Sorry, liebe Leser!

Was soll ich sagen? Ich bin wieder da. Zurück in der Heimat. Hallo ihr kleinen üäö’s. Vielleicht sollte ich aber jetzt was richtig stellen. Einige Leser haben das ja schon vermutet…“Vielleicht denkt sie sich das alles nur aus…vielleicht ist sie gar nicht in Amerika…“

Ja, okay, ich gebe es zu. Ich war nicht in Amerika. Es gibt keinen Olli und keine Familie Krüger, ich habe keine Wildlederpumps…ich habe noch nicht einmal eine Kreditkarte.

Ich habe einen Laptop und den hatte ich mit, in Binz. Ja, ich war in Binz. Binz auf Rügen. Für zehn Tage, wie gebucht. Aber hättet ihr gerne jeden Tag den Bericht aus Binz gelesen? Es hat dort wirklich sehr viel geregnet. Ich wollte nicht lügen…die Geschichte mit Amerika hat sich irgendwie verselbständigt. Keine böse Absicht. Was hätte ich denn sonst groß geschrieben?

3. Tag: schon wieder ein Buch ausgelesen. „Die Stadt der Blinden“. Irgendwie brutal, aber auch sehr gut. Spaziergang mit Freund. Sanddorntorte bei Hilde. Der Kaffee war heute lauwarm. Fernseher immer noch kaputt (nach einem heftigem Gewitter). Rezeption sagt, sie bemühen sich, aber der Techniker sei krank. Ich vermute Schweinegrippe, aber so aufregend ist Binz nicht.

4. Tag: Highlight der Reise: Tagesausflug nach Hiddensee. Schön, mal keine Autos. Ich mag das blaue Haus. (Wie jedes Jahr.) Die Fahrräder, die wir uns auf Hiddensee ausleihen werden von Jahr zu Jahr klapprieger. Ich rege mich auch alle 12 Monate erneut darüber aus: „Die machen hier eine Kohle mit dem Radverleih, warum kaufen die nicht mal ein paar anständige Mountainbikes. Jedes Mal kriegen wir diese bescheuerten Klappräder und dann schmerzt mein Hintern wieder für zwei Tage.

5. Tag: Ausruhen von den Hiddenseestrapazen. Neues Buch angefangen: „Talk Talk“ von T.C.Boyle. Geht um Identitätsklau. „Bin ich froh, dass ich keine Kreditkarte habe. Meinst du das kann auch mit der EC-Karte passieren?“ Der Freund: „Hmm“ Ich: „Was hmmm, hmmm-ja oder hmmm-nein?“ Abends Nudeln mit Tomatensosse und Salat. Vergessen Pfeffer zu kaufen.

6. Tag: Eigentlich wie 5. Tag. „Talk Talk“ ausgelesen, „Dr Sex“ angefangen auch TC B. Auch gut. Pfeffer gekauft. Fischstäbchen und Kartoffelpüree. Manchmal schmeckt das aus der Tüte gar nicht so schlecht.

7. Tag: Regen, Regen, Regen, „Dr Sex“, Karoffeln mit Quark.

8. Tag: Regen, Sonne, Regen, „Arababoy“, Kartoffelpuffer, die ersten – leicht angebrannt.

9. Tag: Sonne, Strand, „Arababoy“. Endloser Monolog von mir über das Buch. Der Freund, genervt: „Das war wohl nicht die richtige Ferienlektüreauswahl, lies doch was anderes.“ Streit mit dem Freund, Nudelsalat und Würstchen, wortlos. Vertragen mit dem Freund. Packen.

10. Tag: Abreise. Ankunft. Auspacken. Sachen waschen. Fernsehen.

So. Das war Binz. Zehn Tage, eigentlich wie immer, nur mit anderen Büchern.

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12 Gedanken zu “Sorry, liebe Leser!

  1. Frau Freitag, dies ist Ihr Blog und sie können tun und schreiben was sie wollen 🙂 Mir hat es Spaß gemacht, die NYC-Geschichten zu lesen und wenn sie sich beim Schreiben in Binz dabei erholt haben, umso besser 🙂

  2. Eben, wollte gerade fragen, wo denn das Jüngelchen in NY übernachtet hat?
    Sonst gäbe es nämlich eine Diszi, die sich gewaschen hat ;-))
    Aber so, im Kopf, ist das okeeeeee.

  3. Und ich hier dachte schon, ich müsse den Beruf wechseln … da man offenbar als Lehrer gut genug verdient für wochenlange Spontanausflüge samt Shopping-Spree in Amerika.
    Aber: gut geschrieben!

  4. Na dann war mein erstes Gefühl was die Amerika-Story angeht, ja richtig. Ich hatte mich schon gewundert, dass Sie einfach so dem Freund entfliehen und dann NY mit einem Bengel unsicher machen.
    Schön, dass es dann doch anders ist (auch wenn das Wetter bei Ihnen hätte besser sein können 🙂 )

  5. Hach, da ist mein kleines klosterschülerinnen Seelchen aber sehr beruhigt, dass das alles nur Ihre Phantasien waren. Ich hatte wirklich Sorge um Ihr Seelenheil;-))

    Aber spannend wars ja, dass muß man Ihnen lassen. 10 Tage Regen in Binz scheinen sehr inspirierend zu sein.

  6. ohne den Olli wäre es glaubwürdiger gewesen….aber in ihrem job nen jugendlichen „entführen“ – das wäre nicht gut gewesen…..

    aber trotzdem…war schön zu lesen..

  7. Oooch, verrate doch nicht alles! Und… ein bisschen flunkern gehört doch zum Bloggen dazu, macht schließlich jeder, oder etwa nicht?
    Also, schade finde, ich dass Du uns das Finale vorenthalten hast:
    1.) Die Gesichter und die Worte von Herrn und Frau Krüger beim Entgegennehmen ihres Sprößlings
    2.) Das Gesicht Deines Freundes und der entsprechende Wortwechsel bei Ankunft
    3.) Die nächste Kreditkartenabrechnung

  8. Oh Mann, Frau Freitag, eigentlich wollte ich mich hier ja gar nicht einmischen. Was du hier auf deinem Blog schreibst ist irgendwie deine Sache. Auch wie du mich immer dargestellt hast. Wir beide wissen schließlich, wie es wirklich war.

    Aber dass du mich jetzt verleugnest und unsere Liebe verrätst ist nicht in Ordnung. Hatten wir nicht eine super Zeit in Amerika? Du hast es immer so dargestellt, als ob du mich nur mitgezogen hättest, aber ich wollte immer mit dir zusammen sein. Du bist die schönste Frau, die ich je kennengelernt habe und ich habe jeden Moment mit dir genossen. Ich habe so viel von dir gelernt über Kunst und Kultur und so und wir haben so viel zusammen gelacht. Warum kann es nicht so weitergehen zwischen uns? Warum meldest du dich nicht und warum antwortest du nicht auf meine SMS? Meinst du ich wäre mit dir mit gefahren, wenn ich nicht längst in dich verliebt gewesen wäre? Ich kann auf die ganzen Sneakers verzichten, aber nicht auf dich. Ist doch egal, was meine bekloppten Eltern denken und dein langweiliger Freund.

    Melde dich endlich und gib unserer Liebe eine Chance.
    Bitte, ruf mich an!

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