Lehrer raus auf die Straße

Heute in den Nachrichten: Rund 100 aufgebrachte Lehrer versuchten nach der zunächst friedlich verlaufenen Demonstration, Absperrungen zu durchbrechen und bis zum Eingang des Parlamentsgebäudes vorzudringen. Sie bewarfen die Polizei mit Flaschen und Steinen. Die Beamten setzten Tränengas ein, um die Randalierer auseinanderzutreiben, wie Augenzeugen berichteten.

Ich stelle mir mein Kollegium vor. Die Regierung kündigt harte Sparmaßnahmen an. Steuererhöhungen, Gehaltskürzungen, das Rentenalter wird hochgesetzt… eigentlich alles, was wir in letzter Zeit schon hatten. Aber keiner meiner Kollegen hat versucht irgendein Gebäude zu stürmen. Nicht mal eine Absperrung zu durchbrechen. Die gehen wahrscheinlich nicht mal bei Rot über die Straße, auch nicht nachts, wenn überhaupt kein Auto fährt.

Nee, also da gibt es doch erhebliche Unterschiede zwischen uns und den Griechen. Ich find’s super, wehrt euch mal. Und ihr meine lieben Kollegen, man muss auch nicht immer alles schlucken, jammern und dann muss ja, muss ja wimmern, oder?

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5 Gedanken zu “Lehrer raus auf die Straße

  1. Unser Kollegium hat eine andere Art des Streikes gewählt. Da länger gearbeitet, aber nicht mehr gezahlt werden soll, sind bis auf weiteres alle Ausflüge, Klassenfahrten, Studienfahrten usw gestrichen.
    „Ein bisschen den Druck erhöhen.“ wurde mir das dann erklärt, weil wir so den Terz gleich „von Seiten der Eltern mitweiterleiten“. Oder so.
    Ob das allerdings so sinnvoll ist, steht noch in den Sternen, und vielleicht sollten wir uns wirklich überlegen, ob wir nicht doch lieber ein paar Steine werfen.
    Ein paar Steine, ein paar Lehrer und dann Kiel- doch, das könnte mir gefallen. Kommt wer mit?

  2. Nönö, der mitteleuropäische Lehrer neigt nicht zu Aufständen.
    Ein bißchen rummotzen vielleicht, nölen, beschweren.
    Aber zu einer ordentlichen Revolte gehört mehr.
    Wir hatten 4 Jahre 0% Gehalterhöhung, Weihnachtsgeld gestrichen, Urlaubsgeld weg, Stundenerhöhung, Streichung der Ermäßigungsstunden für Zusatzarbeiten.
    Nichts ist passiert, nur leises Gewimmer.

    Irgendwie sind wir ein duldsames Völkchen.

  3. jaja, das habe ich mir heut morgen auch gedacht, als ich die bilder im bus-TV sah: die griechischen lehrer sind noch echte menschen mit gefühlen und molotov-cocktails und so. von so leuten hätt ich auch gern unterrichtet werden wollen. stattdessen musste ich dann nach dem abi noch den antifa-kurs für molotov-bauen belegen…
    alles spießer außer frau freitag* (die würde auch irische stimmen nachäffen, mitten in ihrer eigenen stunde – hell yeah!)!

    *und die griechen natürlich (die wo auch demokratie erfunden haben, nech!)

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