Ähhhh????

Heute ist mir etwas ganz Seltsames passiert. Ich stehe wie gewohnt auf, dusche, frühstücke mit dem Frühstücksfernsehen und gehe wie gewohnt um 7 Uhr aus dem Haus. Eigentlich so wie jeden Morgen.

Aber dann… Das Schultor ist abgeschlossen. Na ja, denke ich, wird der Hausmeister wohl vergessen haben. Vielleicht bin ich ja heute auch früher losgegangen als sonst. Ich gehe zu meinem Raum, schließe auf und bereite meinen Unterricht vor. An der Tafel ein schönes Tafelbild, nicht zu viel und nicht zu wenig. Dann warte ich. Fünf vor acht. Drei vor acht. Acht. Es klingelt. Aber niemand kommt. Wo sind die denn alle? Die können doch nicht alle zu spät kommen… Ich warte bis um 8.15 Uhr und gehe dann runter. Der Hof ist auch leer. Komisch. Die anderen haben wahrscheinlich schon längst alle mit dem Unterricht angefangen. Aber wo ist meine Klasse. Vielleicht stand was auf dem Vertretungsplan, was ich übersehen habe. Mist, wahrscheinlich hätte ich später kommen können, weil meine erste Stunde nach hinten verschoben wurde. Das ist mir schon mal passiert.

Ich stehe am Vertretungsplan, da kommt der Hausmeister auf mich zu: „Frau Freitag, was machen Sie denn hier?“

„Ich suche meine Klasse.“

„Na, da wird wohl keiner kommen. Sind doch Ferien.“

„Ferien??? Was für Ferien?“ frage ich verwundert.

„Na, Osterferien.“ sagt er. „Osterferien? Seit wann denn das?“ frage ich. Er: „Na schon seit Freitag. Und heute ist Mittwoch.“

„Seit Freitag? Kann doch gar nicht sein. Ich habe doch gestern noch so schönen Unterricht gemacht und am Montag, da war doch alles ganz schrecklich. Das weiß ich doch noch. Mit Dschinges und so.“

Der Hausmeister schüttelt den Kopf „Nein, nein Frau Freitag, heute ist der dritte Ferientag und gestern und vorgestern waren auch schon Ferien.“

Er schiebt mich sanft zum Schultor. „Und Sie fahren jetzt schön wieder nach Hause und erholen sich.“

„Aber ich muss doch unterrichten. Die Kinder warten doch…“ stammel ich, während wir uns dem Ausgang nähern. Eine Stunde später komme ich verwirrt nach Hause. Da trinke ich einen Kaffee und gucke kurz irgendeinen Blödsinn im Fernseher. Und jetzt schreibe ich gerade. Leider muss ich nun aufhören, denn die Arbeit ruft. Ich will doch morgen einen Test schreiben und die Abeitsblätter vom Wochenplan muss ich auch noch zensieren.

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7 Gedanken zu “Ähhhh????

  1. Na, frau freitag, das ist ja bedenklich……
    Ist das nun übermotivation oder burnout? Wie auch immer, ich mache mir sorgen.
    Außerdem sag ich Ihnen mal tschöööööö bis nächste woche. Vielleicht erwische ich unterwegs ein bisschen internet, dann melde ich mich.

  2. Hallo Frau Freitag,

    wollte nur mal sagen, dass ich Ihren Blog sehr mag – und Ihnen schöne Osterferien wünsche. Das hamm Sie sich verdient!

    Ich selbst bin keine Lehrerin, aber Mutter. Und freue mich auch jedesmal wieder über Ferien: endlich mal kein Nachhaken, ob die Vokabeln auch gelernt wurden, welche Arbeiten anstehen usw. Herrlich! Und immer die theoretische Möglichkeit, jetzt endlich mal alten Stoff mit den Kindern aufzuarbeiten (von dem wir am Ende der Ferien praktisch leider meist wenig Gebrauch gemacht haben, aber na ja…)

    Erholen Sie sich gut und schreiben Sie danach bitte weiter (vielleicht gibts auch ein paar alte Anekdötchen, um uns die Ferienzeit zu verkürzen?).

    Viele Grüße
    Margit

  3. Bei uns stand mal eine Schülerin der 13. Klasse am Ostermontag um halb acht vor der Schule und begehrte, eingelassen und unterrichtet zu werden. Leider waren die Ferien aber erst einen Tag später zuende. 🙂

  4. Haben Sie ein Glück!! Ich komme zur Zeit ohne passenden Schlüssel noch nicht mal aufs Schulgelände! ;-)))))))

    Schöne Ferien!

  5. Hallo, bevor es zu echten Entzugserscheinungen kommt, Puppen, Bären, Kuscheltiere und irgendwie geeignetes „Schülermaterial“ zusammensammeln, sich davor stellen und Unterricht abhalten, damit Sie nicht aus der Übung kommen – Die andere Möglichkeit: Mit einem weinenden Auge der Realität ins Auge sehen und die Ferien einfach nur genießen – kurz genug sind sie eh!
    Schön zu lesen hier. Mit lieben Ostergrüßen von
    Clara Himmelhoch

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