Boredom ahoi

by

Heute habe ich irgendwie nicht so gut unterrichtet. Super war ich im Witzemachen im Lehrerzimmer. Eins A auch im Rumhängen im Lehrerzimmer und die Schulleitung mit schlauen Fragen bombardieren. Aber im Unterrichten…nee, war ich heute echt nicht so gut. Schlecht bis gar nicht, also eher gar nicht vorbereitet hielt ich so meinen Englischunterricht in der einen Klasse. Wir hatten alle keinen Spaß, aber um Spaß ging es ja auch nicht.

Neulich beim Elternsprechtag frage ich Vincent, der zwischen seinen Eltern sitzt und versucht unter den Tisch zu rutschen: “Sag mal Vince, machst du nicht mit, weil du nichts verstehst oder weil es langweilig ist?” Der Vater von Vincent grinst, Mama auch und ich sowieso – nur Vincent nicht. Irgendwann flüstert er: “…weil es langweilig ist.”
Ich daraufhin: “Na, dann ist ja nicht so schlimm. Langweilig ist Schule immer! Als Schülerin habe ich mich auch gelangweilt.” Die Eltern nicken. Auch sie hat der Schulunterricht nicht vom Hocker gehauen. Und – ganz ehrlich – warum sollte es Vincent heute besser gehen? Richard D. Precht springt im Dreieck: “Sag ich doch, sag ich doch!!!!” Ja, ja, Herr Precht. Die Schule muss sich verändern, alles scheiße so wie es ist…ja, ja ich weiss. Aber warum soll denn die Schule immer interessant sein? Wir sollen doch aufs Leben vorbereiten. Ist das Leben immer interessant? Also meins schon. Aber dit von den meisten Leuten… ick weeß ja nicht… und wenn Vincent so weitermacht, wie er jetzt macht – also nüscht macht… dann wird sein Leben auch in einem langweiligen Hilfsjob enden. (Nix gegen langweilige Hilfsjobs… muss ja auch jemand machen, aber die können schon langweilig sein … habe ich zur Genüge als Studentin gemacht.)
Also ein großes HURAHHH auf LANGWEILIGEN Unterricht, denn da weiss man was man hat. Leiden fetzt. Und zu Herrn Precht… Herr Precht, Herr Precht… kommen Sie doch zu mir in die Schule und zeigen Sie mir BITTE, BITTE, wie es geht!!!! Meinetwegen auch immer nur das Klimaprojekt!!!

Jetzt ist Frl. Krise gerade gekommen und ich muss mich kümmern. Sie ist wie ein Kleinkind und will gleich immer Aufmerksamkeit… Kaffee, Obstsalat, Unterhaltung usw.

About these ads

18 Antworten to “Boredom ahoi”

  1. Nathalie Says:

    schön, dass Sie wieder da sind :)

  2. Die Streberin Says:

    Hallöle Frau Freitag,
    ich kann Ihnen da insoweit zustimmen, dass man auch langweiligen Unterricht braucht, um sich auf den schönen zu freuen. Dass müsste doch gerade der Herr Prech wissen, dass ohne Negatives das Positive seinen Reiz verliert: na ja genug davon….WOCHENENDE:D
    Da ist es doch egal, wie der Unterricht war;)
    Lg und zwei schöne Tage,
    die Streberin

  3. Anne Says:

    Ach ja, meine 3 haben das gefühlte Tausend mal bei den Hausaufgaben geschrien. Ich habe jeweils nur gesagt: “Sei froh, dann bist du ja schnell fertig!”
    Willkommen zurück!

  4. IvoryTower Says:

    Danke fürs Wiederkommen! Mein Lehrerfreund findet das temporäre Aushalten von Langeweile auch einen ganz wichtigen Bestandteil vom Erwachsenwerden. :) Recht hat er – Hefte korrigieren oder der papierkramigere Teil von meinem Job sind jetzt auch extrem unspannend. Vincent, da mußt Du durch.
    PS: Aber trotzdem mal wieder mörderspannende Texte im Englischunterricht verwenden! Drone strikes und Drogen und Sex und so. Oder Sprachlabor! Sprachlabor rockt.

