Up and Away

Herbstferien! Endlich! Und ich tue das einzig Richtige – ich fahre gleich am ersten freien Tag weg. Nämlich heute. Nämlich gleich, in einer Stunde. In den Süden ans Meer. Der Freund packt gerade meine Sachen ein, die ich rausgelegt habe. Er ist der Meister im Kofferpacken. Leider kommt er nicht mit. Er war ja gerade im Urlaub und zuviel Fremde verträgt er nicht. Muss ich eben mit dem Deutschlehrer und dem Juristen fahren.  Rechtliche und rechtschreibliche Probleme dürften also nicht auftreten. Der Deutschlehrer – auch ein Orgameister-  hat alles gebucht und klargemacht. Sollte also alles klar sein. Ich habe mich um nichts gekümmert. Noch nicht mal bezahlt habe ich. Mache ich erst nach dem Urlaub. Wenn es scheiße wird, dann zahle ich nicht. Ich habe mich, wie gesagt, diesmal um gar nichts gekümmert. Ich weiß noch nicht mal, in welches Land wir fahren. Aber wird schon irgendsoein Land sein. Am Meer. Letztendlich ist ja auch egal welches Land das ist. Hauptsache,  ich muss mich um nichts kümmern.

Ich nehme 1000 Bücher mit – haben alle mit der Schule zu tun, oder mit Integra-Migration – wir wollen ja mal nicht übertreiben mit dem Erholen. Sind ja nur Ferien. Ich bin ja kein anderer Mensch in den läppischen zwei Wochen. Ich überlege auch immer noch, ob ich nicht die Englischarbeiten der siebten Klasse mitnehmen soll, die muss ich sowieso noch korrigieren und Zeit hätte ich ja. Mal sehen, ob ich die noch reinpassen.

Uhhhh, jetzt werde ich ein wenig aufgeregt. Ich war schon lange nicht mehr nur mit Freunden verreist. Immer nur mit dem Freund. Da kann man sich ja immer schön gehen lassen. Aber mit Freunden…Ich will nicht mehr laufen, mir ist kalt, warm, ich hab Hunger, bin müde und vor allem mir ist laaaaaangweilig… ob die das jeden Tag hören wollen? Und ob die wissen, wie sie dann reagieren müssen?  Am Ende zerstreiten wir uns vollkommen in dieser einen Woche. Reden nach zwei Tagen nicht mehr miteinander, kochen und essen getrennt. Kommt doch alles vor. Zuviel Nähe kann doch jede Freundschaft zerstören… Wenn dann die Macken richtig zutage treten, weil man 24 Stunden aufeinandergluckt und nichts Vernünftiges zu tun hat. Zum Glück habe ich gar keine Macken. Ich bin echt sehr handlebar. Easy-going würde ich sagen. Also dürfte es keine Problem geben.  Vielleicht bringt mir der Deutschlehrer dort mal die Kommaregeln bei. Frl. Krise wäre sicher begeistert. Und es soll ja so was wie eine neue Rechtschreibung geben. Ich konnte ja noch nicht mal die alte. und wenn ihr mich mal laut vorlesen hören würdet – ihr wärt begeistert, dass man so ein Integrationskind mit einem fetten Förderstatus LERNEN und ein wenig EMSOZ damals Lehrerin hat werden lassen.

So okay, ich muss los. Noch Zähneputzen, eine rauchen und dann ab.

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7 Gedanken zu “Up and Away

  1. Frau freitag, der arme Deutschlehrer…..Die Kommaregeln sind ja noch das wenigste, die Rechtschreibung, die Rechtschreibung!!!!!!!
    Und das mit den „keinen macken“…..naja, aber ich sage nur : Schönen Urlaub, ihr drei Jecken!

  2. Wenn ihr Blog keine frei erfundene Ironie ist,
    entsprechen Sie haargenau dem,
    was Eltern in der Schule für ihre Kinder befürchten:

    Ist es denn sooooo schwer, ein wenig mehr nachzudenken?
    Zu reflektieren?
    Zu planen?
    Ganzheitlich zu berücksichtigen?

    Sich
    und seine (Unterrichts-) Konzepte,
    seinen Ton,
    seine Einstellung
    und seinen Umgang zu hinterfragen?

    (Genau das verlangen Sie doch dauernd von den Kindern:
    Verbessere Dich !)

    Ist das zu viel verlangt von Menschen, denen wir unsere Kinder anvertrauen???

    Als Mutter von insgesamt sieben Kindern bin ich einfach nur erschüttert über ihren Blog.

  3. Pingback: Lehrer ist kein Beruf… « Es wird mal kurz hell im Hals…

  4. Fein, eine kinderreiche Übermutti :-). Kleiner Tipp: Erwachsene, auch Lehrerinnen, braucht man nicht zu erziehen oder zu tadeln – auch wenn man ob der Kinderschar in ständiger Übung ist.

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