Teach first – und dann?

Ich wurde von einer Freundin darauf hingewiesen, dass es eine neue Art von Schulfremden gäbe, die sich in unser schönes realexistierendes Schulsystem drängen. Teach first – kommt natürlich aus Amerika und heißt dort „Teach America“ (glaube ich zumindest). Aber die direkte Übersetzung – Unterrichte Deutschland – klingt den Organisatoren wohl zu…zu…nun, zu irgendwas.

Jedenfalls geht es bei diesem Programm darum, überdurchschnittlich gute, super strebsame, Hyperakademiker erstmal für zwei Jahre an einer deutschen Brennpunktschule zu beschäftigen. Dort erhalten sie für einen relativen Hungerlohn auch Einblicke in eine Realität, die sie in ihrem Leben noch und später nie wieder sehen werden.

Eine Art Zivildienst oder soziales Jahr für Überflieger, denn nach diesen zwei krassen Jahren mit dem Unterschichtsgesocks garantiert ihnen die Industrie mehr oder weniger Spitzenpositionen in Riesenunternehmen, wo sie ihr Leben lang dann Managergehälter und Boniiii in Größenordnungen scheffeln, von denen uns popligen Lehrern ganz schwindlig wird.

Ist doch schön, oder? Schlaue, junge, engagierte angehende Manager von Großunternehmen kommen in die Ghettoschulen und sehen, wie es dort abläuft. Dieses Erfahrungen nehmen sie mit in die Chefetagen. Dort werden sie dann richtige Entscheidungen treffen und sofort die Welt verbessern. Klingt doch super. Wer könnte jetzt wieder was dagegen haben?  Ich!

Jedenfalls bin ich skeptisch und das nicht nur, weil dieses Programm aus Amerika kommt und bei uns von Lufthansa und Vodafone unterstützt wird. Ich frage mich, was wollen die an den Schulen? Dient dieses Programm der Persönlichkeitsfindung von hochbegabten Ausnahmeabsolventen? Ist das so ein Gut-Menschentum, ähnlich wie wenn Schauspielerinnen und Models durch Afrikas Slums krauchen, immer mit einem süßen schwarzen Baby auf dem Arm, und einem Haufen Presse im Schlepptau?

Was sollen die in den Schulen machen? Stehen die dort nicht nur im Weg rum und erwarten von uns noch alles erklärt zu bekommen? Sollen die Schüler denken – „Oh toll, die haben es geschafft, wir nicht.“ Sollen die Blögge schreiben, wie krass es in den Schulen zugeht, sozusagen zwei Jahre Horrorkabinett für Leute die mit der Schule gar nichts zu tun haben? Oder sind das am Ende die Spitzenleute, die uns aus dem Pisaschock holen sollen? Sind die etwa an den Schulen, um uns zu helfen? Wenn ja, wie? Wären nicht gut ausgebildete Lehrer besser?

Mit all diesen Fragen surfe ich mich zu deren Internetseite und traue meinen Augen nicht. Da wird das Programm natürlich erstmal beschrieben. Selbstloser als die hat nur Jesus gehandelt. Klingt alles super, warum und wie die das machen sollen. Aber dann die große Überraschung. Diese Fellows (so nennen die sich) seien eigentlich viel geeigneter in den Brennpunktschulen was zu bewirken, als wir. Die seien doch so engagiert und überfliegerich, dass sie die Schüler viiiiel besser erreichen würden. Ich denke: Na, da hört sich doch alles auf…so eine Unverschämtheit…jetzt kommen da so Fuzzis und machen diesmal kein Praktikum bei Coca Cola, sondern opfern sich für zwei Jahre in voll krasse Schule mit voll arme Harz4-Kinder. Und das alles ohne jegliche pädagogische Ausbildung – oh halt – nach einem kurzen Lehrercrashkurs. Für die reichen sechs Wochen, denn die sind ja schon so schlau.

Dann gibt es da noch ein Video. Da sieht man so jung dynamische Teach first Anwärter mit ihrem Intentionen: Ich will….ich will… ich will…Ich will mal wissen, wie die in der Praxis scheitern – weil so leicht wie sich das alles anhört ist das an den Brennpunktschulen nämlich nicht. Oder wollen wir nur nicht? Wollen wir Lehrer unsere Schüler nicht begeistern, fördern, erreichen, ihnen eine Chance geben…genau, daran liegt das, dass aus den meisten Schülern nichts wird. Wir wollen das gar nicht und die Teach first Leute, die wollen das alles.