  5. stephan Says:

    Sprachlabor ist das letzte, der fiese Englischlehrer der den Schüler mit den heftigsten Problemen allen auf den Kopfhörer schaltet, sich amüsiert und meint das dies eine ” sehr originelle interpretation der Sprachmelodie” sei.

  6. OhKäptnmeinKäptn Says:

    Liebe Frau Freitag,
    ich habe hier eine kleine Adekdote, die zeigt, dass Unterricht keinesfalls langweilig ist, wenn man nur die richtigen Schüler hat. (Mal abgesehen davon, dass mir Ihre Geschichten schon viele unterhaltsame Stunden beschert haben…)
    Also, passiert Freitagmittag, Hauptschule Klasse 8, Doppelstunde Geschichte, Thema 1. Weltkrieg. An sich ja schon ein Geschenk…
    Ich bis an die Zähne bewaffnet, also vorbereitet bis zum geht nicht mehr, mit DVD, Beamer und diversen Arbeitsblättern. Wir sehen einen Filmausschnitt, in dem das Reichstagsgebäude auftaucht, was ich zum Anlass nehme zu erklären, was ein Reichstag früher so gemacht hat, und warum Wilhelm II das doof fand. So weit so gut. Dann frage ich, ob wir heute auch noch so was wie einen Reichstag haben. Es meldet sich Schnucki, guckt mich ernst an und sagt: WEIHNACHTEN? Ich schaffe es gerade noch nicht am Pult zu kollabieren oder einen hysterischen Anfall zu kriegen und frage, wie Schnucki denn darauf kommt. Weiß Schnucki natürlich nicht, woher auch? Letztlich ist dieser Vorfall natürlich mein Fehler, denn was frage ich auch so doof? Dass das schief geht, hätte ich wissen sollen. Trotzdem hat Schnucki auch ihre Berechtigung – obwohl sie ab jetzt nur noch Weihnachten heißt – Strafe muss ein!
    Ich hoffe, ich konnte zur allgemeinen Erheiterung beitragen und wünsche ein nettes Restwochenende!

  7. nadar Says:

    Anti-Langeweile fand sich soeben nebenan:

    http://primimaus.wordpress.com/2013/11/08/horch-wer-kommt-von-drausen-rein/
    :)

  8. zweitesselbst Says:

    Hat dies auf Zweitesselbst's Blog rebloggt und kommentierte:
    So und jetzt noch mal für alle : Frau Freitag ist wieder da ^^

  9. Klosterfrau Says:

    Wo gibt es noch Sprachlabore??? Wurden die nicht alle gegen Computerräume getauscht?

  10. dangerschaf Says:

    Irgendwann muss man sich ja vom aufregenden Wochenende erholen ;-)

  11. Tades75 Says:

    Schön, dass Sie wieder da sind! :-)

  12. martinacarmenluise Says:

    Mein Klassenleher hat bei akuten Anfällen von um sich greifender Langeweile auch mal den Lehrertisch als Bühne genutzt und von diesen weiter Frontalunterrischt gegeben. Und hatte die volle Aufmerksamkeit. Ist vielleicht auch was für Sie?!?

  13. N.N. Says:

    Doch, Sprachlabore gibts noch.

    An meiner letzten Schule bspw.

    So Modell Anfangs-90er. Kurz bevor alles komplett auf Computer umgestellt wurde. Dort gabs einen Computer nur vorne für den Lehrer. Mit im Tisch versenktem Röhrenmonitor.

    Sehr unspannend, das Ganze, die Schüler konnten sich nur untereinander unterhalten oder man konnte ihnen Schen auf die Kopfhörer legen, aber bitte nur alle gleichzeitig das gleiche.

    Wofür ich dann ein Sprachlabor brauche, ist mir komplett schleierhaft. Bedienung auch völlig merkwürdig.

    Und der Rest der Englisch-Kollegen war völlig perplex warum ich das tolle Sprachlabor gar nicht gut fand und nie wirklich in meinem Unterricht eingesetzt habe…

  14. hafensonne Says:

    War da nicht irgendwas mit Sabbatical??

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 1.065 Followern an

%d Bloggern gefällt das: