block, dein Block?) dazu. Daran sieht man, dass alle Menschen doch oft in der Tiefe gleich sind, vor allem in der Anonymität des Netzes … denn „meiner ist größer als deiner“. Und „unserer größer als eurer“. Bestimmt. 😉

      Lernt voneinander, anstatt euch anzupissen.
      Das verlernt man anscheinend spätestens nach der 2ten wissenschaftlichen Publikation und muss es sich dann langsam wieder aneignen. Da zählte ich mich auch mal dazu … zum Glück bin ich nicht drauf hängen geblieben.

  13. Frau Freitag, bitte machen sie weiter so wie bisher. Besonders Ihre Telefon-Aktion fand ich toll.
    Ich frage mich manchmal, wieso immer erwartet wird, das die Lehrer die ganze Erziehungsarbeit nachholen sollen, die im Elternhaus verpasst wurde.

  14. Liebe Frau Freitag!

    Ich gloob dir, schwöre. Warum auch nicht, weil nicht sein kann was nicht sein darf?

    Ich kenne übrigens auch Eltern, welche arme vernachlässigte Kinderheimkinder zur Pflege zu sich genommen haben – lange schon. Fazit, es konnte nicht wirklich was gerissen werden und der überwiegende Teil lebt trotzdem jetzt am Rande der Gesellschaft und kommt nicht klar. Der andere Teil ist noch vorpupertär – man darf gespannt sein.
    Was diesen Kindern gar nicht hilft sind Pflegeeltern die glauben, sie sind die besseren Eltern. Hilfreich wäre Demut, Humor und ein respektvolles Annehmen und Anerkennen der Herkunft.

    Ungefähr so wie Frau Freitag und Frl Krise das praktizieren.

    LG Nicolle

  15. ‚Vallah, Frau Freitag, weiter so!

    Die Pädagogiker müssen offensichtlich immer ihren Senf dazugeben. Reden lassen und fleißig ’nodding and smiling‘ üben…

  16. Ach, Evolusin.
    zu 3. Kinder, die eine Heilerziehung brauchen, haben nicht unbedingt etwas mit unserer Schülerschaft zu tun.
    zu 4. Deutsche Namen? In unseren Schulen gibt es kaum noch welche, in meiner Klasse sind zwei Kinder deutscher Abstammung (die haben aber auch keine deutschen Namen, by the way)
    zu 5. Auszeit…hm….kann sich auch nicht jeder nehmen. Werden Sie auf ihren Arbeitsplatz zurückkehren?

    Ist aber schön, aus der Auszeit heraus gute Ratschläge zu geben: Sie stellen sehr richtig fest, dass man an die Lebenswelt der Kinderanknüpfen soll (Vorschlag: Potter, Simpsons, Eminem).
    DAS ist nicht die Lebenswelt unserer Schüler : Potter finden die kotzlangweilig, Simpsons verstehen sie nicht einmal auf deutsch und Eminem ist leider kein Türke. Das Anknüpfen ist schwieriger, als Sie sich das vorstellen.
    Gegen Trinken im Unterricht hat niemand etwas, aber Essen: Gegen ein Biss ins Brot hat keiner was, aber gegessen werden Chips, Kürbiskerne usw, Süssigkeiten haben im Unterricht nichts zu suchen. Aufteilen? Genauso illusorisch wie Tests weglassen. Übrigens: Super-Vorschlag, danke. Mach ich ab morgen, komm dann demnächst zu Ihnen und wir auszeiten zusammen.
    Sie können davon ausgehen, dass sich an allen Schulen mit dieser Schülerschaft die Kollegien ein Bein ausreißen um nahe am Schüler zu sein, um zu motivieren (muttivieren muss man bei vielen dieser Kinder) und an die Arbeit in oft auch unkonventioneller Form heranzuführen.
    Ja, und manchmal hat diese Arbeit auch kabarettistische Züge und es gibt viel Alltagskomik.
    Aber es gibt auch bitterböse, knallharte Situationen, in denen man nur besteht, wenn man sich dafür entschieden hat mit unseren zum Teil sehr schwierigen und anstrengenden Kindern zu arbeiten. Wir haben uns dafür entschieden, ohne wenn und aber, da muss es auch mal erlaubt sein, sich darüber und ÜBER SICH SELBST in manchmal sicher etwas karikierender Form lustig zu machen.
    Was schreib ich das? Sie werden hier ja nicht mehr lesen…..

    • Moin frlkrise,
      die Möglichkeit zur Auszeit haben auch Sie. 5 Jahre Beurlaubung im öffentlichen Dienst, sich während dessen mit 3-4 Nebenjobs das (Bachelor)Studium finanzieren, da Bundesgesetze einerseits finanzielle Förderung wegen Alter (nahezu) unmöglich machen und wegen dem selben Argument kein Studententarif bei der Krankenkasse drin ist (= 145,- €/Monat) und was an Zeit übrigbleibt in Hochschulpolitik, u. a. zwecks Verbesserung der Lehrerbildung, und Kommilitonenhilfe investieren. Übrigens deckt sich die Beurlaubungszeit mit der Regelstudienzeit einschl. Master.
      Mehr als Disclaimen, das ich nur den Artikel als Ratschlagsgrundlage habe kann ich leider nicht. Die Idee ist aber glaube ich trotzdem klar geworden.
      Und zum Thema Migranten und sozial Ausgegrenzte, was meinen Sie denn, wohin unser Bildungssystem diese Kinder abschiebt, wenn Sie und Fr. Freitag irgendwann (angesichts der Rahmenbedingungen nachvollziehbarerweise) aufgeben? Richtig, an die Sonderschule!

      Es liegt mir fern hier den Wettbewerb anzutreten, wer von uns den härteren Job hat, die krasseren Erfahrungen gemacht hat oder zumindest mehr Verständnis bekommen sollte. Ich schrieb es bereits und ich schreibe es auch noch mal: ICH HABE DURCHAUS VERSTÄNDNIS FÜR SIE UND FR. FREITAG UND BESITZE GROßEN RESPEKT FÜR DAS, WAS LEHRERINNEN WIE SIE TÄGLICH LEISTEN.
      Mein Punkt war/ist die Form der Darstellung, der Anschein des (teilweise) Kapitulierens und der gleichen mehr. Das mir dies als mangelndes Humorverständis zugeschrieben wird habe ich bereits mitbekommen.

  17. Kritik ist ja in erster Linie gut und förderlich. Wer sich wie Sie, Frau Freitag, im Internet exponiert, wird früer oder später auch kritische Bemerkungen ernten. So what ? Mir stellt sich die Frage, ob Sie sich überhaupt die Mühe einer Antwort machen sollten. Denn die beiden hier auftretenden Kommentatoren haben ja wohl eines grundlegend nicht begriffen: Das es unterschiedliche Zugangswege gibt, mit ernsten Problemen unserer Welt umzugehen. Man kann ständig mit grösstem Ernst auf Misstände hinweisen und mit jeder zweiten Zeile ausdrücken, wie schlecht die Welt doch ist und dass endlich mal etwas getan werden muss. Völlig legitim, wenn auf Dauer auch eindeutig zu langweilig zu lesen.
    Und dann kann man es machen wie Sie: Mit liebevollen, stets menschlichen und absolut unterhaltsamen Geschichten die Realität abbilden. Und es dem amüsierten Leser überlassen, sich klarzumachen, dass etwas getan werden muss, voller Vertrauen, dass Ihre Leser das schon kapieren werden. Dies jedoch ohne den stets erhobenen Zeigefinger und tief unterlegt mit der Hintergrundmusik verzweifelten Weltschmerzes.
    Mir jedenfalls ist Ihre Art zu schreiben sehr ans Herz gewachsen. Sie brauchen sich keinesfalls vor Kritik zu rechtfertigen, die für sich in Anspruch nimmt, nur schreiend ernste, geradezu aufrüttelnde Worte in jeder einzelnen Zeile seien die einzig legitime Art, Probleme unserer Gesellschaft zu spiegeln. Humorig-launischer Subjektivismus ist allemal amüsanter zu lesen…
    Und was die Frage betrifft, ob sie Lehrerin sind oder nicht (also die Frage nach der allenthalb so populären Authentizität): Ist mir sowas von egal. Verschwende keinen Gedanken daran. Denn egal, ob sie das erleben oder nicht: Ich als Leser erlebe ihre Geschichten mit, als stünde ich in ihrem Klassenzimmer. Besser gehts doch nicht.

    • Ach, Lehrer Gehrke, Sie müssen Ihrem Ruf echt gerecht werden.