Okay, jetzt habe ich es kapiert. Vielleicht sollten die gleich das Schulsystem übernehmen, die haben ja offensichtlich die besseren Leute. Und vielleicht werden Mohamad und Kevin dann auch Manager bei Lufthansa und Vadafone.

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14 Gedanken zu “Teach first – und dann?

  1. Ähm…..2 Jahre an einer Schule arbeiten? Unterstüzen? Aber das mach ich doch gerade? Nennt sich nur Referendariat!

    Als ich den Film sah wurde mir übrigens spontan übel. Das reitet ja wirklich so dermaßen auf der Welle des „Lehrer kann jeder!“ mit, dass ……naja…….

  2. Ob es daran liegt, dass es immer weniger Lehrer gibt?
    Weil der Beruf unattraktiv und die Bezahlung für Akademiker vergleichsweise schlecht ist?
    Und nur noch intrisisch motivierte Deppen azu zu bewegen sind?
    Und das soll ein Arbeitsplatz für Karriereakademiker sein, die einen Beruf mit hoher Bezahlung anstreben?
    Ich lach mich schlapp……
    Wird es Direktübertragungen geben, livestream?
    Ich abonnier den Kanal.

    Naja, billig werden sie sein, das ist doch schon was.

  3. Putziges Video. Toller Zufall des Tages: Als ich das Video am Ende anklickte, um auf die dazugehörige YouTube-Seite zu kommen, wurde als erstes „related video“ angezeigt: „Wir hau’n die Pauker in die Pfanne“.

  4. Oh man, Frau Freitag, als wir bei der heutigen Open Air-Unterrichtsplanung schon wieder auf das Thema Teach First kamen, habe ich doch gesagt: Ick will nüscht mehr davon hören! Ich kann einfach net mehr! Und nun dieses Video. Ich konnte es mir noch nicht mal zuende anschauen: Gänsehaut, Brechreiz (echt!) und auf einmal hörte ich mich laut zu mir selbst sagen: „Ich kotz gleich!“. So war nach 30 Sekunden Schluss mit der Rezeption dieses Unfugs.

    So. Eben. Teach America kennen wir ja schon länger. Davon tangiert und in meinen Professionalisierungsbestrebungen als Lehrkraft beeinflusst gefühlt habe ich mich bisher nicht. Denn: Das (öffentliche) US-Schulsystem ist eh hinüber. Kalifornien spart Gelder ein, indem Schulbücher einfach nur noch im Internet verfügbar sind. Und nach dem Bachelor-Studium, in dem nur Fachwissen gebüffelt wird, wird einfach noch ein zweimonatiges Coaching dran gehängt und schwupps – fertig ist der Lehrer. Mit einem Master of Education oder gar einem EdD, einem Doctorate of Education, zählt man schon gleich zur pädagogischen Führungselite, wird zum Einstieg Rektor oder gleich Bildungsminister. Ein Schmu. Und auch wenn ich die USA dufte finde — Lehrer in der öffentlichen High School will ich nicht sein.

    Und nun Teach First. Was mich daran so aggro macht: Dass das deutsche Bildungssystem mit seinem Humboldtschen Bildungsideal irgendwann eigentlich gar nicht mal so schlecht war, der Bologna-Prozess, Output-Orientierung und Teach First es aber weiter in den neoliberalen, nordamerikanischen Bildungsabgrund stürzen, in dem eine ganzheitliche Bildung des Menschen hinter einer wirtschaftsorientierten Verwertbarkeit von Ausbildung anstehen muss. Es geht in die falsche Richtung, wenn Unterrichten an Brennpunktschulen der Soft Skill-Akkumulation im Lebenslauf dient. Wenn die Schule zur Bühne für wirtschaftliche Interessen (Vodafone, Lufthansa, Teach First-Überflieger) wird und eine externe Führungselite die Bildung jugendlicher Bürger instrumentalisiert.

    Aber auch wenn Lehrern das Gefühl vermittelt wird, dass praxisfern ausgebildete Fachwissenschaftler den Laden besser schmeißen, läuft etwas schief. Wenn ich mir (natürlich nicht ernsthaft!) denke , dass ich mir sechs Unijahre und zwei Jahre Referendariat eigentlich auch sparen könnte — denn was lerne ich das eigentlich, dass die Summa Cum Laude-Religionswissenschaftlerin nicht lernt? Genau — Didaktik, Methodik, Pädagogik, Psychologie. Brauch man dit in der Schule gar nicht mehr??? Hm.
    Der Ruf des Lehrerberufs leidet schon immer unter der Annahme, dass vormittags arbeiten und lange Ferien haben die einzige Motivation sei, sich für eine tägliche Auseinandersetzung mit faulen, dummen, respektlosen Teenagern zu entscheiden. Und jetzt zeigen die Überflieger-Schlaubis von Teach First nur noch mal auf, dass man neben ein bisschen gutem Willen („Ich will…“) und Engagement gar nichts braucht, um „Menschen zu begeistern“ (würgwürgwürg).

