Noch ein paar Tipps gefällig?

Heute Frühstück. Entspannt ist anders. Besinnlich? Ha! Es gab wieder so einen Megastress, dass ich mich die ersten vier Stunden mit der Klärung beschäftigen konnte. Investigative Einzelgespräche, Zeugenbefragung, Arzttermine, Elternanrufe, wieder Einzelgespräche, alles den neugierigen Kollegen berichten, Schulleitergespräche, Schulleiter auf dem Laufenden halten- Gespräche, mit der Sekretärin rauchen und Mich-Ausjammergespräche, zwischendurch immer mal wieder Unterricht halten und mir in den Pausen Klagen über meine Klasse anhören. Der nächste Kollege, der mich morgen mit: „Also deine Klasse …“ anspricht, bekommt meinen Kaffee ins Gesicht gekippt. Einer Kollegin, die immer nur über meine Klasse meckert, habe ich heute gesagt, sie soll mir mal was Neues erzählen.

Ich altere also in den Vormittagsstunden um Jahre, weil ich mich so in diesen Konflikt reinhänge, bzw. reinhängen muss, weil ich förmlich eingesogen werden und als ich um 16 Uhr nach hause gehen will, sagt mir die Sekretärin, dass alle Teilnehmer, des Vormittagsdramas bei ihr vor dem Büro waren und sich prächtig verstanden haben. Sie hätten gelacht und wären sehr nett zueinander gewesen. Ein Kollege hört das und sagt: „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.“ Ich röchel nur noch: „Aber sie sollten mir mitteilen, wenn sich Pack wieder verträgt.“

War das anstrengend heute…

Dann standen da plötzlich zwei sehr unangenehm aussehende junge Männer in der Tür, die natürlich nicht auf unsere Schule gehen. Die musste ich auch noch entsorgen. Sowas kann auch ins Auge gehen. Zu einem Schulfremden war ich mal etwas zu vorlaut, da sah ich mich schon mit Messer im Bauch auf dem Schulflur verbluten. So ein Tod wäre echt unnötig.

Kleiner Tipp auch hier für die Neuen: Schulfremde (vor allem männliche) spielen sich gerne auf, bewegen sich extrem langsam und sollten nie angefasst oder vor einem breiten Publikum lächerlich gemacht werden. Also nicht wie ich damals:

Ich damals: „Bist du hier auf der Schule?“

Schulfremder: „Ja.“

Ich: „In welcher Klasse?“ Keine Antwort. Ich: „Verlass bitte sofort das Schulgelände.“ Er: „Du weißt nicht wer ich bin.“ Ich: „Doch, du bist jemand, der nicht auf diese Schule geht und keine guten Manieren hat.“ Daraufhin kam er ganz nah an mich ran und wir hatten einige Sekunden eine 1A- Wild West-ich fixiere dich solange,bis du den Blick senkst-Situation. Mit einem riesigen Publikum, das den Atem angehalten hat. Er ist dann in Zeitlupe davon geschlichen. Aber es war ziemlich brenzlig und dumm von mir.

Am Liebsten hätte ich gesagt: „Außerdem bist du jemand, mit einem extrem kleinen Kopf, wodurch die Baseballkappe total lächerlich aussieht, in seiner Lächerlichkeit aber zu deinen bescheuerten weißen Hosen passt. Grauenhaft, wie du die Hosen in die Socken gesteckt hast und die Schuhe sind so häßlich, da fällt selbst mir nichts mehr ein. Und ein kleiner Tipp noch: Drück dir mal die Pickel aus.“

Das Publikum hätte gegröhlt und auf dem Schulhof wäre ich eine Legende geworden. Aber wie gesagt, wahrscheinlich eine tote Legende. Also ihr Lieben, immer schön sachte mit den Schulfremden. Das sind oft nicht die nettesten Zeitgenossen.

3 Gedanken zu “Noch ein paar Tipps gefällig?

  1. Pingback: Thank God, it’s Friday!! « rescue blog

  2. Irgendwie funktioniert es doch, dieses sich Aufbauen und Breitmachen vor den Schulfremden. Irgendwann ziehen sie Leine.
    Die Angst kommt später.
    Entweder haben wir seit geraumer Zeit keine Dealer mehr auf dem Hof, oder ich hab den Blick für diese Heinis verloren.

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