      Noch nie von der Unterscheidung zwischen Pädagoge und Pädagogiker gehört?!

    • vallah, warum sollten Sie auf Ihre alten Tage auch noch etwas Neues lernen (und wenns nur eine zweite Kopfbewegung wäre)!

      Schön weiterschütteln; das Runzeln wünsche ich mir aber noch ein bisschen engagierter!

  18. Ich finde den Blog von Ihnen deswegen toll, wei lich selbst überlege auf Lehramt zu studieren und ich der Auffassung bin, dass Sie wirklich aus dem Leben schreiben.
    Wenn Sie sich über die Schüler aufregen oder auch mal von eigenen Schwächen erzählen, sieht man, dass die Geschichten aus dem Leben gegriffen sind und SUBJEKTIV sind. Für mich ist es ein Beispiel, wie es aussehen könnte und finde es sehr interessant.
    Wenn ich wissen möchte, wie man in jener Situation pädagogisch richtig Reagiert, kauf ich mir n Buch oder geh in die Uni zu einem, der das sein Leben lang studiert hat. Vielleicht hat der ja nützliche Tipps… Aber von einem Blog, der dafür da ist, um sich bei dem manchmal sehr stressigen Beruf mal richtig auszukotzen und sich was von der Seele zu schreiben, ist eine solche erwartung einfach fehl am Platze. Wems nicht gefällt, soll den Browser schließen und woanders hingehen.

  19. Hähä, ich lese hier weiter. Und zwar, weil es Spaß macht!

    Ich erkenne hier viel von meinen „Kleinen“ wieder und könnte dazu Ergänzungen ohne Ende schreiben. Sie sind eben so. Punkt.

    Und mir als hauptamtlichem Ausbilder für knappe 30 gescheiterte Existenzen hilft es sehr, wenn ich merke, „Du bist nicht allein!“.

    Insofern ist es mir wurstegal, ob dieser Blog gefaked ist oder nicht. Er macht mir Spaß und hat einen pädagogischen Sinn. Ich empfehle ihn nämlich meinen Schülern als Lektüre 🙂

  20. Liebe Frau Freitag,

    ich bin Referendarin und bin sehr froh, Ihr Blog gefunden zu haben, denn jedes Mal, wenn ich mich über meine Schutzbefohlenen aufrege, lese ich einen Eintrag und kann denken, dass andere Leute sich mit noch viel schlimmeren Situationen rumschlagen müssen.
    Außerdem finde ich die Mischung zwischen Aufregen (was ja manchmal sein muss, und wenn es nur dazu dient, keine Magengeschwüre zu bekommen), Anekdoten, die mit Augenzwinkern erzählt werden, und echter Fürhsorge für die Schützlinge, die ich rauszulesen glaube, sehr entspannend.
    Und realitätsnäher als jedes Pädagogik-Seminar, an dem ich teilgenommen habe.

  21. Bin sonst nur stiller Leser bei Ihnen, fraufreitag und bei frlkrise und zwar täglich! Warum? Ich mag Ihre Sicht auf Schüler. Der Schulalltag ist so etwas von treffend beschrieben, egal ob Kollegen oder Schüler! Und ich glaube sehr wohl, dass Sie beide Ihre Schüler mögen!
    Ich hoffe, ich kann Sie beide noch sehr lange lesen!

  22. Es ist halt ein schwieriger Job, Zynismus/Sarkasmus hilft einem manchmal, das durchzustehen. Das heißt aber noch lange nicht, dass man die Kinder nicht gern hat. Ich hab sie gern!
    Und überhaupt: Ständiges Betroffenheitsgesäusel mögen die Schüler GAR NICHT!

  23. „Ich muss doch reagieren und ich bin dafür verantwortlich, dass die anderen, die was lernen wollen auch was lernen können.“

    Mein Gedanke! Vielen Dank Frau Freitag. Ich werde meine Kinder mal zu Ihnen in die Schule schicken, sofern es denn mal welche geben sollte 😉

  24. Pingback: Unglaublich « Evolusin’s Blog

  25. In welchem Elfenbeinturm hausen diese Kommentatoren denn? Selbst ich konnte zu meiner Schulzeit auf dem Gymnasium ein nicht unähnliches Verhalten erleben. Und dazu verbitterte Lehrer, die sich selbst und uns Schüler aufgegeben hatten und nur noch – bestenfalls – ihre Ein-Mann-Show abzogen, ohne Rücksicht auf Verluste.