    Ich hasse Teach First. Ganz ehrlich. Und will in einer Stadt, in der eine solche Initiative von Regierung und Administration willkommen geheißen wird, eigentlich gar nicht mehr unterrichten. Echt. Aber natürlich weiß ich, dass ich gegen halten muss und will. Und hoffe, dass mich eben dieses Ideal von den ‚Fellows‘ bei Teach First unterscheidet.

    • Besser kann man das ganz ja nicht niedermachen…sehr schön Miss Schmidt, vielen Dank. Falls du Bildungsministerin werden willst, isch wähl disch.

  5. das muß man im amerikanischen kontext sehen, dort ist das problem das man für brennpunkt schulen keine lehrer mehr bekommt und leute die dort unterichten in der regel schlecht ausgebildet, mies bezahlt und enorm demotiviert sind. lehrer an einer brennpunktschule kommt dort gleich nach arbeiten bei mcdonald’s.

    in deutschland macht das wenig bis gar keinen sinn uns ist eine reine managermode. persöhnlichkeitsbildung + pr.

  6. Seeeehr fragwürdig. Mag ja evtl. gut gemeint sein (wobei ich mir da nicht sicher bin), aber gut gemeint ist ja bekanntlich oft das Gegenteil von gut gemacht.
    Also- ich als Schüler käme mir ja vor wie ein Zootíer, wenn da plötzlicg solche Oberschicht“jungakademiker“ auftauchen um „an ihre Grenzen“ zu gehen (gebracht zu werden). Irgendwie- um wen geht es eigentlich bei der Aktion? Um die Schüler? Oder um den Kick und die Karriere der Möchtegernlehrer?
    Hey, evtl können die doch auch mal zwei Jahre im Osten operieren gehen? Oder mal einen Kampfjet in Afghanistan fliegen? Bei der Eisenverhüttung mitmachen? Das wäre ungefähr genauso sinnvoll…

  7. Hallo Frau Freitag,
    das ist ja ‚mal eine interessante Sache. Ich bin seit kurzem als eigentlicher Nichtlehrer dabei, und finde da so einiges bemerkenswert. Aber der Reihe nach.

    1) Mein Studium (Diplom) lief zusammen mit Kommilitonen, die auf Lehramt studierten. Wir hatten damals dieselben Studieninhalte und haben überwiegend dieselben Veranstaltungen besucht. Unterschiede gab es folgende: Die Lehrämter mußten nicht so viel Biologie machen wie wir Diplomer, Chemie und Physik mußten sie gar nicht machen (es sei denn, eines davon war ihr zweites Fach). Stattdessen machten sie eben ihr zweites Fach, und dann noch das aus Diplomer-Sicht etwas unklar bleibende pädagogische Zusatzzeugs (da haben sie sich nicht richtig in die Karten gucken lassen). Bis hierhin alles in Ordnung.

    2) Bei den gemeinsamen Kursen gab es immer einige Lehrämtler (es war vermutlich nicht die Mehrheit, aber eine laute und ein Meinungsbild vermittelnde Minderheit), die alles mit etwas mehr Anforderung erst einmal für sich in Frage stellten und verweigern wollten. „Müssen wir das auch machen? Wir sind doch nur Lehrämtler.“ Yeah, genau so sagten sie. Und taten ihrem (zukünftigen) Berufsstand keinen Gefallen damit.

    3. a) Ein gefühltes Viertel aller Lehrämtler bestand aus ehemaligen Diplomern, die mit Chemie und Physik so große Probleme hatten, daß sie auf Lehramt umsattelten, wo das nicht verlangt wurde. Sie waren meist ganz nett, aber irgendwie auch ziemliche Nieten.
    b) Einige Lehrämtler machten freiwillig Chemie als ihr zweites Fach. Das waren echte Helden, und wie ich diese Leute dann teilweise persönlich oder gar als Freund erleben konnte, bin ich heute davon überzeugt, daß aus ihnen verdammt gute Lehrer geworden sein müssen.

