Der Mensch braucht Struktur

So, wieder eine Woche rum. Jetzt sind doch auch bald die Osterferien, oder? Wie ist das eigentlich in den richtigen Berufen? Merkt man da auch so deutlich, dass die Zeit vergeht? Und wie gliedert sich das Arbeitsjahr eines Nichtlehrers. Ihr habt ja NUR euren popligen Urlaub, den ihr euch aber dann schön außerhalb der Ferienzeiten legen könnt – es sei denn ihr habt Kinder, sorry, aber das wolltet ihr ja so, oder?

Jetzt können sich mal alle angesprochen fühlen, die hier mitlesen und nicht diesen wunderbaren Traumjob des Lehrens ausüben. Ihr, die ihr doch im Gegensatz zu uns viel härter und länger und richtiger arbeitet. Ihr arbeitet wahrscheinlich auch am Wochenende und an Weihnachten. Im Gegensatz zu euch weiß ich nämlich nicht, wie sich ein NORMALER Beruf anfühlt. Komischerweise weiß ja jeder über den Lehrerberuf Bescheid. Und das nur, weil man mal Schüler war. Ich bin auch schon mal im Flugzeug geflogen, würde mir aber nicht anmaßen, irgendwas zum Beruf des Piloten zu sagen. Ich esse jeden Tag Brot. Aber was verstehe ich vom Bäckersein? NIIICCCHHTTSSS!

Für uns teilt sich das Arbeitsjahr in drei Hälften. (Schön gesagt, oder? Man merkt, dass ich kein Mathelehrer bin.) Die eine Hälfte ist das erste Halbjahr, die zweite Hälfte ist das zweite Halbjahr und die dritte Hälfte ist der große Neidfaktor: Sommerferien. Zur Zeit befinden wir uns auf der Anfangsstrecke zweites Halbjahr, steuern auf die Osterferien zu und ab da geht es zielstrebig in einem Rutsch zu den Sommerferien. Die schlimmste Zeit ist zwischen den Herbst- und den Weihnachtsferien, am schönsten ist es im Mai – bedingt durch etliche freie Tage. Die natürlich nur uns Lehrern bekommen und die wir eigentlich gar nicht verdient haben.

Mit gefällt diese Zerstückelung des Jahres ganz gut. Ich könnte mir gar nicht vorstellen, eine Arbeit zu machen, die das ganze Jahr ähnlich oder sogar gleich ist. Wahrscheinlich strukturiert die sich ja auch – Inventurzeit, Zwischenden-jahrenzeit, dichte Auftragslagenzeit usw.

Aber heute beginnt erstmal die kleine Ferienzeit – das Wochenende. Regeneration. Also herzlichen Glückwunsch zum Wochenende. Die nächste Woche kommt bestimmt.

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7 Gedanken zu “Der Mensch braucht Struktur

  1. Wobei Sie wahrscheinlich nicht dreizehn Jahre lang jeden Tag sechs Stunden mit dem Pilot im Cockpit gesessen haben, noch diese Zeit in der Backstube verbracht haben; insoweit darf sich der Durchschnittsbürger meiner Ansicht nach eher Expertise im Lehrer- als im Piloten- oder Bäckerberuf anmaßen… 😉

    Die Gliederung des Jahrs durch die Schulferien – und übrigens auch durch andere regelmäßig wiederkehrende Ereignisse, wie Zeugnisse und Bundesjugendspiele – vermisse ich schon, gerade als Freiberufler mit sehr ungeregelten und unvorhersehbaren Arbeitszeiten. Soweit, daß ich der katholischen Kirche beitreten und mich an deren Jahresrhythmus orientieren würde, geht es allerdings nicht.

