“Nicht jede körperliche Berührung ist ein Straftatbestand”

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Endlich wurden meine Gebete erhört. Es gibt einen Präzedenzfall in Sachen “Das dürfen Sie nicht! Ich zeige Sie an…” Endlich sagt ein Richter mal, wie es ist.

Es kann doch nicht angehen, dass uns die Schüler ständig mit Anzeigen drohen. “Das dürfen Sie nicht!” höre ich fast täglich. Seit wann frühstücken die Schüler das Strafgesetzbuch? Sie wissen immer ganz genau, wann wir uns im rechtlichen Niemandsland befinden, aber sie prügeln, beleidigen und stören ständig. Nie halten sie ich an irgendwelche Regeln. Schulordnung, Klassenregeln, Gesetze – gilt für sie alles nicht. Sie stehen unerlaubterweise, schwänzend vor dem Schulgebäude und rauchen. Das erfüllt mindestens drei Regelwidrigkeiten (unerlaubtes Verlassen des Schulgebäudes, Fernbleiben vom Unterricht und Genuß von Tabak trotz Minderjährigkeit) und wenn ich sie darauf anspreche kriege ich im besten Fall noch eine beleidgigende Unverschämtheit entgegen geschmettert.

Aber wehe ich fasse ihre Tasche an, weil sie sich weigern den Raum zu verlassen, nachdem ich sie mehrfach dazu aufgefordert habe: “Das dürfen Sie nicht!” “Ich mach’ Anzeige.” Schiebe ich sie sanft mit der flachen Hand nach draußen: “Ich mach’ Anzeige wegen Körperverletzung!”

Unsere Schülerschaft scheint ja ausnahmslos rechtschutzversichert zu sein. Und Anzeige machen kostet auch nichts, oder?

Aber jetzt wird alles anders. Zur Durchsetzung der Ordnung darf ich den Schüler auch anfassen.

Die Beurteilung der Erheblichkeit richtet sich nicht nach dem subjektiven Empfinden des Schülers, hebt das Gericht hervor, oder seiner Erziehungsberechtigten, sondern maßgebend ist die Sicht eines objektiven Betrachters, wobei auch die Dauer und die Intensität der störenden Beeinträchtigung eine Rolle spielen. Geringe Blutergüsse oder Ähnliches, wie beispielsweise auch ein schmerzhafter Festhaltegriff, der zu einem blauen Fleck führt, liegen unterhalb der Bagatellgrenze.

Geringe Blutergüsse liegen also unterhalb der Bagatellgrenze. Der elfjährige Schüler um den es in dem Prozeß ging hatte ein 2 cm großes Hämatom am Arm.  Mein Freund sagte nur: “Der braucht ein paar Hämatome auf dem Arsch.”

Ich stelle mir die ganze Zeit vor, wie dieser Junge, der bestimmt nicht nur einmal den Unterricht gestört hat, nach Hause kommt, seiner Mutter den blauen Fleck zeigt und die sofort zur Polizei rennt, um die Lehrerin anzuzeigen. Hat die Mutter ihren Sohn denn nicht gefragt, warum die Lehrerin ihn angefasst hat? Hat sie nicht gefragt, warum er nicht rausgegangen ist, als die Lehrerin es ihm gesagt hat? Ist der Mutter völlig egal, dass ihr Sohn nicht auf die Lehrerin hört? Und letztendlich, wie kommt dieser Junge dazu, überhaupt den Unterricht zu stören. Egal.

Wichtig ist nur, dass er mit seiner blöden Anzeigen nichts erreicht hat. Und das gibt uns allen Hoffnung auf Gerechtigkeit! Oder zumindest Verhälnismäßigkeit. Wo k0mmen wir denn hin, wenn die Schüler die Unberüherbaren und wir für sie der letzte Dreck sind. Damit ist jetzt Schluß!!!

Ab morgen wird richtig zugepackt. Rechtlich abgesichert bin ich ja.

5 Antworten zu „“Nicht jede körperliche Berührung ist ein Straftatbestand”“

  1. Lisa sagt:

    So einen ähnlichen Fall hatte ich erst im Dezember. Halbwüchsiger wollte den Raum nicht verlassen. Ich wollte ihn nicht anfassen, aus oben genannten Gründen und habe dann seine gebrochen deutsch sprechende Mutter angerufen und ihn abholen lassen. Verstanden hat sie mich gut und peinlich war’s ihr erst recht.

  2. amywalter sagt:

