Wie die Superlehrer weitergehen

Okay, ich bekomme dauernd die Suchbegriffe Superlehrer oder sexy Dilara/die Superlehrer. Leider kann ich wie schon erwaehnt hier keine Superlehrer gucken, nicht mal im Internet. Da steht dann, dass man das in diesem Land nicht empfangen kann.Trotzdem kann ich die letzten Folgen komment- und analysieren. Also, auf geht’s:

In der letzten – von mir tatsaechlich verfolgten Folge – kam der neue Englischlehrer – the cool Dude – selbst ein Highschool-drop-out und deshalb besonders gut fuer unsere Loserschueler in der Superlehrerschule. Und die Heulsuse war mit den Schuelern im Schwimmbad und dort haben die das Becken vermessen. Gut zu wissen, wie das geht, weil vielleicht haben die ja mal einen Job, wo der Boss sagt: „Los Dilara, fuelle mal den Swimmingpool mit Wasser, aber errechne schnell wieviel Wasser da reingeht.“

Alles in allem war die Folge ja ganz interessant. Ich dachte mehrfach – ach so, rausgehen…koennte ich ja auch mal machen mit den Kids…macht man ja viel zu selten. Irgendwie mag ich diese falsche Sicherheit des geschlossenen Raumes und die Unbeobachtetheit -mit  Schueler in der freien Wildbahn kann stressen, weil die sich dann gerne mal daneben benehmen.

Okay, das war also die letzte Sendung, wie ging es dann weiter? Also – der neue Dude-Englischkumpel ist natuerlich Hammer. Die mochten zwar auch den kumpeligen – you can say you to me- Typi, der das Handtuch geschmissen hat, aber der Dicke hat es irgendwie besser drauf, der ist handfester. Den finden die Kids suuuper. Das sagen sie im Interview dann so Sachen wie: „Der hat uns das erste Mal richtig gezeigt wofuer eine Sprache gut sein kann. Habisch voll nie gewusst, wofuer du schwules Englisch brauchst, Alta, aber jetzt…der ist Hammer.“

Dann haben wir da sexy Dilara…die hat ja immer Stress mit dem strengen Deutschlehrer, aber in der letzten Folge hat Dilara voll den Durchbruch: „Echt ey, jetzt weissisch voll wofuer isch den Abschluss brauch, jetzt werde ich mich voll anstrengen.“ Sie hatte irgendeine sehr wichtige Erfahrung…vielleicht hat sie sich irgendwo beworben und man hat ihr gesagt: „Ohne Abschluss, geht das hier nicht…“ Und sie dann:“ Das hat mir voll krass die Augen geoeffnet und jetzt muss ich es schaffen.“ Sie wird spaeter ueber den Deutschlehrer sagen: „Am Anfang hat er ja voll gestresst, aber eigentlich ist er ein sehr guter Lehrer und ich habe viel von ihn gelernt, vor allen die Endungen an die Woerter – diesseits, jenseits, abseits…immer mit s“ Sie wird bevor sie geht in den Armen von der Sozialfrau liegen und heulen.

Ach und Frau Bloedorn, die Fitnesslehrerin taucht in den letzten Sendungen haeufiger auf, denn die Programmmacher merkten: „Na warum bekommt die denn 5000Euro, wenn die nie gezeigt wird.“ Und darum gibt es dann Sport fuer die dicken Damen, die erst nicht mitmachen und dann aber so toll motiviert werden: „Kommt, ihr schafft das, toll, weiter so, ich bin super stolz auf euch…“

