Berufskleidung

Ach, mir ist doch noch was eingefallen…

Warum können wir eigentlich unsere Berufskleidung nicht steuerlich geltend machen? Ich habe ja, wie wahrscheinlich jeder Lehrer, meine Schulklamotten und meine Privatkleidung. Privat so ganz leger. Aber in der Schule – da bin ich ja Lehrerin und da darf nix auf den T-Shirts stehen. Bei Frau Dienstag kam mal ein Kollege mit einem „Böhse Onkelz“ T-Shirt in die Schule. Finde ich persönlich unpassend.

Liebe Junglehrer, Aufdrucke wie: „Wählt die CDU – jetzt!“, „Motörhead fetzt“, aber auch „Ökostrom – die bessere Alternative, auch wenn’s Atomstrom ist“ gehören eher in die Kategorie – privat. Kauft euch uni – also einfarbige T-Shirts für das Unterrichten. Nicht zu eng und nicht zu weit ausgeschnitten. Und Achtung, die ganz billigen halten dem Angstschweiß, den man bei Vertretungsstunden entwickelt nicht lange stand. Die kippen dann um und fangen an zu stinken. Da hilft nur wegschmeißen und neue kaufen. Also gleich ein paar Euros mehr investieren. Liebe Junglehrerinnen, BH nicht vergessen!

Frau Dienstag schwört auf Blusen. Vorne zugeköpft ist gar nicht schlecht, denn man darf nicht vergessen, dass – vor allem beim Frontalunterricht – ja allen Blicken ausgeliefert ist. Und auch wenn die Schüler nicht zuhören, oder mitmachen, eines tun sie ganz sicher – sie werden dich von oben bis unten mustern. Und wenn das Hemd zu durchsichtig, oder der Pullover dreckig ist, dann weiß das gleich die ganze Schule. Apropos Pullover – liebe nicht mehr ganz so junge Lehrerinnen, bitte keine Pullover mit Teddybär-Aplikationen tragen!

Meine Idealvorstellung vom perfekten Lehreroutfit wäre eine hautenge Art Rüstung, wie ein Korsett aus irgendeinem tragbaren Metall. Könnte so geschnitten sein wie eine Stewardessenuniform, in dunkelgrau und da müssten so Stäbe drin sein, die einen aufrichten, damit man ganz gerade steht. Habe ich aber noch nicht gefunden und so begnüge ich mich mit den spießigsten Kostümchen, die ich in den Damenoberbekleidungsabteilungen der Kaufhäuser finde. Ich habe mir sogar extra eine Brille mit Fensterglas gekauft, damit ich lehrerinnenmäßiger aussehe. Und trotzdem fragte mich letztes Jahr ein Schüler, ob ich eine Praktikantin bin. Haare unbedingt hochstecken, am besten Dutt. Und die Schuhe nicht zu flach, die Schüler müssen dich an dem Klackern deiner Absätze erkennen.

Und die Herren…was ist los mit euch Lehrern? Warum seid ihr so schlecht angezogen? Meint ihr, den Schülern fällt nicht auf, dass ihr nur zwei labbrige Cordhosen besitzt? Mehrere Tage das gleiche Hemd tragt und eure braunen Lederslipper  irgendwie nicht mehr angesagt sind… Die Schule ist ein modischer Trend setzender Ort! Macht mal mit! Und was ist das eigentlich immer mit diesen  speckigen Schweinsledertaschen…?

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8 Gedanken zu “Berufskleidung

  1. Huhu Fraufreitag,
    muss ich mir sorgen um Sie machen? Blog beenden? Rüstung? KOSTÜMCHEN? Hm…..naja….es gibt ja bald sommerferien ( lehrer haben es GUT!!!) und da kann sich die zerrüttete lehrerin mental berappeln.
    Ach ja, apropos sommerferien, sechs meiner hoffnungsvollen Zöglinge haben in der letzten Woche, bzw. heute die vorzeitige Beurlaubung in die Ferien beantragt („Wir gehen türkei, aber muss früher….!“). Die liebe verwandtschaft in der türkei ist ab dem 10. Juli schwer krank, liegt im sterben, heiratet, bekommt zwillinge usw. usw….. Irgendwie rücksichtslos, bringt es doch die in deutschland lebenden in arge bedrängnis, da die deutsche schule nun wiederum ebenso rücksichtslos
    diese beurlaubungen nicht gewähren will. Ich weiß schon wie es ausgehen wird: Vom stress gebeutelt werden die armen schulkinder krank werden, so um den 10. juli herum….
    Wozu schreibe ich mit letzter kraft am ende eines aufreibenden schuljahres eigentlich zeugnisse, wenn niemand sie am letzten schultag entgegen nehmen kann?
    Das fragt sich besorgt Frl.Krise

  2. na, wenn sich da nicht ein leiser Trend zur Schuluniform abzeichnet. Schliesslich ist Berufsbekleidung für den Dienstleister und nicht den „Empfänger“ gedacht. Würd mich freuen, Lehrerinnen und Lehrer als Bildungsschubserinnen und -schubser – welch ein Bild.

