Erwachsen auf Probe

Als großer Fan jeglicher sozialer Schieflagendokumentationen auf den privaten Bildungssendern, freue ich mich schon den ganzen Tag auf die neue Folge von Erwachsen auf Probe. Das Experiment – oder wie man immer so schön sagt – das Projekt geht so:

Mehrere dysfunktionale Teenagerpaare werden in eine Vorstadtreihenhaushölle in identischen Kleinfamilienhäusern gesteckt und dort leben sie dann. Sie sollen Erwachsene spielen, damit sie davon abgeschreckt werden. „Boa, is erwachsen sein schwer…da bleib ich lieber Jugendlicher…“

In den Häusern dominiert immer eine Farbe und so heißen die Häuser dann auch: „Im roten Haus wird schon das Licht ausgemacht, während das blaue Haus noch die Küche aufräumt.“ Einer vom Paar muss immer arbeiten gehen und Geld verdienen, dann müssen sie einkaufen, putzen und aufräumen und so weiter.

Zum richtigen Erwachsensein gehört natürlich Eltern sein. Deshalb bekommen die Teenager erstmal diese Babypuppen, die schreien, wenn man sie nicht fachgerecht behandelt. Wenn das gut gelaufen ist mit den Puppen, dann bekommen sie richtige Babys.

Klar, die Diskussion darüber bzw. die republikweite Entrüstung kennt jeder. Ich finde es super, dass es Eltern gibt, die ihre Babys für so was hergeben. Mit der frühkindlichen Traumatisierung kann gar nicht früh genug begonnen werden. Diese Erfahrung wird den Babys später, in der Pubertät, den Ablösungsprozess enorm erleichtern. Bei jedem Türenzuschlagen können sie dann ihre Eltern anschreien: „…und dass ihr mich damals mit diesem Oberdeppen im Anzug alleine gelassen habt werde ich euch niiiiieeee verzeihen! Ich hasse euch!!!! Für immer!!!!“

Also, das mit den Babys ging voll okay, überhaupt möchte ich auch richtige Babys für meine achte Klasse bestellen. Wo geht das? Der Lerneffekt wäre super, wenn sie plötzlich Ursache und Wirkung ganz praktisch verstehen – „Das Baby hat den Arm ausgekugelt, weil man ein Baby nicht an einem Arm tragen kann.“

Nach den Babys kamen die Kleinkinder und heute kommen die Schulkinder. Im Trailer haben sie die schon gezeigt. So richtig nervende Grundschüler. Die werden den Teenagern die Hölle heiß machen.

Mein Lieblingspaar sind natürlich Invir (der im Anzug) und seine immer heulende Freundin. Erst erstickt die Babypuppe, weil Invir sich nachts auf die draufrollt, dann fällt fast das echte Baby vom Wickeltisch und später wird ihnen auch noch das Kleinkind weggenommen, weil die Küche stinkt.

Invir kommt mir vor, als wäre er in meiner Klasse. Ein Komplott aus dunklen Mächten macht, dass bei ihnen alles schief geht. Er kann gar nichts dafür. Alle verstehen ihn falsch und sehen nicht, dass er doch eigentlich perfekt ist. Später bekommen die Paare dann noch Teenager, die fast so alt sind wie sie selbst. Und dann hört die Sendung auf.

Ich wäre für eine Fortsetzung, nach den Teenagern kommt die Geliebte oder der Lover, dann die Patchworkfamilie, oder die Schwiegereltern, dann kranke Verwandte und ganz am Ende bettlägerige Alte. Oder man lässt die Teenager einfach nur ein paar Wochen zu zweit in dieser Trumanshow und das Paarsein erledigt sich ganz von selbst.

Ich liebe diese Sendungen: Supernanny, Superlehrer, Superfraunobel, Supererwachsen auf Probe…ihr Bildungssender tut wirklich was für die Bildung. Bei jeder Sendung lerne ich sehr viel dazu. Viele kleine Tricks habe ich schon ausprobiert.

Ich brauch aber noch die Fortsetzung von den Superlehrern: 16 Hauptschüler finden überhaupt gar keinen Ausbildungsplatz, obwohl sie schon 24 sind. Ob da wieder der Jugendcoach helfen kann?

Und wann kommt Ricarda  –  eine Ritzer- Reality?

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5 Gedanken zu “Erwachsen auf Probe

  1. unerträglicher medienwildwuchs- das ist, finde ich, kindesmisshandlung- die echten eltern müssen n schlag haben…wie du schon schreibst!

    • die superklasse, klingt klasse, das wird super, ich will mit machen. ich bin freiwillig das brandopfer…könnte ich gut, mach ich oft schon – so rumjammern im lehrerzimmer mit: „hat doch alles keinen sinn mehr“ und so. In der sendung könnt‘ ich das noch so verstärken, dass die kollegen immer angst bekämen, ich würde mir gleich was antun… und dann kommt die superklasse – angeführt vom lieblingsschüler und die müssen immer so sachen sagen wie: „frau freitag, ganz ruhig, das wird schon, legen sie sich mal hin, wir machen das schon.“ ich hätte hinten im klassenraum schon so ein sofa mit sauerstoffgerät und blutdruckmesser. „lassen sie mal frau freitag, ich übernehme den unterricht und sie ruhen sich jetzt erstmal schön aus…“
      Jaaaa, ich will da mit machen…wo melden wir das an und was passiert in der sendung noch? der heulende mathesuperlehrer soll auch mitmachen! Und frl. krise klingt auch schon leicht geburnoutet.

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