  26. „Ich denke viel darüber nach, WARUM sich die Schüler so oder so verhalten. Noch nie hat mir die Erkenntnis des WARUM in irgendeiner Weise geholfen.“

    Das, bei allem Respekt Frau Freitag, wäre ein Armutszeugnis für jeden Erziehungswissenschafler. Ich glaube Ihnen nicht, dass Sie das in aller Konsequenz wirklich meinen. Ich hoffe es nicht.

    Schade nur, dass Sie es vermeiden auf Kritik sachlich einzugehen, und statt dessen mit Trotz reagieren. Offensichtlich funktioniert dieses Blog anders als andere. Aber Sie haben ja die Fangesänge der angehenden Lehrerschaft, die regelmäßig eifrig und kritiklos Ihr Blog kommentiert: „Weiter so“.

    Schade. *wegduck*

    • Find ich gut, dass Evoluzin jetzt seine Mannschaft mobilisiert, echt webzwonull und so.

      Ist auch gut für den Traffic.

      Aber, Agent, Einen auf den Weg: gelesen hast du den Ursprungsartikel, über den Evi reingepoltert ist, nicht, oder? Da wird nämlich niemand blossgestellt, nur der Erziehungsberechtigten mitgeteilt, dass ihr Sprössling den Unterricht stört. Was er gemacht hat, und mit 13+ Jahren auch erkennen sollte.
      Wenn das schon blossstellen ist, dann wünsch ich dir viel Spass bei der Verhaltenserkenntnisbewältigungsarbeit mit deinen Schülern.
      Ach halt, du hast ja keine.

      „Erziehungswissenschafler“.
      Hm hm. Na dann … wieder ab auf die Weide! Aber das Empören nicht vergessen!

      • Mich hat niemand mobilisiert, ich hab den Artikel in evolusin’s blog gelesen, und dann hier diesen unglaublich blöden, von mir zitierten Satz. Der springt einen schon an.

        Und ja: Es ist bloßstellen/anprangern/zum Depp machen vor versammelter Mannschaft, wenn man die Eltern eines Schülers im Unterricht, vor allen anderen, anruft. Ich meine das darf man auch kritisieren, und die Kritik ist dann auch berechtigt.

        Wenn das mein Sohn gewesen wäre hätte ich der Frau aber was gehustet, wenn die versucht mich vor der Klasse in ihrem Sinne und gegen meinen Sohn zu instrumentalisieren. Insbesondere wenn sie mich nicht vorher auf ein Problem aufmerksam gemacht hätte.

      • woher weißt du denn, dass ich mit der mutter nicht schon mal gesprochen habe? Eine Woche vorher war sie in der schule bei einem gespräch bei mir und wir hatten ausgemacht in kontakt zu bleiben und, dass ich mich melde, wenn es mit mert nicht so gut läuft. sei hat sich übrigens für den anruf bedankt und gesagt, ich solle jederzeit wieder anrufen. sie hat nämlich ein interesse daran, dass ihr sohn sich auf den unterricht konzentirert und was lernt. und das kann er nicht, wenn er nur faxen macht.
        und was heißt hier instrumentalisieren? bist du dagegen, dass lehrer und eltern an einem strang ziehen?
        und „zum Depp“ gemacht hat sich mert eher mit seinen störaktionen.

      • Ich habe nicht sagen wollen, dass Du zuvor nicht mit der Mutter gesprochen hattest. Aber da habe ich mich undeutlich ausgedrückt. ‚Falls‘ statt ‚wenn‘ wäre hier angebracht gewesen; mein Fehler.

        Instrumentalisiert wurde die Autorität der Mutter zum Zweck das Verhalten abzustellen.

        Aber unabhängig davon, ob die Mutter diese Aktion gutheißt, finde ich sie eben kritikwürdig. Ich verhalte mich sonst im Leben nicht so, dass ich Menschen vor versammelter Mannschaft bloßstelle und Kindern gegenüber entsprechend auch nicht. Es ist nicht dramatisch, aber es ist sicher nichts wofür Frau sich feiern sollte.