    Hallo, beruhige Dich wieder und schone Deine Nerven und Deine Hände. Führe Deine Arbeit aus dafür Du schließlich studiert hast um Kinder weiter zu helfen. Es lohnt sich nicht die eigene Gesundheit und Beruf auf Spiel zu setzen. Körperliche Berührung ist auch nicht notwendig. Jede Schule schließt mit den Eltern und Kinder ein Vertrag ab beid der Einschulung. Darin sind Regeln aufgestellt dass auch die Schüler unterschreiben müssen. Die Lehererschaft und Schule soll einfach konsequent diese Regeln umsetzen. Nach dreimalige Abmahnung ist fliegen angesagt! Im Ausland ist es so. Ohnehin haben wir zu große Klassen und zuwenig Lehrer. Die Schülerdatei soll immer den Schüler begleiten bei jedem Schulwechsel. Mal sehen wie weit solche “Rabauken” kommen?! Ausserdem sind solche schädlich für andere Schüler. Schule, Leherer und die Öffentlichkeit kann nicht eine mangelhafte Erziehung ersetzen, und were auch nicht gut. Wenn Eltern mit ihren eigenen Kinder überfordert sind sollten, ist dass Jugendamt zuständig. Eltern haften für ihre Kinder!!! In unverbesserlichen Fällen würde ich das Jugendamt einschalten, aber zuerst den Schüler “verabschieden”.
    Wir beobachten in zuviele Schulen dass sehr sehr häufig Türkische Kinder und auch deren Eltern kontraproduktiv verhalten. Die Türkischen Schüler mobben sogar andere ausländische Kinder. Der jüngste Vorfall war, dass ein Vater ein Leher zurückwies weil der Leherer den Schüler abmahnte wegen Vergehen an andere Schüler. Die Antwort von diesem Vater; “… meine Sohn darf das. Wir hier ein freie land”. Ich meine, wenn sein Sohn Zuhause auf den Tisch scheissen darf ist es deren private Sache. Ausserhalb der Wohnung gelten Regeln und Freiheit für ALLE. Diese Freiheit entdet da wo die Freiheit des anderen anfängt. Deswegen meinte ich, Eltern haften für ihre Kinder. Natürlich gibt es auch viele schlechte deutsche Schüler oder Russland deutsche. Nur die “Osmanen” fallen am häufigsten auf mit selbstentwickeltes Verhalten. Die haben mit ihren eigenen Landsleute/Bevölkerung in der Heimat nichtsmehr gemein.
    Die sind immer so stolz auf ihr Land, dabei kennen die nicht annährend soviel davon wie ein nicht Türke. Es gibt überhaupt kein türkisches Volk. Türkei ist nur ein Vielvölkerstaat, und die meisten stammen von den Osmanen ab. Ich bekomme Bauchschmerzen wenn ich sehe wieviele Kinder in dieser Welt sich nach eine Schule sehnen und keine Chance haben. Was machen unsere Kinder, Scheisse. Ich habe schon drei Kinder durch verschiedene Schulformen und Ausbildung begleitet.
    Irgendwo sind wir es auch selber Schuld. Wir sind zu grün und zu sozial, quasie übers Ziel hinaus geschossen mit unsere christliche nächstenliebe.
    In einen Gastgeberland oder auch Wahlheitmat benehme ich mich immer angepasst. Kulturel ausleben-toben kann ich meinen eigenen vier Wänden. Das integrationsprogram sollte auch schnellstens reformiert werden. Jeder ist willkommen wenn er innerhalb 2 Jahre Deutsch gelernt hat. So machen es alle andere Länder. Sonst kommt noch ein “Zugereister” auf die Idee unsere Bundesregierung zu verklagen beim EU Gerichtshof, das wir ihn nicht integrieren wollten sondern assimilieren.
    Wenn man jedoch in der öffentlichkeit derartige Kritik anbringt gilt man schnell als Ausländerfeindlich.
    Ich bin kein Lehere, kann aber alle sehr gut verstehen. Ich habe auch Migrantenhintergrund, fühle mich aber hier in meine Heitmat dass ich in notfall verteidigen werde. Es darf nicht sein dass wir uns demontieren lassen. Warum haben wir soviel von unsere Kultur hier aufgegeben? Von Deutsche Wörter bis hin zu Religionsunterricht und das Jesus Kreuz im Klassenzimmer. Ich habe keine feste Konfession, glaube aber an einen Gott. Ich denke nicht dass im Himmelreich ein Runder Tisch steht mit 5-6 Schöpfer.
    Wie gesagt, Ohren zu, Augen zu und durch. Nur einfach die Schulregeln konsequent umsetzen. Darauf würde ich auch bei der Schulleitung bestehen. Macht es gut.

  3. croco sagt:

    Sie sollten diesen Text Ihren Schülern diktieren.
    Vielleicht jeden Tag.
    Und dann benoten.
    Realitätsbezug, und zwar sowas von.

  4. Mikki Sixx sagt:

    Klingt alles ganz nett, aber in der Realität dürfen Sie sich nicht darauf verlassen, dass es so läuft wie in dem einen Fall. Und außerdem klingt der Eintrag schon ein wenig nach “Ab heute wird zurückgeschossen!”, liebe Frau Freitag. Und das steht ihnen – zumindest nach meiner Ferndiagnose – alles andere als gut. Als Psychohygiene alles wunderbar, aber lassen Sie sich nicht wirklich aus der Ruhe bringen, denn Gewalt war zu Zeiten, als Lehrer noch den Rohrstock benutzen durften schon keine Lösung, als auch jetzt nicht, wo sich anscheinend der Spieß genau umgedreht hat (was sehr interessant ist, so gesellschaftspsychologisch gesehen).
    Ich hab ja noch die schwindende Hoffnung, dass sich all dies wieder dreht (also nicht zurück zum Rohrstock, zumindest aber zu mehr Werten bei Eltern und Kindern) – wobei das natürlich noch ein paar Generationen dauern kann/wird und für Sie als auch für mich zu spät kommen wird…
    Aber das ist das Risiko der Spätgeborenen, Frau Freitag. Sehen Sie es bitte ein und tun Sie bitte, bitte nichts Unüberlegtes oder gar Gewalttätiges!

  5. Gewalt als pädagogische Option ? sagt:

    [...] Traurig ist, dass so statt einem “Miteinander kämpfen” ein “Gegeneinander kämpfen” alltäglich geworden zu sein scheint… geprägt von Hilflosigkeit, Wut, Verachtung… Wichtig ist nur, dass er mit seiner blöden Anzeigen nichts erreicht hat. Und das gibt uns allen Hoffnung auf Gerechtigkeit! Oder zumindest Verhälnismäßigkeit. Wo k0mmen wir denn hin, wenn die Schüler die Unberüherbaren und wir für sie der letzte Dreck sind. Damit ist jetzt Schluß!!! Frau Freitag/ “Na, wie war´s in der Schule?” : Nicht jede körperliche Berührung ist ein Straftatbestand [...]

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