    4) Später habe ich bei meinen Tätigkeiten immer wieder mit Schulklassen und ihren Lehrern Kontakt gehabt. Das hat meiner Meinung über sie nicht gut getan. Ich fing an, mich zu fragen, was sie in genau dem Bereich gemacht hatten, den sie uns Diplomern voraus hatten; dem pädagischen Teil der Ausbildung. Ich muß ehrlicherweise auch mitteilen, daß ich ganz tolle Lehrer kennenernen konnte, aber die Mehrzahl ist mir unangenehm aufgefallen. War aber möglicherweise die Klientel, die bevozugt unser Angebot nutzte; war dann ja kein normaler Unterricht zu machen.

    5) Noch später habe ich an einer Universität in ganz bescheidenem Maße dabei geholfen, zukünftige Lehrer auszubilden. Da habe ich auch engen und freundschaftlichen Kontakt zu einigen von ihnen gehabt; und nicht wenige haben sich während ihres Praktikums oder Referndariats bei mir und meiner Kollegin ausgeheult. Man konnte ihnen nur wünschen, in Zukunft an ein ruhiges Gymnasium zu kommen.

    6) Wiederum noch etwas später habe ich mich für den Seiteneinstieg in den Schuldienst beworben. Ich war erstaunt, als ich erfuhr, daß mein Diplom als erstes Staatsexamen anerkannt werden kann, und ich damit dann, entweder nur Grund- und Hauptschulen sowie Berufskolleg oder auch, je nach Bundesland, zusätzlich Sekundarstufe I unterrichten darf. Eigentlich muß ich dann auch noch ins Referendariat (einleuchtend), und Sekundarstufe II ist mir prinzipiell verwehrt. Wieso darf/muß ich ohne angemessene Ausbildung die pädagogisch schwierigeren Schüler unterrichten (bei niedrigen fachlichen Anforderungen), darf aber nicht die pädagogisch einfachere Sekundarstufe II unterrichten, bei denen wiederum mein fachliches Wissen besser aufgehoben wäre?
    Privatschulen hätten mich auch Sek II einsetzen dürfen.

    7) Nun bin ich über den Umweg als Vertretungslehrer plötzlich und ganz völlig ohne pädagogische Ausbildung oder Vorbereitung „an die Front“ geschickt worden. Man hat mir, ohne jemals zu überprüfen, was ich mache, und wie ich es mache, fast dreihundert Schüler anvertraut und hätte theoretisch totale Narrenfreiheit. Ein auf diese Weise ebenfalls seiteneinsteigender Kollege kommentierte das etwas gebauchpinselt damit, wieviel Vertrauen man uns doch etgegenbringe. Man bringt uns kein Vertrauen entgegen! Was wir machen und wie wir es machen, ist den wirklich Verantwortlichen einigermaßen scheißegal. Was zählt ist der Umstand, daß da jemand in der Klasse ist, der es können sollte, und daß der Unterricht nicht auf dem Papier als ausgefallen auftaucht.

    8) Ich kenne nun mehrere Kollegen; die Lehrerschaft ist vielfältiger als man gemeinhin den Eindruck hat. Es sind viele engagierte und fähige Leute dabei, denen die Schüler wichtig sind, und die mir dabei helfen, Schwimmen zu lernen. Aber es gibt auch und manchmal an bedenklichen Positionen die Leute, die bisher mein Bild von Lehrern geprägt haben.

    9) Diese Leute haben nur deswegen eine Chance, weil wichtigen Verantortlichen die Sache (nämlich Bildung und Schüler) ziemlich am After vorbeigehen. Das sind die Leute, die der Ansicht sind, ich könne wilde Hauptschüler anständig unterrichten, aber in der gymnasialen Oberstufe fachlich überfordert wäre. Und diese Leute lassen sich von der Wirtschaft kaufen, stürzen unsere wichtigste Ressource (Bildung) zusammen mit einer italienischen Hackfleischsoße ins Klo, und lassen zuguterletzt Jungmanager auf die Schüler los, ohne daß ich auch nur im geringsten den Gedankengang dahinter nachvollziehen kann. Was sollen die da überhaupt unterrichten? Schlips binden? Sozialverhalten?? Verantwortung???