      • oh sorry, dann hatte ich dich falsch verstanden. ich dachte du hättest das hier auch geschrieben, denn ich hatte von dir doch auch das hier gelesen – war ein kooemtar bei dem evalusin blog:

        Es ist ein Zeichen von Resignation wenn eine Lehrerin im Unterricht – vor der versammelten Klasse – einen Schüler bloßstellt. Ich hätte der Frau auch was erzählt, wenn sie mich instrumentalisiert, um mein Kind vorzuführen. Und der erste Kontakt den die Frau zu diesem Thema mit den Eltern herstellt findet mitten im Unterricht statt? Na, vielen Dank auch.

        also, das hier war ja eine frage. und ich kann sie beantworten: nein, das war keineswegs der erste kontakt.

      • Ich hatte nur noch meinen Kommentar hier vor Augen. Ich kann mich aber auch nicht daran erinnern das schon in deinem Post gelesen zu haben. Dennoch sorry…

        Ändert es denn inhaltlich etwas an der Kritik, dass man einen Schüler nicht vorführen sollte?

  27. Ich bin ein gebranntes Kind was Lehrer angeht. Zu viele haben mir meine Schulzeit versaut, waren unfair, bloßstellend, sarkastisch, herabwürdigend. Ich wünschte, ich hätte mehr Frau Freitags gehabt. Es ist nämlich keineswegs eine Bloßstellung, darüber zu schreiben, was andere Leute tun, auch wenn sie Mist bauen. Oder ihnen das deutlich ins Gesicht zu sagen, auch vor der Klasse. WARUM jemand etwas tut ist sicher hilfreich, um gegenüber jemadem wie Mert eine gewisse Wertschätzung zu wahren, es hilft aber in der Tat nicht, die Situation zu verbessern. Diese Kinder müssen gesellschaftliche Regeln lernen, auch weil ihnen das später weiterhilft. Dazu muss man ihnen diese Regeln aber auch klar machen und deren Einhaltung durchsetzen. Nichts anderes hat die Telefonaktion getan, als zu sagen: Was du hier tust, ist nicht okay und ich werde das nicht dulden. So sehen klare Ansagen aus, die diese Kinder/Jugendlichen (wie alle Kinder/Jugendlichen) eben brauchen. Bloßstellen ist, jemanden in seiner Person, nicht in seinem Tun, herabzusetzen: So wie du bist, bist du nicht okay. Ein Lehrer hat mich mal vor versammelter Mannschaft als Baby bezeichnet und mir einen Schnuller angeboten (ich war in der dritten Klasse), danach musste ich mich in die Ecke stellen. DAS ist Bloßstellung. Frau Freitag, ich finde es bemerkenswert, wie Sie Ihren Spaß und Ihren Humor behalten können, auch wenn Sie täglich erleben müssen, dass Ihre Anstrengungen eben auch mal nicht fruchten. Dass Sie nicht resignieren, sondern sich immer noch echauffieren können über den alltäglichen Antisemitismus z.B., ist so wichtig. Leute wie „lehrergehrke“ glauben, man dürfe gegenüber den Schülern keine Emotionen haben, nur abgeklärtes Verständnis. Das ist so grundfalsch und diese Erkenntnis dürfte inzwischen wohl auch Einzug ins pädagogische Proseminar gehalten haben… Was diese Schüler brauchen, sind Erwachsene mit Haltung und vor allem Wertschätzung. Beides muss man hier wahrhaftig nicht lange suchen. Frau Freitag, Sie sagen, dass Sie Ihre Schüler mögen. Ich finde, das merkt man auch; ich kann nicht verstehen, wie man auf die Idee kommt, aus diesen Zeilen eine Bloßstellung herauszulesen. Ein echtes Rätsel.

    • „ich kann nicht verstehen, wie man auf die Idee kommt, aus diesen Zeilen eine Bloßstellung herauszulesen. Ein echtes Rätsel.“

      Also: Lehrerin sieht Fehlverhalten bei Schüler, nimmt ihr Telefon, und ruft vor der Klasse die Mutter an. Wenn der Zweck nicht war den Jungen bloßzustellen, welchen anderen Sinn sollte es denn haben das vor der Klasse zu machen? Sonst hätte die gute Frau Freitag das ja auch nach der Stunde tun können – also nicht vor der Klasse. Hat sie aber bewusst nicht, sie wollte genau den Effekt den sie bekam. Und hat sich hier dann im Blog dafür gefeiert.

