Phantomschmerzen

Die Sprache geht wieder, aber das Gehirn…na ja, the Ferienmodus kicks in. Was soll man denn in einem Blog der, die, das (????) von Schule handelt (gemerkt? – Schule wieder ohne Artikel) in den Ferien schreiben, wenn gar keine Schule stattfindet? Nix Schule – nur Ferien.

Da hat man es doch mit einem Alltagsbeschreibungsblog viel besser: Heute bin ich da gewesen und dann dort und dann habe ich das gemacht und das und das Wetter war so lala. Gedacht habe ich mir dieses und jenes und zu Essen gab es was ganz Besonderes.

Ich hingegen bin ja ohne meine Schule völlig aufgeschmissen. Empfinde Phantomschmerzen, wo sind meine Schüler, ich will unterrichten, au, au, au, ich bin doch Frau Freitag, sprecht mich hier mal nicht sechs Wochen mit meinem Vornamen an. Ich habe doch gar keinen, ich bin doch Lehrerin. Mein Vorname ist Frau. Was die Schüler wohl gerade machen? Und wie finden eigentlich Eltern die Ferien? Wahrscheinlich eher anstrengend.

Unsere Schüler langweilen sich ja in den Ferien oft und wenn die Schule wieder angefangen hat, dann darf man auf gar keinen Fall Themen stellen wie: Schreib’ dein schönstes Ferienerlebnis auf. Geht gar nicht. Ich beginne die ersten Stunden immer mit: „Schön, dass ihr da seid. Hat irgendjemand was besonders Interessantes erlebt in den Ferien, was er uns miteilen möchte?“ Gab nur einmal ein Mädchen, die hatte in einem Film mitgespielt. Und dann gehe ich auch schnell zum Tagesgeschäft über.

Im Lehrerzimmer wird schon am ersten Tag gestöhnt und dann ein wenig aus dem Urlaub erzählt. Eigentlich würde es auch reichen, wenn man eine Liste mit den Ferienzielen aufhängen würde. Es geht ja sowieso nur um Abgleich. DomRep, Toskana, Binz, Kreta, Irland, Island, Galapagos – boing- Galapagos hat gewonnen! Ich will immer schnell Alltag. Ich liebe Alltag. Ich bin alltagsüchtig. Ferien stören meinen Alltag. Alles soll normal sein, strukturiert, alltäglich halt. In den Ferien ist gar nichts normal. Ich war gestern bis um zwei Uhr draußen. Wo gibt es denn so was? Im meinem Alltag jedenfalls nicht. Jammer, jammer, jammer…

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6 Gedanken zu “Phantomschmerzen

  1. Frau Freitag, was ist los, hast du nichts Interessanteres zu erzählen? Schreib doch mal, wie du dich mit der einen Schülerin fast geprügelt hättest, wie du zu dem einen gesagt hast er soll einen Porno mit seiner Mutter drehen, wie der eine die Fensterscheibe kaputt geboxt hat, mitten im Unterricht, wie du dich mit den Kollegen angelegt hast und mit der Schulleitung, wie der Schulleiter die Tür zu macht und dich anschreit oder erzähl mal, wie du so fertig warst, dass du an der Bushaltstelle in den Papierkorb gekotzt hast, wie du fast heulend aus dem Unterricht gerannt bist, wie sie dir im Treppenhaus auf die Tasche gespuckt haben, wie du dich immer über deinen Stundenplan aufregst und wie du nachts aufwachst und wimmerst. Erzähl doch mal von den schönen Seiten des Lehrerdaseins. Kommst hier rüber als sei das der Traumberuf….ha….in Gold aufwiegen müsste man die armen Schweine die diesen Drecksjob heute noch machen wollen.

  2. 1. Ferientag, später Vormittag. Ding – dong… Vor der Tür drei Grundschulknirpse: „Ist Frau Sowieso da?“ – „Nein, einkaufen. Gibt’s was Wichtiges, Ihr habt doch Ferien?!“ – „Ja, aber is‘ sooo laaangweilig…“
    Frau Sowieso ist meine Mutter, der Vorfall Jahre her, aber unvergessen. Geht also auch Schülern wie Ihnen – vielleicht macht’s gleich ding – dong an Ihrer Tür?

  3. Ich kenne ein gutes Gegenmittel, oder auch zwei..

    Also das erste, wie bereits gesagt, ist der Strand. Also wegfahren und was anderes machen. Toll, wenn dafür Zeit und Geld da ist.

    Wem das zu einfach ist, der möge sich bitte für die Ferien noch einen anderen Job suchen, vorzugsweise einen gemeinnützig unbezahlten, denn in den Ferien wird ja das normale Gehalt weiter bezogen.
    Z.B. gabs doch früher immer für die Kinder „Stadtranderholung“. Wenn das noch nicht ganz eingespart wurde, dann freuen die sich über dich Frau Freitag, wenn du da in der Küche helfen willst und kein Geld dafür nimmst.

    Na hilfts schon…?

    Gruß aus der Strandburg

    • kinder licht luft sonne – kinderlandverschickung – super und ich in der küche und koche für alle – ich bin dabei. wenn ich aus binz zurückkomme melde ich mich da sofort. danke für den tipp.

  4. Schüler in den Ferien vor der Tür?? NEIN DANKE.
    Zum Glück ist meine Schule ca. 15 km entfernt, da verirrt sich nicht so schnell jemand hierher.
    Nicht, dass ich meine Schüler nicht mag, aber meist nur zwischen 7.30 und 15.00 Uhr.

    Weiterhin viel Spaß auf Rügen 🙂
    LG Anna-Lena

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