2010 kann geh’n!!!

Dieses neue Jahr nervt mich jetzt schon. Was hat es mir denn bisher gebracht? Einen völlig nutzlosen 1. Januar, einen fetten Bauch, der mich wahrscheinlich das ganze Jahrzehnt begleiten wird, ein ganz unsäglich schlechtes Fernsehprogramm, eine ziemlich unaufgeräumte Wohnung, die sich mal wieder nicht von selbst aufräumt, ein finnisches Selbstmord-Wetter, Schreie meiner Schultasche, die ich erst seit Jahreswechsel richtig höre: „Öffne mich, öffne mich, hier liegen noch unkorrigierte Arbeiten“, konsumieren geht auch nicht, weil man mir nichts verkaufen will, bzw. weigert die Bekleidungsindustrie sich seit längerem, Anziehsachen herzustellen, die mir gefallen, dabei habe ich wirklich jeden Pullover aus den Regalen genommen. Der Freund scheint in diesem Jahrzehnt nur noch schlafen zu wollen und Frl. Krise und Frau Dienstag befinden sich zurzeit wohl gemeinsam in der manischen Phase ihrer Depression. Sie wollen einfach nicht wahrhaben, wie Scheiße alles ist. Frl. Krise – Meisterin der Verdrängung: „Ich lege auf, wenn du das Wort das mit S beginnt und mit ule aufhört sagst.“

Frohes neues Jahr. Ha, dass ich nicht lache. Frohes Jahr – Witz! Wie schön war doch das alte Jahr: Wochenlang frei wegen irgendwelcher Prüfungen, einmal war die Heizung kaputt und ich konnte zu Hause bleiben, Hochsteckfrisur, Unterricht mit dem Lieblingsschüler, paradox interveniert ohne Ende, Ferien – im letzten Jahr gab es dauernd Ferien. Wo sind die Ferien jetzt? Vorbei! Bye Bye Junimond, es ist vorbeieiei… Hätte ich einen normalen Beruf, könnte ich jetzt bestimmt bis zum Frühling Resturlaub nehmen, aber so…

Und morgen wieder die ganzen Knalltüten. Lehrerzimmer: Frohes Neues, frohes Neues, ach war herrlich gewesen, ja dir auch, ach muss ja, na ja, ach ach, du siehst aber erholt aus, ach ja, klar, Kanaren, wie immer, blah blah blah. Und ich mittendrin. Bleich, fett, nur noch eine Hose passt, Pickel, bad hairyear, schlecht gelaunt und wahrscheinlich gänzlich unvorbereitet schleiche ich in die Klasse. Auftritt die Schüler – alle zu spät: „Ich bin erst um 3 ins Bett, hab verschlafen, ich wusste gar nicht, dass die Schule heute schon anfängt…“, dann endloses Gequatsche, weil man sich ja zwei Wochen nicht gesehen hat. Ich werde ignoriert. Unterricht wie ging das noch mal? Unterrichten, wie ging das noch mal?

Ich will in einem Büro arbeiten mit Akten. Erstmal Kaffee machen, erstmal Emails lesen, erstmal chillen, ach, schon  Mittag? Kantine, dann eine Akte bearbeiten, gerne was mit Stempeln, kein direkter Kundenverkehr. Auf keinen Fall Telefonieren. Mir die heiligen Abende der Kollegen anhören: War schön gewesen, der Kleine war da und Opa hat den Weihnachtsmann gemacht. Es gab Würstchen, und Ente und Gans und blah, blah, blah. Dann wieder eine Akte: stempel, stempel, stempel, dann in die Ablage. Ein wenig über die Kollegen im zweiten Stock herziehen und dann Feierabend. Nach Hause kommen, auf die Couch und an gar nichts mehr denken. Und am Dienstag wieder: Erstmal Kaffee machen, erstmal Emails lesen… das wäre definitiv mein Paradies. Auch ohne Weintrauben.

Oder was total Sinnvolles machen: Bäcker, Arzt oder Klempner…

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7 Gedanken zu “2010 kann geh’n!!!

  1. FRAU FREITAG!!!!!

    Ich muss hier erst mal was für alle, die mitlesen, richtigstellen:
    Frau Freitag ist groß, sehr schlank und hat glattes, perfekt fallendes haar – falten, mitesser, pickel kennt sie nicht!
    Frau Freitag trägt auf grund ihrer schmalen bauweise meist gut sitzende jeans mit modischen blusen, pullis und jacken, die sie ohne großen aufhebens in szenigen kleinen designerläden kauft.
    Frau Freitag macht sehr viel sport, sie ist unglaublich durchtrainiert und hat einen sehr schön definierten body.
    So! Außerdem ist Fr. Freitag sehr unternehmungslustig und macht gerne die nächte in einem kleinem club (hier keine schleichwerbung) durch.
    Dabei trinkt sie kaum und raucht nie- vielleicht kommt daher ihr wundervoll frischer teint.
    Ihr freundeskreis besteht aus ebenso gut aussehenden erfolgreichen jungen menschen ( außer mir….) und ihr freund trägt sie auf händen.
    Beruflich ist sie erfolgreich, sie unterrichtet nur noch wenige stunden, da ihre herausgehobene stellung im pädagogischen feld mehr nicht zulässt. An ihrem arbeitsplatz wird sie hochgeschätzt als schulreformerin, ihre schüler verehren sie und haben sie zu weihnachten mit geschenken förmlich überschüttet.
    Weshalb also dieses wehklagen hier??????
    Könnte, nein, müsste man hier therapeutisch ergreifen? Frau Freitag, ich mache mir langsam sorgen……

  2. Na, da jammert aber jemand auf hohem Niveau, vor allem, was die Ferien angeht. Schon mal nen normalen Arbeiter gefragt, wieviel Urlaubstage der im Jahr hat?
    Dass der Lehrerberuf anstrengend sein kann und bei bestimmten Schulformen absolut nicht ohne, steht außer Frage. Aber ich frage mich immer, ob die Lehrer das nicht vor ihrem Studium schon wußten – immerhin waren sie doch selber auch mal Schüler!

    Lieben Gruß von einer, die ihre Schüler zum Glück nicht (mehr) jeden Tag vorgesetzt bekommt 😀

    • und ich frage mich immer ob die normalen arbeiter nicht vor der ausbildung wußten, dass sie weniger urlaub als die lehrer haben, denn dieses argument höre ich nicht zum ersten mal.

  3. Frl. Krise:
    welch schöne Laudatio!

    „Beruflich ist sie erfolgreich, sie unterrichtet nur noch wenige stunden, da ihre herausgehobene stellung im pädagogischen feld mehr nicht zulässt.“
    Versteh ich das richtig: gute Lehrer müssen nicht mehr so viel unterrichten? Prima Lösung 🙂

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