  3. Nu abba! Der Themen sind noch lange nicht genug gewechselt…
    Sollte man ebendiese am Ende vorgeben wie beim Aufsatz ?

    Nö, halten Sie mal weiterhin ihre Augen und Ohren offen, dann können wir auf vielerlei Nachschlag hoffen.

    Und das Frustwegschreiben hilft doch bestens bei den Unterrichtstiefschlagerschütterungen – also :
    Voll krasse Schreibe weiter betreiben – das Publikum dacapot dauernd!

    Grüße aus der * Ichhabsüberlebtfraktion* 🙂

  4. hab auch schon mal überlegt, ob ich mir die 2 jahre referendariat über ne matte wie eddie van halen wachsen lasse. ich war kurz vorm ersten schultag beim friseur und dann ganz lange nicht. auch ein schnauz-bart sollte mir wachsen.
    aber das sah dann nach ein paar monaten (recht voller bart und üppige locken) zu blöd aus und kam wieder runter. besser glatt rasiert und eher kurze strenge haare, aber nicht so kurz, dass sie angst einflößen – aus rücksicht auf grundschule.
    schade, dass man seine frisur in dem beruf nicht frei wählen kann.

    zu dem schluss, dass uni-farbene shirts von guter qualität am geeignetsten sind, bin ich auch selbst nach wenigen tagen schule schon gekommen. stimmt voll. schön und beruhigend, dass hier von „alten häsinnen“ bestätigt zu bekommen.
    jeans finde ich auch besser als cord. jeans sind voll ok in schule. und zeitlos richtig. auch converse / turnschuhe generell gehen. kommt drauf an, wie sie wer trägt.
    kleiner vorschlag: du schreibst ja schon ein bisschen übers aufrechthalten. weitere tipps zu körperhaltung, gestik und gebahren wären mir sehr willkommen. sie können auch (halb)albern sein.

  5. Ich habe nur noch Arbeitskleidung. In meinem, wie sie es beim Finanzamt nennen, „Privatleben“, trage ich die abgetragene Berufskleidung. Und eigentlich nutze ich mein Privatleben nur, um mich entweder auf mein Berufsleben vorzubereiten oder um mich zu regenerieren, um in meinem Berufsleben zu funktionieren. Also habe ich doch eigentlich gar kein Privatleben. Mittlerweile sind auch meine „Hobbys“ entweder solche, die mich bilden (für den Beruf) oder solche, die mich stärken, um durch körperliche Ertüchtigung, den Anforderungen der Arbeit zu entsprechen. Ich esse auch nur, um dem enormen Energiebedarf, den die Arbeit erfordert, gerecht zu werden. Für das bisschen Grundumsatz, den ich für den Energiehaushalt in meinem Privatleben brauche, würde eine Möhre reichen. Und eigentlich habe ich das ja sowieso nicht. Ich möchte alles von der Steuer absetzen können – auch wieder mein Arbeitszimmer, in dem mein geliebter Schreibtisch und U-mittel stehen. Ja, ich liebe all diese Dinge, ist es deswegen die Bezeichnung „Arbeitsmittel“ und „Arbeitskleidung“ nicht wert? Privatleben ist doch eh langweilig, so würde ich das dem Finanzamt gerne erklären, denn wir leben doch für die Arbeit – ein Glück macht sie mir Spaß 🙂

    • Eine Möhre? Ja essen Sie denn noch mehr als einen Möhre? Und ich würde das auch nicht Arbeitszimmer nennen, sondern Arbeitswohnung. Frau Dienstag, machen Sie die Eingabe beim Finanzamt, oder soll ich das tun? und wie immer haben Sie mit allem recht! Wohl doch schlau geboren….

  6. Liebe LehreranwärterInnen,

    hier ist tatsächlich die schlichte Eleganz gefragt. Gut sitzende Cord oder Jeans/Rock, Hemd/Bluse oder wenigstens Poloshirt, KEINE Turnschuhe (oder wollt ihr turnen gehen?), rasieren (oder waxen) und besser Schweinsleder als der berufsjugendliche Rucksack. Allerdings nur die Tasche: Bitte keine Lederhosen. Man sollte sich deutlich als LehrerIn zu erkennen geben und gerade zu beginn lieber etwas verkleiden, als im Schüleroutfit aufzutauchen.
    Macht´s einfacher. Und kann lustig sein. Ich hatte da eher den 70er Jahre Lümmel von der Ersten Bank-Look. Cordhose, brauner hautenger Rolli, braune Lederschuhe, braune Umhängetasche aus Leder. Haben mir alle abgenommen. Gut, so laufe ich sowieso manchmal rum, passte da aber ganz gut hin. Und schlug die anderen Pauker um Längen.

    Dann noch viel Erfolg beim Unterrichten und anglotzen lassen, ich glaub, ich lass das bleiben.

    „Teaching“ Franky Fuzz

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