    Zu den Arbeitszeiten eines M&A-Anwalts schweige ich lieber – manchmal kommt man um 1900h raus, manchmal halt gar nicht…

    Also, gute Erhohlung über’s Wochenende, und ärgern Sie sich nicht zu sehr über Ihren Beruf – jeder Job hat Licht- und Schattenseiten, and the grass always grows greener on the other side of the fence…

  2. Wie sagt ein Kollege :
    die wahre Intelligenz erweist sich in der Wahl der Studienfächer.
    (das sagt er aber nur, wenn sich
    atens: einer ganz dolle beschwert über die vielen Ferien , die ein Lehrer hat oder aber
    btens: wenn die Klagefraktion im Lehrerzimmer erzählt, wieviel sie bei der Kombination Deutsch/Englidsch korrgieren müssen)

  3. Ja, frau freitag, das BESTE (jedenfalls für mich) haben sie nicht erwähnt…
    Zu Beginn des neuen schuljahrs fängt man echt NEU an!
    Neues notenbuch, neuer Terminkalender, neue klassen. Die alten klassen kommen in ein neues schuljahr, also auch hier: alles alte weg und alles neu beginnen: neue themen in neuen heftern, neue bücher (obwohl, die sehen oft ziemlich alt aus). Sogar das schreibmäppchen wird neu gefüllt, herrlich dieser einkauf beim büroartikelgeschäft.
    Und erst die guten Vorsätze! Alles NEU. Diesmal wird man aber immer sofort in die kurshefte schreiben, also nach jeder stunde (und nicht erst im juli zähneknirrschend den Inhalt der 7 kurshefte zusammen fantasieren), man wird alles abheften, statt meterhohe stapel zu erzeugen usw. usw.
    Das ist herrlich, nach den sommerferien beginnt immer ein neues leben! Jedes jahr! Und es endet immer ……gleich……. chaotisch….*seufz

  4. Urlaub außerhalb der Schulferien – na, das wäre schön! Dann könnte man endlich mal günstig Urlaub machen! Aber als Orchestermusiker ist das nicht drin. Man muss ja gemeinsam in die Ferien gehen, und manche haben Kinder (und in den Ferien sind eh alle weg und wollen keine Konzerte hören *lol*), denn ein halbes Orchester klingt auch nur halb so gut *g*. Natürlich macht man auch an Wochenend- und Feiertagen Konzerte, damit die Lehrer, die dann frei haben, auch mal in einen Kulturgenuß kommen. Desweiteren muss man neben den unzähligen Diensten noch zig untalentierte und unmotivierte Privatschüler bzw. an der Musikschule unterrichten, damit man sich überhaupt so etwas wie Urlaub leisten kann. Es sei denn, man spielt bei einem A-Orchster, dann reicht die Kohle auch so und man kriegt nur die besten Schüler ab. Achja, üben muss man auch möglichst täglich mehrere Stunden, egal wie gut man schon ist, denn wenn man nicht mehr übt, wird man auch schnell wieder schlechter (vergleichbar mit dem Training von Hochleistungssportlern). Natürlich übt man auch am Wochenende, was aber nicht immer so viel Spaß macht. Aber wenn die anderen Muggen und Schüler ausgefallen sind, kann man sich die Zeit wenigstens frei einteilen.
    Zu Ostern gibt es tatsächlich mal eine Woche Urlaub. Ein paar Wochen ist das noch hin, aber natürlich freut man sich schon drauf – und lässt sich gleich für ein paar Muggen buchen, weil man ja Zeit hat, ist ja kein Dienst!

    hahaha….

    • also nieeeee frei? du kannst immer noch musiklehrer/in werden… musik ist eines der schönsten zu unterrichtenenden fächer…kommt gleich nach erdkunde

  5. Ich versteh das mit der Teilung des Jahres.
    Am Theater isses ja so: 6 Wochen Sommerferien, sonst nix! Zwischendurch auch keine Möglichkeit, sich mal frei zu nehmen.
    Eigentlich so ähnlich wie bei den Lehrerkollegen…
    Und ich kann mir auch immer gar nicht vorstellen, wie es sein muss, in den Urlaub zu fahren, wenn alle anderen weiter arbeiten…
    Bei uns haben alle frei und nach dem Sommer ist es dann auch immer so wie der Beginn eines neuen Schuljahres…

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