Abschied war doch ein Schwert, oder

Uuuaaaahhh, jetzt ist der Tag fast vorbei. Der Protestant schreit: „Schreib deinen Blogeintrag! Schreib, schreib! Du wolltest jeden Tag schreiben und jetzt schwächelst du schon – schon nach noch nicht mal zwei Monaten? Loser, Versager, faule Sau.“

Aber, ich habe heute doch schon so viel gemacht. Ich habe eben ein Gedicht geschrieben für meine krasse Klasse. „Wie ich mit meiner Klasse, die Achte verbrachte!“ Ein ziemlich gemeines Gedicht, in dem ich über jeden und jede erstmal herziehe. Auch lustig. Aber irgendwie auch ziemlich hart. Und weil ich ja über alle was schreiben wollte, wurde das immer länger. 10 Seiten sind das jetzt geworden und das dauert ohne Unterbrechung mindestens 15 Minuten.

Da ist das ganze „Ändert euch, werdet besser als ihr wart“ – Gelaber drin, das man als Klassenlehrer immer abspult. (Ohne, dass das schon mal Wirkung gezeigt hätte.) Ein Experiment, mal sehen wie das morgen wird. Zeugnisausgaben sind ja eine sehr wackelige Angelegenheit.

Ich saß schon mal heulend im Lehrerzimmer, nachdem ich meiner damaligen 10ten Klasse die Zeugnisse vor die Füße geschmissen hatte. Eine etwas längere Geschichte. Daran will ich mich jetzt gar nicht erinnern.

Heute war nämlich ein sehr schöner Tag. Ein ziemlicher Abschiedstag. Ich habe den Zehntklässlern das Video ihrer Abschlussfeier gezeigt und das hat richtig Spaß gemacht und dann habe ich einzelne Schüler auch noch mal interviewt. Zu ihrer Zukunft und wie sie die Schulzeit empfunden haben. Die meisten wiederholen die 10te und empfinden eigentlich eher wenig. Ich jedenfalls bin voller Abschiedsschmerz, unter den sich die unheimliche Vorfreude auf die Ferien mischt. Eine Gefühlsmischung, die mich wahrscheinlich bis Mitternacht wach halten wird. Und ich freue mich richtig auf morgen!

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4 Gedanken zu “Abschied war doch ein Schwert, oder

  1. beifall.
    das habe ich für meine zu verabschiedenden klassen auch immer gemacht- über jeden was geschrieben und vorgetragen. bisschen vorsichtig wegen einiger hochsensibelchen, man kennt die ja. und immer war es so, dass die kinder es als erinnerung ausgedruckt haben wollten….
    machste das auch oder wünschen die das nicht?

    • da waren noch so viele schreibfehler drin, auch wenn die das nicht gemerkt hätten, wollte ich das nicht aus der hand geben. Aber eine schülerin hat sich ihren teil abgeschrieben.

  2. oh man, fraufreitag, jetzt dichtet sie schon für ihre Schüler…was halten denn eigentlich die Kollegen davon? Vielleicht mal eine Lesung auf der nächsten Abschlussfeier…finden die bestimmt toll!

    • das wissen die kollegen gar nicht. aber sollte ich nächstes jahr die schule verlassen und meine klasse bekommt einen neuen klassenmaso/klassenlehrer dann freue ich mich schon „wie jetzt? wo ist der verabschiedungsrap? der schuljahresendfilm mit selbstkomponierter musik? was heißt hier Sie können nicht breakdance? fraufreitag hatte bei jeder zeugnisausgabe einen neuen tanz choreografiert. Und wo sind die blumen und die plastikhüllen?“
      ha, und das in jeder klasse in der ich tätig war (auch wenn ich nur fachlehrer war) – ich werd‘ eine legende….!
      leider kann ich die schule nicht verlassen. hänge ich doch zu sehr an den schülern. emotionale unprofessionalität hilft nicht bei der karriere.

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