Und was ist mit den Leistungen? In den ersten Sendunge wurden die Schueler ja staendig evaluiert. Gelernt wurde wenig, getestet viel. Dabei weiss doch jeder, dass das Schwein vom Wiegen nicht dicker wird. Wir erinnern uns – Mathe – es hagelte Fuenfen und Sechsen, nur die Asiatin war recht gut…na ja, diese Chinesen, haben die nicht auch die Rechenmaschine erfunden?  Natuerlich konnte das mit den schlechten Noten nicht so weiter gehen, das ging bis zur Haelfte der Staffel und dann kommt aber endlich der Wendepunkt. Die unerzogenen Supernannykinder hauen ja am Ende der Sendung auch nicht mehr ihre Eltern und die Familien, denen der ernste Blick von Flipchart Gott Peter Zwegert gilt, schmeissen ja am Ende der Folge auch kein Geld mehr fuer unnuetzen Plunder raus. Schliesslich heisst die Sendung ja auch die Superlehrer und nicht die Superopferlehrer. Ploetzlich geschieht also das Wunder: aus den Fuenfen werden Dreien, aus den Sechsen Vieren. Der lahme Frontalunterricht, der Anfangs von den Rabauken so herrlich boykottiert wurde findet nun in geregelten Bahnen statt. Klett freut sich, denn haetten ihre Materialien nicht endlich den versprochenen Erfolg gebracht, haette der Verlag seine Anwaelte eingeschaltet. Alle sind happy und jeder ist davon ueberzeugt, dass die neun uebrieggebliebenen Schueler, die, die nicht verschollen, im Knast oder verbannt worden sind, ganz bestimmt ihren Hauptschulabschluss schaffen werden. Die Sendung wird irgendwie oede, weil alles so schoen rund laueft, die Schueler poebeln nicht mehr, der Mathelehrer weint nur noch aus Ruehrung, wenn ein I-Kind eine Vier schreibt und wir denken…macht doch mal: Burn-Out – Heisses aus der Brennpunktschule – Lehrer verzweifeln an der naechsten Generation.

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4 Gedanken zu “Wie die Superlehrer weitergehen

  1. „Das Schwein wird vom Wiegen nicht fetter“, der Spruch ist wahrlich gut !
    Ich frage mich auch, welchen Output man „evaluiert“, wenn noch gar kein Input da war ! Überhaupt ist erstaunlich, dass man die „Superlehrer“ so gut wie nie bei der Ausübung ihres Handwerks sieht. Wie läuft denn bei denen die normale Unterrichtsstunde und was vermittelt sie ? Bei „Superlehrern“ müsste da ja Außergewöhnliches stattfinden. Klassenfahrt, Schwimmbad ausmessen – alles schön und gut – aber das ist kein Schulalltag ! Worauf wird in Deutsch Wert gelegt ? Rechtschreibung ? Grammatik ? Schriftliche Darstellungen ? Bisher wurde nur ein Diktat angedeutet : Der störrische Esel. Echt schülernah.

  2. Wahrscheinlich stehen die Herren „Superlehrer“ und die „Formatmacher“ über solchen Trivialitäten.
    Wie sind überhaupt die Anforderungen für derlei Schulfremdenprüfungen ? Man sieht die „Superlehrer“ nie mit Aufgabensammlungen hantieren, hört sie nie sagen „Achtung, in der Prüfung wird dies oder das das verlangt !“ Merkwürdig…
    Sehen wir einmal ab davon, dass die Einschätzung als „letzte Chance“ schlicht falsch ist. Eine Unzahl privater, staatl. geförderter, gewerkschaftl. Organisationen bietet ebenfalls solche Aufholkurse. Bei einigen zahlt sogar die ARGE…
    Fernsehen – Werk privater Verdummungsanstalten ? Nun ja…
    Eine Gefahr sehe ich in Bezug auf die öffentliche Wahrnehmung der Schule durch die Deutschen allerdings. Sollten die amen Dilaras, Nicoles und Florians tatsächl. ihren Abschluß schaffen, höre ich einige Kritiker, sklerotische Schulräte, Bildungsfuzzies bereits : „Seht her, Schule ist gar nicht so schwer, braucht nur engagierte Pädagogen mit viel Verständnis.“ Kein Wort mehr über den lamentablen Zustand der Schulen im Land. Und damit haben dann die Herren Augenstreuer ihr Ziel erreicht.

  3. und ab dem nächsten montag- übermorgen- kommt sofort nach unseren superlehrern auf einem anderen bildungsfernsender ein neuer junger superlehrer, angesagt als neue comedyserie- da kriegt einer voll die problemklasse zugeteilt…rätselhaft, aber für so einen sender sicher machbar als comedy??
    rtl, 21.15 uhr, der lehrer

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