Unterwegs

Ich bin auf einer Fortbildung. In einem Hotel. Dieses Hotel ist sehr nobel, aber auch richtig steril. Es ist so eine Art von Hotel wo der Chef mit seiner Mitarbeiterin hinfährt und die dann im Bierkeller tierisch abstürzen. Ich bin vollgefressen, aber nicht zufrieden. Das Essen hat irgendwie nicht geschmeckt. Typisch Hotelbüffet: erst denkt man – lecker, was es nicht alles gibt, aber dann schmeckt das alles gar nicht so gut. Selbstgekochtes Abendbrot von meinem Freund schmeckt immer besser. Ich liege auf dem Bett und warte auf die Tagesschau und irgendwie haben die anderen eben beim Essen alle davon gesprochen, dass sie sich nach dem Tatort unten im Bierkeller treffen. Also heißt das, dass man erst den Tatort gucken muss. Ich habe eben auch schon eine Einladung erhalten, bei dem einen den Tatort im Zimmer zu sehen. Aber ich habe ja einen eigenen Fernseher und ein eigenes Zimmer. Also: Wenn ich jetzt nicht Tatort gucke, dann brauche ich nachher gar nicht in den Bierkeller zu gehen. Wenn ich nicht runter gehe, dann muss ich nicht Tatort gucken. Ich könnte aber auch den Tatort gucken und trotzdem oben bleiben. Ich weiß noch nicht, was ich mache. Eigentlich sollte ich mich ja ein wenig mit der Gruppe schmusen. Aber da besteht die Gefahr, dass ich zu frech werde und Menschen gegen mich aufbringe. Vielleicht sollte ich Abstand wahren. Ich weiß noch nicht, was ich machen soll. Vielleicht bin ich ja auch zu müde für alles und bleibe einfach im Bett. Oh Mann, so ein Leben im Hotel wäre ja nichts für mich – okay, ist immer sauber und gibt immer frische Handtücher, aber es ist echt schon ziemlich steril und freudlos hier. Zum Glück bin ich nicht Vertreter oder Rockstar… als Lehrer muss man ja eher selten in Hotels übernachten.

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10 Gedanken zu “Unterwegs

  1. Als Rockstar müssten Sie jetzt auch das Hotelzimmer verwüsten- nichts mit ins Bett gehen und so.
    Über was haben Sie eigentlich beim Abendessen gesprochen, wenn die alle so versessen darauf sind später über den Tatort zu sprechen? Ich tippe auf Schulreform…

  2. Lehrerfortbildung?
    Daran gewöhnen Sie sich, die aind alle so.
    Seien Sie froh, dass Sie alleine auf dem Zimmer sind. Es gibt da ganz sparsame Bundesländer, da bekommen Sie eine Zufallsbekanntschaft auf die Bude.
    Ich war auch schon im Dreibettzimmer, das ist aber lange her.

  3. Ich finde solche Fortbildungen genial! Gibts ne Minibar? Falls ja, nimm Dir doch ein Bier und zapp Dich einmal durch die Fernsehkanäle… und dann kannste ja immer noch auf das Zimmer von dem Kollegen oder runter in den Bierkeller gehen!

  4. Fortbildung im Hotel? Ich komme nur gelegentlich zur Lehrerakademie in Dillingen. Kantinenessen ganz in Ordnung, zu Jugendherbergszeiten, danach aber auch Bierkeller. Kein Fernseher auf den Zimmern, glaube ich, muss man sich anders beschäftigen. Oder lesen.

  5. Och, man gewöhnt sich dran. Aber man genießt die Stunden in den eigenen vier Wänden dafür umso mehr. Wenn man gar richtig oft unterwegs ist, dann bedeutet „Urlaub“ für einen die eigene Wohnung zu entdecken.

  6. Tja, das IFL (Institut für Lehrerfortbildung) in NRW meint es da etwas besser mit den Unterkünften. Viele Fortbildungen finden z. B. hier statt: www. k-s-h.de

    Steril ist das nicht. Anders schon. Aber nicht steril.

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