Bald sind die Ferien vorbei

Binz-Amerika, Amerika-Binz…ist es nicht eigentlich egal, wo ich im Urlaub war?Vielleicht habe ich ja in Amerika soviel Geld ausgegeben, dass ich mir jetzt suggeriere, dass ich einen ganz sparsamen Urlaub in Binz verbracht habe. Liebe Leser, sucht euch doch das aus, was euch besser gefällt. Die Ferien sind sowieso bald vorbei und dann geht das richtige Leben wieder los. Endlich!

Bald ist wieder Schule. Sechs Wochen reichen doch eigentlich auch dicke. Bei mir mischt sich Vorfreude mit extremer Unlust. Macht wenig Sinn, ist aber so. Nach langjähriger Erfahrung habe ich festgestellt, dass man spätestens am Mittwoch wieder voll drin in, im schönen Schulalltag und sich durch das neue Schuljahr strampelt. Nach etwa zwei Wochen setzt dann der Alltag ein, dann ist das Klassenbuch vorgeschrieben, die Kurslisten sind in die Kursbücher übertragen und die Arbeitspläne für das erste Halbjahr sind bei den Fachbereichsleitern abgegeben. Man kennt die Schüler, hat auch schon mit einigen Eltern telefoniert und raucht mit neue Kollegen. Ich freue mich sehr auf neue Kollegen. Stets bin ich zur Stelle, wenn sie unwissend im Weg stehen und nicht wissen, wo das Büro ist, wie man die Fehlzeiten dokumentiert, mit wem sie sich gut stellen und wem sie aus dem Weg gehen sollten. Hoffentlich bekommen wir auch ein paar von diesen armen Referendaren. Spiegelt sich doch in deren Ausweglosigkeit meine Erfahrung. Zeigt sich doch in jeder ihrer verkackten Desasterstunden meine Routine. Mit wohligem Schauer im Rücken höre ich mir immer gerne ihr Leid an, erinnere mich dunkel an mein eigenes Referendariat und gebe ihnen mit großer Freude den einen oder anderen unbrauchbaren Tipp. Versteht mich hier nicht falsch, ich helfe ihnen wirklich gerne, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Hilfe von den Kollegen, zwar gut gemeint, aber oft für den Arsch ist. Ich kann nur hoffen, dass alle Referendare rauchen, sonst wird das mit der Kommunikation eher schwierig.

Was macht der Lehrer nun so kurz vor Ferienende. Vor ein paar Jahren läge ich bereits jetzt in einer schweren Depression, hätte schon mehrfach versucht das gesamte Halbjahr zu planen. Mein Schreibtisch wäre übersät mit halbherzig geplanten Unterrichtsentwürfen. Nachts wäre ich panisch aufgewacht: ich musss, ich musss, ich musss, oh gottohgottohgottt, ich packe das nicht….

Heute, erfahren und abgebrüht sortiere ich Fotos auf meinem Computer, gehe nachmittags Baden und abends ins Kino.

Hier also ein wertvoller Tipp an alle Junglehrer. Geht mal schnell schwimmen, diese ganze Panik und vor allem die Unterrichtsvorbereitung bringt rein gar nichts. Die beste Vorbereitung auf ein neues Schuljahr ist und bleibt die Erholung. Sonntagabend dürft ihr ein wenig schlechte Laune bekommen und Montag Schwierigkeiten beim Aufstehen, aber spätestens Mittwoch seit ihr wieder voll drin und dann läuft das schon irgendwie.

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