    Da braucht man sich nicht wundern, daß alles den Bach ‚runtergeht. Genau umgekehrt wäre es sinnvoll. Leute wie Frau Freitag gut bezahlen für ihre gute Arbeit, überforderte „Ich-will-Lehrer-sein“-Jüngelchen nicht künstlich dort überleben lassen, wo sie Darwin zum Gespött machen, und vor allem immer wieder: Gute Leute und Geld ‚rein in die Schulen; Wirtschaft und Manager ‚raus halten. Wegsperren. Amokschützen losschicken, sobald sich auch nur ein Schlipsträger der Schule nähert. 😉

    • Lieber Herr Biolehrer,
      erstmal vielen Dank für Ihren interessanten Kommentar und herzlich Willkommen in unserem schönen Beruf. Da haben Sie ja einen langen komplizierten Weg genommen bis Sie in der Schule gelandet sind. Das ist meiner Meinung nach auch gut so. Blos nicht gleich von der Schule in die Uni und dann wieder in die Schule. Bei mir hat die Erkenntnis auch sehr lange gedauert und das Schiksal lies sich Zeit, mich in die Schule zu wehen.
      Ihre Beobachtungen aus dem Studium klingen bekannt. Gerade bei Naturwissenschaftlern habe ich schon oft gehört, dass man, wenn man fachlich nicht so ganz klar kommt Lehrer wird. Wie Sie jetzt selbst sehen, sind das ziemlich schlechte Voraussetzungen, um später Jugendliche und Kinder zu unterrichten. Fachwissen ist nicht unwichtig, aber wenn keiner zuhört oder niemand zur Mitarbeit zu bewegen ist, können da Nobelpreisträger stehen und die würden genauso untergehen wie jeder andere. Ich glaube nicht, dass einen das Pädagogigstudium auf das Unterrichten und den Lehreralltag vorbereitet. Ich glaube man lernt den Umgang mit den Schülern von den Schülern. Und das Unterrichten durch das Unterrichten. Durch ständiges Versuchen, Scheitern und dann darüber nachdenken, wie man es besser machen kann. So ist es jedenfalls bei mir. Die besten Professoren sind fähige Kollegen, die einem immer wieder Tipps geben und einem helfen neue Sichtweisen zu bekommen. (allen voran frl. Krise, the Queen of teachers).
      Zu teach first ist bald alles gesagt – wir sind uns wohl alle einig, dass die nicht die Zukunft sein können.
      Jedenfalls freue ich mich Sie in unserem heiteren Schulkreis begrüßen zu können und freue mich auf weitere Mitarbeit an dieser Stelle. Und freuen sie sich mal, dass Sie nicht an einem Gymnasium arbeiten…nichts ist schlimmer, als Schüler zu unterrichten, die einen eigentlich nicht brauchen, weil sie es sowieso schaffen. es mag leichter sein, aber spannender ist es definitiv an den anderen Schulen!

  8. Pingback: Zum Wochenende « Schulbiologie

  9. Ich glaub ja nicht, dass sich die Ziele von Lehrern und TeachFirst-ern so wahnsinnig unterscheiden. Ein bisschen die Welt retten (oder Kevin und Schantall) wollen ja die meisten von uns, oder?
    Was mich an dieser Kampagne einfach ärgert, ist dieser Unterton von Dann-woll-mer-mal-die-richtig-knackigen–wirtschaftler-reinschicken-und-schon-läuft-der-Laden-wieder-nichwahr?
    Unser Problem ist wahrlich nicht der Mangel an Jungmanagern. Unser Problem ist (je nach aktueller Situation) das Dach, durch das es durchregnet, die Klassenzimmer/Kaninchenställe oder die Tatsache, dass Wolfgangs Eltern sich gerade vermittels Polizeieinsatz ihre Trennung erarbeiten und er dabei zuschaut, sich also nicht auf Mathe konzentrieren kann, aus berechtigter Wut aber dafür Marco haut.

  10. Ich lese gerade „Powerful Teacher Education“ von Linda Darling-Hammond und stieß dabei auf einen Abschnitt, den ich – da Wasser auf Ihren Mühlen – Ihnen nicht vorenthalten wollte:
    Darling-Hammond geht auf verschiedene Studien ein, die untersuchen, wie Schülerinnen und Schüler von gut ausgebildeten und kaum ausgebildeten Lehrenden abschneiden: „When teachers‘ certification for teaching is considered and students‘ prior archievement is controlled, the answer is much clearer. A replication of the Raymond, Fletcher, and Luque study confirmed that uncertified TFA* recruits in Houston were significantly less effective than certified teachers and performed about as well as other uncertified teachers with comparable experience in similar settings.“ (Darling-Hammond 2006, 29-30)

    *(TFA = Teach for America)

    Allerdings ist die Autorin auch als Kritikerin des Programmes bekannt.

    Vielleicht in diesem Zusammenhang von Interesse: Darling-Hammond, L., Holtzman, D. J., Gatlin, S. J., & Heilig, J. V. (2005). Does teacher preparation matter? Evidence about teacher certification, Teach for America, and teacher effectiveness. Education Policy Analysis Archives, 13(42). Retrieved from http://epaa.asu.edu/epaa/v13n42/.

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