      Das ist kein Drama, aber man darf das schon kritisieren. Und wäre ich der Vater des Jungen wär sie mit der Aktion bei mir auch gegen eine Wand gerannt…

      • „welchen anderen Sinn sollte es denn haben?“
        Das ist ganz einfach, lieber Agent:
        Ihm, und den anderen in der Klasse zu zeigen, dass Aktionen Konsequenzen haben! Und wenns nur eine kurze Benachrichtigung der Eltern ist.
        Aber genug von mir zu diesem Ding, will ja nicht den schönen Blog vollmüllen. Nur eins noch, agentorange – da du immer so im Konjunktiv daherredest, Kinder hast du keine, oder? Wo du schon keine Schüler hast?

        Dachte ich mir.

      • “Das ist ganz einfach, lieber Agent: Ihm, und den anderen in der Klasse zu zeigen, dass Aktionen Konsequenzen haben!“

        Ja, und welche Konsequenzen? Vielleicht die Konsequenz, dass man ihn vor der Klasse der Lächerlichkeit preisgibt, sprich bloßstellt? Und das ist halt eine Strafe, die ich unangemessen finde…

        Nein, ich habe keine Kinder. So what?!

      • interessiert eigentlich jemand, wie die schüler das empfunden haben? und vor allem, wie mert das fand? der war irgendwie froh, dass er eine möglichkeit zum neustart bekommen hat. die anderen haben auch nicht über mert gelacht oder so. es ging in dem moment auch gar nicht um ihn. es ging darum, dass sie sehen, dass es in dem unterricht grenzen gibt. regeln und grenzen und konesquenzen. und auch wenn viele das nicht glauben… schüler wollen das. und wenn der lehrer die nicht liefert, dann fordern die sie ein. bei der ganzen aktion war überhaupt niemand der lächerlichkeit preisgegeben.
        aber zur sicherheit werde ich mert nochmal fragen. den sehe ich aber erst am donnerstag.

        aber klar, kannst du die aktion kritisieren. ich würde auch lieber anders mit den schülern umgehen. tue ich ja auch meistens. war ja nur das eine mal. aber falls du schon länger mitliest, dann würdest du wissen, dass, diese aktion einfach mal einen wendepunkt in endlosen missglückten disziplinierungsversuchen darstellt. und plötzlich ist die klasse still und ich kann denen was beibringen. welcher lehrer würde das nicht feiern. Und dazu kommt, dass ich mit dem handy jahrelang auf kriegsfuß stand – habe ich drüber geschrieben – ich habe mein handy erst seit diesem sommer.
        und falls du mal kinder hast und die bei mir in die klasse gehen, dann sag mir vorher bescheid, dann rufe ich dich immer in den pausen an. 🙂
        schönen gruß
        ff

      • Noch mal: Bloßstellen ist, jemanden wegen seiner Persönlichkeit niederzumachen: „Ich kann dich nicht leiden, weil du bist nicht ok bist.“
        Das, was Frau Freitag hier getan hat, ist, vor der Klasse deutlich zu machen, dass das Verhalten Merts nicht geduldet wird: „Ich bin sauer, weil das, was du tust, nicht ok ist.“
        Das ist eine ganz normale und wirkungsvolle Sanktionierung des Verhaltens. Es muss in jeder Gesellschaft Regeln geben und die Einhaltung dieser Regeln muss durch positive und negative Sanktionierung erreicht werden. Das klingt irgendwie fies, ist aber essenziell für jede soziale Gruppierung. Bloßstellung bedeutet Verächlichmachung, Häme, Herabwürdigung, Nicht-Ernstnehmen. Jemandem klar zu sagen: „So nicht, Freundchen“ ist aber ein Ernstnehmen, denn es ist das Gegenteil von Resignation. Es zeigt auch: Ich hab dich nicht aufgegeben, ich bin bereit, diesen Konflikt mit dir durchzustehen. Dafür braucht man Mut, Wertschätzung und das Vertrauen, dass das Gegenüber, also hier Mert, es eigentlich besser kann. Über die Art und Weise kann man ja diskutieren. Aber diese Jugendlichen müssen eben auch lernen, Verantwortung für ihr Verhalten zu tragen. Und sei es, vor der ganzen Klasse zurechtgewiesen zu werden, weil man wiederholt und provozierend Unsinn macht.

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